Gute Kollegen, schwierige Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und haben mir meistens Spaß gemacht. Das Unternehmen hat grundsätzlich viel Potenzial. Besonders positiv waren für mich die Kollegen und der starke Zusammenhalt im Team. Es gab viele kompetente, engagierte und hilfsbereite Leute, mit denen die Zusammenarbeit wirklich gut funktioniert hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens war wenig transparent und wichtige Informationen wurden häufig eher über den Flurfunk als über offizielle Wege weitergegeben. Dazu kam ein aus meiner Sicht problematischer Führungsstil, bei dem persönliche Sympathien und Zustimmung teilweise mehr zu zählen schienen als Leistung oder fachliche Argumente. Unterschiedliche Meinungen wurden nicht immer gerne gesehen und Entscheidungen waren teilweise schwer nachvollziehbar.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Transparenz in der Kommunikation und nachvollziehbare Entscheidungen. Informationen sollten alle relevanten Mitarbeiter direkt und rechtzeitig erreichen, anstatt dass wichtige Dinge über den Flurfunk verbreitet werden.
Außerdem sollte Führung stärker auf Vertrauen, fachlichen Austausch und unterschiedliche Meinungen setzen. Mitarbeiter sollten ihre Sichtweise äußern und Entscheidungen hinterfragen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Leistung sollte anhand nachvollziehbarer und für alle gleichermaßen geltender Kriterien bewertet werden.
Arbeitsatmosphäre
Überwiegend gut, auch wenn es viele stressige Zeiten mit hohem Druck gab.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens war aus meiner Sicht eine der größeren Schwachstellen. Wichtige Informationen wurden häufig nicht proaktiv oder transparent kommuniziert. Vieles erfuhr man eher über den Flurfunk als über offizielle Kommunikationswege. Dadurch entstanden unnötige Unsicherheit und Gerüchte. Auch Entscheidungen waren nicht immer nachvollziehbar.
Kollegenzusammenhalt
Einer der mit Abstand größten Pluspunkte waren die Kollegen. Der Zusammenhalt innerhalb des Teams aber auch außerhalb war sehr gut und viele Kollegen haben sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Gerade in schwierigen Situationen konnte man sich aufeinander verlassen.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war für mich einer der größten Kritikpunkte. Der Führungsstil war stark hierarchisch geprägt und vermittelte teilweise eher das Gefühl, dass man einer Entscheidung zu folgen hatte, als dass man sie gemeinsam diskutieren konnte. Abweichende Meinungen oder kritische Nachfragen waren nicht immer willkommen. Wer der Führungskraft loyal gegenüberstand und Entscheidungen mittrug, schien deutlich bessere Voraussetzungen für eine positive Zusammenarbeit zu haben als jemand, der Dinge hinterfragte oder eine andere fachliche Einschätzung vertrat.
Überspitzt könnte man sagen, dass Monarchie-Zustände herrschten: Entscheidungen kamen von oben, und als Mitarbeiter musste man sich gelegentlich fragen, ob gerade das fachlich beste Argument zählt oder doch eher die richtige Haltung gegenüber der Krone. Zudem wurden Entscheidungen und Aufgaben großzügig nach unten delegiert, während Verantwortung und Anerkennung offenbar bevorzugt in der oberen Etage verblieben.
Auch bei Empathie, wertschätzender Kommunikation und der Bereitschaft, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen, gab es aus meiner Sicht noch erhebliches Entwicklungspotenzial.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren oft interessant und abwechslungsreich.