Angespanntes Klima, kaum Kommunikation – leider keine Empfehlung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Aufgaben an sich sind interessant.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Atmosphäre ist geprägt von Misstrauen, übermäßiger Kontrolle und wenig Aufrichtigkeit. Kritik wird theatralisch abgewehrt statt ernst genommen. Auf einen Gesprächstermin zum Rauchen im Büro habe ich zum Beispiel fast vier Wochen gewartet. Im Gespräch fragte man dann völlig entsetzt, wer hier denn rauche, obwohl es allen bekannt war. Geändert hat sich nichts. Eine Einarbeitung gab es praktisch nicht. Am ersten Tag wurde ich an meinen Platz gesetzt und bekam einen Zettel mit Zugangsdaten, ohne Rundgang und ohne Vorstellung bei den Kollegen. Am Tag meiner Kündigung war ich vor allem erleichtert.
Verbesserungsvorschläge
Kritik und Verbesserungsvorschläge ernst nehmen, statt sie abzutun oder empört zu reagieren. Außerdem: eine strukturierte Einarbeitung einführen, das Rauchverbot im Büro durchsetzen, mehr Flexibilität bei Homeoffice und Kinderkrankentagen bieten und transparenter kommunizieren.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe mich dort sehr unwohl gefühlt. Vertrauen gibt es kaum. Man hat ständig das Gefühl, sich für alles rechtfertigen zu müssen.
Work-Life-Balance
Praktisch nicht vorhanden. Für Ausfälle wegen kranker Kinder gibt es wenig Verständnis. Homeoffice ist kaum oder nur sehr umständlich möglich und wird spürbar ungern gesehen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt einen festen „inner circle“. Wer nicht dazugehört, wird außen vor gelassen.
Vorgesetztenverhalten
Die Fehlerkultur ist schlecht. Bei Problemen wird zuerst ein Schuldiger gesucht, statt gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Führungsebene wird teils sehr laut. Insgesamt habe ich das Verhalten als wenig aufrichtig erlebt.
Arbeitsbedingungen
Im Büro wird geraucht, und dagegen wird auch nach Hinweisen nur halbherzig etwas unternommen. Bei der Geschäftsführung ist kein Verständnis für den Wunsch nach einem rauchfreien Arbeitsumfeld dar. Die Einrichtung sieht auf den ersten Blick schick aus, ist aber heruntergekommen. Die weißen Bürostühle zum Beispiel sind durchgesessen und völlig verfärbt. Die Laptops sind veraltet und langsam.
Kommunikation
Informationen werden kaum weitergegeben bzw. innerhalb des "inner circles" geteilt und man erfährt nur zufällig etwas. Ehrliche Kommunikation ist nicht vorhanden. Der Umgangston ist sehr derb, Fluchen und Schimpfwörter gehören zum Alltag. Über Kollegen, ehemalige Mitarbeitende, Kunden und Lieferanten wird regelmäßig weit unter der Gürtellinie gelästert.
Gehalt/Benefits
Gehalt war nicht übermäßig aber akzeptabel. Für das gebotene (bzw eher nicht gebotene) war es eher untere Grenze.
Gleichberechtigung
Mein Eindruck ist, dass Frauen hier deutlich bessere Chancen haben. Als Mann fühlt man sich nicht willkommen. Das absurde Mütter/ Eltern sind ebenfalls nicht gern gesehen, diese könnten ja ausfallen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich spannend, aber vieles wird von oben vorgegeben. Eine Strategie oder ein größeres Ziel ist nicht erkennbar. Bei vielen Themen hieß es zuerst, man müsse einen ehemaligen Mitarbeiter fragen, was er davon hält.