Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind das moderne Arbeitsumfeld, die zeitgemäße technische Ausstattung und das nachhaltige, energieschonende Bürogebäude. Auch der weitgehende Verzicht auf Papierausdrucke im Arbeitsalltag ist ein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz. Das schnelle Wachstum des Unternehmens zeigt zudem, dass grundsätzlich Entwicklungspotenzial vorhanden ist. Die fachlichen Aufgaben bieten in Teilen interessante Einblicke, und mit klareren Strukturen sowie einer stärkeren Mitarbeiterorientierung könnte dieses Potenzial deutlich besser ausgeschöpft werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders kritisch sehe ich die Führungskultur, die organisatorischen Strukturen und den Umgang mit Mitarbeitern. Das Unternehmen ist in kurzer Zeit stark gewachsen, ohne dass Prozesse, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten aus meiner Sicht ausreichend mitentwickelt wurden. Dadurch entstehen unnötige Abstimmungsschleifen, ineffiziente Arbeitsabläufe und vermeidbare Verzögerungen. Teilweise arbeiten mehrere Personen an einfachen Aufgaben, während klare, einheitliche Standards fehlen.
Besonders schwierig empfand ich die Zusammenarbeit mit meiner direkten Vorgesetzten in der Rechtsabteilung. Obwohl wir hinsichtlich unseres Bildungsstands auf einem vergleichbaren Niveau waren und sich unsere Aufgabenbereiche zu einem großen Teil überschnitten, fehlten mir eine strukturierte Einarbeitung und klare fachliche Orientierung. Statt Sachverhalte nachvollziehbar zu erklären und mich gezielt einzuarbeiten, wurde sinngemäß von mir erwartet, meine Vorgesetzte zunächst selbst auf den jeweiligen Sachverhalt zu bringen, bevor ich Unterstützung erhielt.
Gleichzeitig wurden meine fachlichen Einschätzungen wiederholt infrage gestellt, selbst wenn sich später herausstellte, dass meine Wahrnehmung zutreffend war. Besonders prägend war eine Situation, in der mir ein Sachverhalt anhand einer Zeichnung an der Tafel erläutert wurde, die aus meiner Sicht sachlich falsche Informationen enthielt. Als ich die Unstimmigkeit ansprach, wurde zunächst darauf bestanden, dass ich etwas falsch verstanden hätte. Erst als ich die konkrete Darstellung erneut vorlegen konnte, ließ sich der Widerspruch nachvollziehbar aufzeigen. Solche Erfahrungen erschwerten eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erheblich.
Auch die nächsthöhere Führungsebene habe ich trotz ausdrücklich eingeforderter Unterstützung als kühl, distanziert und wenig lösungsorientiert erlebt. Angesprochene Probleme wurden aus meiner Sicht nicht angemessen aufgegriffen, Konflikte nicht wirksam moderiert und konkrete Hilfestellungen blieben weitgehend aus. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, konstruktives Feedback zu geben und eine faire Möglichkeit zur Verbesserung zu schaffen, entwickelten sich Gespräche teilweise in eine unproduktive Richtung. Zunehmend entstand bei mir der Eindruck, dass die Gespräche eher auf eine Trennung als auf eine tatsächliche Verbesserung der Situation hinausliefen.
Darüber hinaus habe ich die Wertschätzung und Gleichbehandlung der Mitarbeiter kritisch wahrgenommen. Insbesondere bei langjährigen Beschäftigten hatte ich den Eindruck, dass hohe Arbeitsbelastungen teilweise als selbstverständlich hingenommen wurden, obwohl Überlastung wiederholt angesprochen wurde. Auch bei Fragen zu Gehalt und Bonuszahlungen erschien mir die Kommunikation nicht ausreichend transparent und proaktiv. Mitarbeiter sollten ihre Leistung und ihre Belastungsgrenzen nicht ständig selbst verteidigen müssen, sondern sich darauf verlassen können, dass Führungskräfte Verantwortung übernehmen.
