Trauriger Niedergang
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Hohe Seniorität der Kollegen innerhalb des Engineerings
- Das Gehalt kommt pünktlich
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
(Noch) kein Betriebsrat. Ich denke die Kommunikation zwischen Management und anderen Angestellten ist an einem Punkt, an dem er sehr hilfreich wäre.
Verbesserungsvorschläge
Das Management sollte anfangen ehrlich und öfters zu kommunizieren und zwar in einem Dialog, keinem Monolog. Die Präsenzpflicht ab nächstem Jahr ist nicht nachvollziehbar und der wahre Grund dafür sollte genannt werden. Womöglich wurde in der starken Wachtumsphase im letzten Jahr einfach overhired und jetzt soll die Firma wieder verschlankt werden, weil KPIs nicht passen, die die Muttergesellschaft fordert. Das wäre nicht schön zu hören, aber wenigstens noch besser zu verkraften als das die Begründungen, die bisher dafür abgegeben wurden - man wäre in der Lage es zu verstehen.
Geht doch mal in einen Dialog mit den Engineers und lasst uns ehrlich die harten Themen ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Aktuell versucht das Management nur aus der Vogelperspektive selbst alles zu erfassen und darauf basierend zu entscheiden.
Arbeitsatmosphäre
Anforderungen werden von oben schlecht kommuniziert, was zu einem hohen Maß an Blindleistung führt. Anstatt besser zu kommunizieren übt das Management mehr Druck aus und beginnt sich im Micromanagement-Style in die agile Arbeit der Entwicklungsteams einzumischen (Tickets müssen jetzt so geschrieben werden, dass sie von Managern verstanden werden können). Die allgemeine Frustration ist sehr hoch und die Motivation, sowie der Spaß an der Arbeit niedrig, was auch durch Umfragen innerhalb des Engineerings belegt wurde.
Image
Obwohl die Arbeitsbedingungen in den letzten Monaten nicht gut waren, hat die Arbeit trotzdem noch Spaß gemacht, weil es sich so angefühlt hat als könnte man wirklich etwas bewegen. Mit der Ankündigung der Office-Pflicht ist gefühlt bei vielen Kollegen der Damm gebrochen und die sind einfach nur noch unglaublich enttäuscht.
Work-Life-Balance
Aktuell noch gut, bis die Präsenzpflicht ab Januar 2027 in Kraft tritt und eine seit Jahren bestehende full-remote Policy von einem hybriden Arbeitsmodell abgelöst wird.
Ab 2027 muss man mindestens 4 volle Arbeitstage pro Monat in Karlsruhe oder Berlin verbringen, die mit dem Team koordiniert werden müssen. An- und Abreisetage zählen hierzu nicht.
Karriere/Weiterbildung
Soweit ich weiß kein Budget für Weiterbildung. Es wurde vor kurzem ein Performance-Management Tool eingeführt, allerdings ohne Gehaltsbänder.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt als Software Engineer ist gut und entspricht ungefähr dem Durchschnitt eines deutschen Tech-Unternehmens mit vergleichbarem Umsatz.
Kollegenzusammenhalt
Kollegen innerhalb des Engineerings halten gut zusammen
Umgang mit älteren Kollegen
Betriebszugehörigkeit hat wenig Bedeutung, wirklich "alte" Angestellt gibt es hier nicht
Vorgesetztenverhalten
EMs/Teamleiter verhalten sich respektvoll und man spricht auf Augenhöhe. Leider halten sie Entscheidungen vom Management nicht entgegen.
Arbeitsbedingungen
Aktuell hauptsächlich Home Office. Durchschnittliche Office-Ausstattung im Büro.
Kommunikation
Das Motto der Firma war lange Zeit "no ego, no politics". Wenn man an diese Zeite zurückdenkt (das war erst vor 3 Monaten), wirkt das wie ein schlechter Scherz. Gute Kommunikation gibt es nur innerhalb des Engineerings. Das Management stellt einen vor vollendete Tatsachen, ohne nachvollziehbare Gründe zu nennen - obwohl bei der Neujahrsfeier vom neuen CEO noch groß verkündet wurde, dass wichtige Entscheidungen nur datengetrieben stattfinden.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung basiert nicht auf Menschlichkeit, sondern klipp und klar darauf was in den teilweise sehr unterschiedlichen Arbeitsverträgen steht
Interessante Aufgaben
Die Systemlandschaft der Firma ist breit gefächert und bietet viel Potenzial für Optimierungen und um neues zu lernen. Als Softwareentwickler findet man hier fachlich einige interessante Themen, auch wenn manche Technologien veraltet sind.