Nein Danke
Gut am Arbeitgeber finde ich
nichts
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
24/7: Schlaf wird völlig überbewertet
Willkommen im Unternehmen, in dem die Uhr niemals stehen bleibt – und die Mitarbeiter irgendwann auch nicht mehr.
24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wochenenden? Feiertage? Nachtschicht? Alles drin. Wer immer schon wissen wollte, wie sich ein Leben im permanenten Betriebsmodus anfühlt, bekommt hier die Antwort frei Haus.
Work-Life-Balance wird hier offensichtlich sehr kreativ interpretiert:
Work = dauerhaft verfügbar.
Life = irgendwann dazwischen, wenn es der Schichtplan erlaubt.
Das Arbeitszeitsystem ist dabei ein echtes Meisterwerk. Warum sollte eine Firma eigentlich schlafen, wenn man auch Mitarbeiter arbeiten lassen kann? Schließlich ist ein Feiertag letztlich auch nur ein Wochentag mit schlechter PR.
Die Geschäftsführung habe ich persönlich als ausgesprochen selbstbewusst erlebt – um es diplomatisch auszudrücken. Mitarbeiter auf Augenhöhe? Eher schwierig. Dafür bekommt man gelegentlich das Gefühl vermittelt, dass Entscheidungen grundsätzlich von oben kommen und der Weg nach unten erstaunlich kurz ist.
Auch beim Thema IG Metall und Mitbestimmung scheint man nicht unbedingt ein Fanclub zu sein. Wer Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretung schätzt, sollte sich auf interessante Diskussionen einstellen.
Beim Personalmanagement scheint wiederum die Devise zu gelten: Kosten runter, Leistung rauf. Ein Konzept so einfach, dass man sich fast fragt, warum noch niemand ein Motivationsposter daraus gemacht hat.
Die Führungskräfte runden das Gesamtbild ab. Kommunikation und Führung auf Augenhöhe waren zumindest in meiner persönlichen Erfahrung nicht immer die herausragenden Disziplinen. Dafür lernt man schnell, dass konstruktive Kritik offenbar ein Hobby ist, das man besser außerhalb der Arbeitszeit betreibt.
Das Positive?
Man lernt, seine eigenen Grenzen sehr genau kennen.
Das Negative?
Man lernt sie hier ebenfalls sehr schnell kennen.
Mein persönliches Fazit:
Wer auf 24/7-Betrieb, Wochenendarbeit, Feiertagsarbeit, wenig Wertschätzung und eine eher spezielle Führungskultur steht, könnte hier seine berufliche Heimat finden.
Alle anderen sollten sich vielleicht vorher fragen:
„Will ich hier wirklich arbeiten – oder suche ich eigentlich nur einen sehr überzeugenden Grund, meine Freizeit zu verlieren?“
Ich persönlich kenne inzwischen die Antwort.
Daher mein Rat: Stellenanzeige lesen, Erfahrungsberichte lesen, tief durchatmen – und dann eventuell einfach weiterblättern.
Es gibt Unternehmen, bei denen man arbeitet, um zu leben.
Und dann gibt es Unternehmen, bei denen man irgendwann lebt, um den nächsten Schichtplan zu überstehen.
Ich würde heute definitiv Variante eins wählen.
Verbesserungsvorschläge
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