Dass nach meinem Kenntnisstand im Jahr 2026 bereits mehrere Mitarbeiter das Unternehmen verlassen mussten, wirft für mich zusätzliche Fragen hinsichtlich der Führungskultur und des Umgangs mit Personal auf. Daraus allein lassen sich zwar keine eindeutigen Ursachen ableiten, dennoch sollte ein Unternehmen bei wiederholten personellen Veränderungen kritisch prüfen, ob Führungsverhalten, Arbeitsbelastung und interne Strukturen nachhaltig funktionieren.
Insgesamt habe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem modernen Erscheinungsbild des Unternehmens und meinen tatsächlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag erlebt. Das Unternehmen verfügt grundsätzlich über Potenzial, dieses wird aus meiner Sicht jedoch durch unausgereifte Prozesse, fehlende Verbindlichkeit, unzureichende Unterstützung und Defizite im zwischenmenschlichen Umgang erheblich eingeschränkt. Besonders enttäuschend war für mich, dass ich trotz eigener Initiative und ausdrücklich geäußerter Hilfegesuche keine ausreichende Unterstützung erfahren habe. Ich hätte mir eine professionelle Führungskultur gewünscht, in der fachliche Fragen sachlich geklärt, Kritik konstruktiv genutzt und Mitarbeiter unabhängig von ihrer Betriebszugehörigkeit respektvoll behandelt werden.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte nicht nur schnell wachsen, sondern gleichzeitig belastbare Strukturen und einheitliche Prozesse schaffen. Zuständigkeiten müssen klar geregelt und unnötige Abstimmungsschleifen vermieden werden. Neue Mitarbeitende benötigen eine strukturierte Einarbeitung, realistische Erwartungen und regelmäßiges, konstruktives Feedback.
Besonders wichtig ist eine professionelle Führungskultur: Probleme und Überlastung sollten ernst genommen, Konflikte aktiv moderiert und Mitarbeiter bei Schwierigkeiten tatsächlich unterstützt werden, statt Gespräche überwiegend auf Kritik oder eine mögliche Trennung hinauslaufen zu lassen. Auch die nächsthöhere Führungsebene sollte bei wiederholt angesprochenen Problemen Verantwortung übernehmen und wirksam intervenieren. Leistung, Vergütung und Bonusregelungen sollten transparent kommuniziert werden. Langjährige Mitarbeiter sollten nicht als selbstverständlich verfügbare Arbeitskräfte betrachtet werden. Insgesamt braucht das Unternehmen mehr Verbindlichkeit, Wertschätzung und eine konsequente Orientierung an nachhaltigen Lösungen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich während meiner Beschäftigung als angespannt und wenig wertschätzend erlebt. Statt einer unterstützenden Einarbeitung entstand bei mir früh das Gefühl, mich ständig rechtfertigen zu müssen. Offene Fragen oder Unsicherheiten wurden aus meiner Sicht nicht konstruktiv aufgefangen.
Image
Die Außendarstellung vermittelt aus meiner Sicht ein moderneres und wertschätzenderes Bild, als ich es in meiner persönlichen Arbeitssituation erlebt habe. Insbesondere bei Führung, Kommunikation und Einarbeitung bestand für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen Außenwirkung und Arbeitsalltag.
Work-Life-Balance
Eine Kommunikation auf Augenhöhe habe ich nicht durchgehend erlebt. Insbesondere im Umgang mit mir als neuem Mitarbeiter wurde seitens der Führungskraft aus meiner Sicht auf einer deutlich anderen, teilweise von oben herab wirkenden Ebene kommuniziert als mit bereits etablierten Beschäftigten. Diese unterschiedliche Behandlung fiel nach Gesprächen darüber auch anderen Mitarbeitern auf. Obwohl ich das Thema ausdrücklich angesprochen habe, wurde auf meine Wahrnehmung nicht näher eingegangen und eine erkennbare Auseinandersetzung oder Veränderung blieb aus.
