Fachlich interessant, aber hoher Leistungsdruck
Verbesserungsvorschläge
Eine realistischere Einschätzung des Aufwands von Aufgaben sowie eine bessere Priorisierung würden aus meiner Sicht helfen, den Arbeitsalltag planbarer zu gestalten.
Zudem könnte geprüft werden, ob ein stärker strukturiertes agiles Vorgehen wie Scrum anstelle eines rein kanbanbasierten Systems sinnvoll wäre, um Planung, Priorisierung und Transparenz im Team zu verbessern.
Auch eine bessere Abstimmung bei der Aufgabenverteilung – insbesondere im Hinblick auf technisches Verständnis und Aufwandsschätzung – könnte dazu beitragen, unrealistische Zeitannahmen zu vermeiden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war stark vom Zeitdruck geprägt. Aufgaben mussten häufig innerhalb sehr kurzer Zeiträume (teilweise nur wenige Tage) erledigt werden. Wurde diese Zeitvorgabe nicht eingehalten, entstand schnell der Eindruck, als Mitarbeitender als „unwirtschaftlich“ zu gelten.
Auch beim Einsatz neuer Technologien wurde wenig Rücksicht auf den individuellen Kenntnisstand genommen. Es wurde erwartet, dass man sich fehlendes Wissen parallel zur eigentlichen Arbeit selbstständig aneignet, ohne dass dafür ausreichend Zeit eingeplant war.
Positiv hervorzuheben ist die Hilfsbereitschaft der Kolleg:innen. Allerdings führte selbst diese Unterstützung indirekt zu zusätzlichem Druck, da die dafür aufgewendete Zeit ebenfalls auf die jeweiligen Aufgaben gebucht wurde. Dadurch wurde wiederum sichtbar, dass die ursprünglich kalkulierten Zeiten nicht eingehalten werden konnten.
Karriere/Weiterbildung
Weiterentwicklung erfolgte überwiegend eigenständig. Es gab wenig strukturierte Unterstützung oder gezielte Förderung. Mitarbeitende wurden dazu angehalten, sich eigenständig Angebote, beispielsweise im Kontext des Axel Springer Verlags, herauszusuchen. Gerade beim Einstieg in neue Themen oder Technologien wurde erwartet, dass man sich das notwendige Wissen parallel zur Arbeit selbst aneignet.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt stand aus meiner Sicht nicht im Verhältnis zu den Anforderungen und dem erwarteten Leistungsdruck. Insbesondere vor dem Hintergrund der kurzen bzw. fehlenden Einarbeitung und der hohen Eigenverantwortung wirkte die Vergütung eher unterdurchschnittlich.
Zudem erhielten neue Mitarbeitende in den ersten zwei Jahren lediglich 28 Urlaubstage, während danach 30 Tage üblich waren. Dies kann im Vergleich zu anderen Unternehmen als Nachteil wahrgenommen werden.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war stark auf Effizienz und Kennzahlen ausgerichtet. Eine strukturierte Einarbeitung fand nicht statt – neue Mitarbeitende wurden direkt in das Kanban-System eingebunden und sollten sich eigenständig Aufgaben heraussuchen. Es wurde erwartet, dass man sich sowohl in Prozesse als auch in neue Technologien selbstständig einarbeitet. Individuelle Lernphasen oder Unterstützung im Sinne von Coaching waren kaum vorhanden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeit fand überwiegend in Großraumbüros statt. Dadurch konnte es zeitweise zu einer erhöhten Geräuschkulisse kommen, insbesondere wenn parallel mehrere Meetings oder virtuelle Besprechungen (z. B. über Microsoft Teams) geführt wurden. Dies konnte die Konzentration bei anspruchsvolleren Aufgaben erschweren.
Gleichberechtigung
Der Umgang unter den Kolleg war respektvoll und hilfsbereit. Im Team selbst herrschte ein grundsätzlich angenehmes Miteinander.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich vielfältig und fachlich interessant. Durch den hohen Zeitdruck war es jedoch oft schwierig, sich ausreichend einzuarbeiten oder Aufgaben mit der nötigen Sorgfalt umzusetzen.