Karriere/Weiterbildung
Konkrete Entwicklungswege oder individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten wurden mir während meiner Beschäftigung nicht aufgezeigt. Bereits bei der grundlegenden Einarbeitung fehlten mir ein strukturierter Plan, regelmäßige Begleitung und nachvollziehbare Entwicklungsperspektiven.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt lag für meine Position und Branche nach meinem Eindruck unter dem üblichen Marktniveau. Auf meinen Wunsch nach einer Nachverhandlung wurde kaum eingegangen. Besonders enttäuschend war für mich die Darstellung des Bonus: Dieser wurde bei den Gehaltsgesprächen in die genannte Gesamtvergütung einbezogen, obwohl bekannt war, dass ich ihn aufgrund der geltenden Voraussetzungen im ersten Jahr nicht in dieser Höhe erreichen konnte. Erst nach meinem Eintritt wurde für mich deutlich, dass eine Auszahlung in meinem Fall frühestens rund eineinhalb Jahre später möglich gewesen wäre. Das wurde im Bewerbungs- und Verhandlungsprozess nicht transparent kommuniziert. Zudem werden lediglich zwölf Monatsgehälter gezahlt; ein zusätzliches Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gibt es nicht. Insgesamt empfand ich die Darstellung der möglichen Jahresvergütung daher als wenig transparent.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umweltbewusstsein des Unternehmens habe ich positiv wahrgenommen. Besonders der weitgehende Verzicht auf Papierausdrucke im Arbeitsalltag sowie das nachhaltig und energieschonend konzipierte Gebäude haben einen zeitgemäßen und ressourcenschonenden Eindruck vermittelt. Beim Sozialbewusstsein fällt meine Bewertung differenzierter aus: Während die ökologischen Rahmenbedingungen positiv waren, hätte ich mir im Umgang mit den Mitarbeitern mehr Wertschätzung, einen bewussteren Umgang mit Arbeitsbelastung und eine stärkere soziale Verantwortung gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Aufgrund meiner kurzen Beschäftigungsdauer konnte ich nur begrenzt einen belastbaren Eindruck vom allgemeinen Kollegenzusammenhalt gewinnen. In meiner konkreten Arbeitssituation habe ich jedoch wenig aktive Unterstützung und kein ausgeprägtes gemeinsames Auffangen von Problemen erlebt.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit langjährigen Mitarbeitern habe ich teilweise als wenig wertschätzend erlebt. Besonders auffällig war für mich, dass Kolleginnen und Kollegen mit langjähriger Betriebszugehörigkeit teilweise eine hohe Arbeitsbelastung tragen mussten, ohne dass aus meiner Sicht ausreichend auf ihre wiederholt geäußerten Überlastungsgrenzen eingegangen wurde. Zudem entstand in Gesprächen über Gehalt und Bonuszahlungen der Eindruck, dass Mitarbeiter, die ihre Ansprüche nicht aktiv einforderten, bei der Anerkennung ihrer Leistung eher unberücksichtigt blieben. Gerade langjährige Mitarbeiter, die über Jahre hinweg Wissen, Erfahrung und Verantwortung eingebracht haben, sollten aus meiner Sicht nicht als selbstverständlich verfügbare Arbeitskraft betrachtet werden. Hier hätte ich mehr Wertschätzung, eine gerechtere Verteilung der Aufgaben und einen proaktiveren Umgang mit Leistung und Vergütung erwartet.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der nächsthöheren Führungsebene habe ich als ausgesprochen kühl, distanziert und wenig unterstützend erlebt. Trotz mehrfacher, aktiver Hilfegesuche wurden konkrete Probleme aus meiner Sicht weder ernsthaft aufgegriffen noch konstruktiv gelöst.
Anstatt klare Erwartungen zu formulieren, hilfreiches Feedback zu geben und eine faire Chance zur Verbesserung zu ermöglichen, entwickelten sich Gespräche zunehmend in eine unproduktive und wenig professionelle Richtung. Ich hatte nicht den Eindruck, dass eine Lösung wirklich gewünscht war, sondern vielmehr, dass die Gespräche eher der Vorbereitung einer Trennung als der tatsächlichen Verbesserung der Situation dienten.
Besonders kritisch ist für mich, dass ich nach meinem Kenntnisstand bereits die dritte Person im Jahr 2026 war, die das Unternehmen verlassen musste. Das wirft Fragen zur Führungskultur und zum Umgang mit Mitarbeitern auf. Von einer Führungskraft auf dieser Ebene hätte ich Verantwortungsbewusstsein, Vermittlungsbereitschaft und echtes Interesse an konstruktiven Lösungen erwartet. Diese Erwartungen wurden aus meiner Erfahrung nicht erfüllt.
Arbeitsbedingungen
Die technischen und räumlichen Arbeitsbedingungen waren grundsätzlich zeitgemäß. Die organisatorischen Rahmenbedingungen empfand ich hingegen als deutlich verbesserungswürdig. Das schnelle Wachstum des Unternehmens hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass Strukturen und Prozesse nicht ausreichend mitentwickelt wurden. Unklare Zuständigkeiten, unnötig komplexe Abstimmungen und die Beteiligung mehrerer Personen an einfachen Aufgaben erschwerten effizientes Arbeiten und verzögerten Entscheidungen. Hinzu kamen eine aus meiner Sicht unzureichende Einarbeitung und fehlende klare Standards. Insgesamt blieb das Arbeitsumfeld organisatorisch deutlich hinter dem zurück, was ich von einem professionell aufgestellten Unternehmen erwartet hätte.
Kommunikation
Eine Kommunikation auf Augenhöhe habe ich nicht durchgehend erlebt. Insbesondere im Umgang mit mir als neuem Mitarbeiter wurde seitens der Führungskraft aus meiner Sicht auf einer deutlich anderen, teilweise von oben herab wirkenden Ebene kommuniziert als mit bereits etablierten Beschäftigten. Diese unterschiedliche Behandlung fiel nach Gesprächen darüber auch anderen Mitarbeitern auf. Obwohl ich das Thema ausdrücklich angesprochen habe, wurde auf meine Wahrnehmung nicht näher eingegangen und eine erkennbare Auseinandersetzung oder Veränderung blieb aus.
Gleichberechtigung
Die Gleichbehandlung der Mitarbeiter habe ich als mangelhaft erlebt. Insbesondere als neuer Mitarbeiter hatte ich den Eindruck, dass an mich andere Maßstäbe angelegt wurden als an bereits etablierte Kollegen. Ein respektvoller und einheitlicher Umgang war aus meiner Sicht nicht gewährleistet. Besonders enttäuschend war, dass ich diese unterschiedliche Behandlung ausdrücklich angesprochen habe, meine Kritik jedoch nicht ernsthaft aufgegriffen wurde. Weder eine nachvollziehbare Auseinandersetzung mit meinen Erfahrungen noch eine erkennbare Veränderung folgte. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass ein fairer Umgang mit allen Mitarbeitern nicht konsequent sichergestellt wird.
Interessante Aufgaben
Das Unternehmen ist in kurzer Zeit stark gewachsen, ohne dass die internen Strukturen und Prozesse aus meiner Sicht ausreichend mitentwickelt wurden. Dadurch arbeiten teilweise mehrere Personen an einfachen Aufgaben, was Abstimmungen unnötig verlängert und den Fortschritt erschwert.
Auch die Aufgaben in der Rechtsabteilung empfand ich weniger abwechslungsreich und anspruchsvoll als erwartet. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht aus der Bearbeitung und Anpassung von Verträgen, wobei individuelle Vorstellungen einzelner Vorgesetzter häufig stärker im Vordergrund stehen als unternehmensweit einheitliche, nachvollziehbar dokumentierte Standards. Dadurch entstehen Abhängigkeiten von einzelnen Personen, während nachhaltige Prozesse und eine konsistente Arbeitsweise zu kurz kommen. Insgesamt blieb das fachliche Potenzial der Position aus meiner Sicht deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.