Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Studiokonzept und viele Kollegen. Mit einzelnen Mitarbeitern und Führungskräften war eine völlig normale und professionelle Zusammenarbeit möglich. Positiv ist außerdem, dass nach meiner Beschwerde ältere Abrechnungen rückwirkend geprüft wurden und mir zuvor nicht abgerechnete Arbeitsstunden nachgezahlt wurden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit meinem Fall steht für mich im deutlichen Widerspruch zu den öffentlich vertretenen Werten von FitX. Nach einem kurzen unbeabsichtigten Vorfall in einem frei zugänglichen Personalraum gab es keine Abmahnung und mir wurde kein konkreter arbeitsvertraglicher Pflichtverstoß benannt. Bereits am nächsten Tag war eine normale Zusammenarbeit mit der betreffenden Kollegin möglich.
Trotzdem erhielt ich später für einen Minijob mit nur 7,5 Wochenstunden eine dauerhafte Versetzung von Bremen nach Hamburg, obwohl weitere FitX-Studios in Bremen existieren. Im Zusammenhang mit der Entscheidung wurde ausdrücklich thematisiert, dass die andere Mitarbeiterin Vollzeitkraft und ich lediglich Minijobber bin.
Besonders kritisch sehe ich, dass ich zuvor Beschwerden an HR und das Hinweisgebersystem gerichtet hatte und anschließend erhebliche Nachteile bis hin zu dieser Versetzung entstanden. Ob dabei arbeitsrechtliche Vorschriften zum Benachteiligungsverbot, zur Gleichbehandlung von Teilzeitkräften oder zum Hinweisgeberschutz verletzt wurden, ist Gegenstand der weiteren Prüfung.
Auch die Arbeitszeiterfassung war aus meiner Sicht nicht akzeptabel. Es existierte ein außerhalb des offiziellen Systems geführtes Stundenkonto. Nach meiner Beschwerde wurden Monate später alte Abrechnungen neu erstellt und mir bislang nicht abgerechnete Stunden nachgezahlt.
Und das ursprüngliche Problem? Mehr als einen Monat später wurde im Personalraum plötzlich ein einfacher Sichtschutz angebracht. Eine naheliegende organisatorische Lösung, die man auch von Anfang an hätte umsetzen können.
Für mich sind vor allem Vorgesetztenverhalten, Gleichbehandlung, Kommunikation und der Umgang mit internen Beschwerden schwer mit „For all of us“ vereinbar.
Antwort auf den Arbeitgeberkommentar:
Die spätere Lösung innerhalb Bremens kam erst nach meinem wiederholten Widerspruch, zahlreichen E-Mails und mehrwöchigen Bemühungen zustande. Die zuständigen Ansprechpartner musste ich mir für die Klärung selbst erschließen. Der Vorgang hat mich über Wochen zusätzlich zu meinem Hauptberuf beschäftigt und erheblichen Zeitaufwand sowie Belastung verursacht.
Dass letztlich eine andere Lösung gefunden wurde, bestreite ich nicht. In der Arbeitgeberantwort fehlt mir jedoch eine angemessene Darstellung dessen, was ich dafür selbst aufbringen musste. Die gefundene Lösung als Zeichen der Bereitschaft darzustellen, Entscheidungen zu hinterfragen, greift für mich deshalb deutlich zu kurz. Dazu gehört auch, dass ich zuvor über längere Zeit gegen die ursprüngliche Entscheidung vorgehen musste.
Die Aussage, einzelne Punkte würden anders bewertet, bleibt für mich ebenfalls zu allgemein. Welche konkreten Punkte damit gemeint sind und wie diese Bewertung mit der dokumentierten Kommunikation zusammenpasst, wird in der Antwort nicht erläutert.
Zu den von mir geschilderten Vorgängen liegen mir Screenshots und schriftliche Nachweise vor. Dazu gehören meine ausdrücklich erklärte Bereitschaft zu einer sachlichen Klärung sowie die Herausnahme aus bereits geplanten Schichten und die dafür genannten Gründe. So wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass ein Zusammentreffen mit einer Kollegin vermieden werden sollte. Zusätzlich wurde die Stundenplanung als Begründung genannt. Die damaligen Aussagen lassen sich anhand der Nachrichten nachvollziehen.
Auch im internen Hinweisgeberverfahren habe ich über mehrere Wochen konkrete Vorgänge und Widersprüche angesprochen. Compliance verwies in seiner Rückmeldung auf die Erläuterungen der Personalabteilung und der zuständigen Führungskraft und teilte mit, dass an der Entscheidung festgehalten werde. Für mich blieb dabei offen, wie meine Einwände und die dazu vorhandenen Nachweise bewertet wurden.
Auf meine ergänzende Stellungnahme vom 02.09.2026 wurde der Eingang bestätigt. Eine inhaltliche Rückmeldung zu dieser Ergänzung liegt mir mit Stand vom 23.09.2026 nicht vor. Die öffentlich angebotene Möglichkeit, offene Punkte nochmals vertraulich zu besprechen, beantwortet meine bereits schriftlich vorgebrachten Einwände bislang nicht.
Dieser Umgang vermittelt mir den Eindruck, dass meine dokumentierten Einwände kaum Gewicht bekommen und vorrangig die bestehende Position des Konzerns abgesichert wird. Gerade von einer Compliance-Stelle erwarte ich eine kritische Prüfung auch der Aussagen und Entscheidungen von Führungskräften sowie eine nachvollziehbare Erläuterung des Ergebnisses. Eine solche Auseinandersetzung ist für mich in den bisherigen Rückmeldungen nicht erkennbar.
Unter diesen Umständen halte ich eine solche interne Meldestelle für obsolet. Wenn trotz dokumentierter Einwände vor allem der Eindruck zurückbleibt, dass die Konzernposition verteidigt wird, verfehlt ein Hinweisgebersystem aus meiner Sicht seinen Zweck. Mein Vertrauen in dieses Verfahren hat durch meine Erfahrungen deutlich gelitten.
Verbesserungsvorschläge
„For all of us“ sollte mehr sein als ein Werbespruch. Gleichbehandlung muss auch dann gelten, wenn ein Konflikt entsteht. Beschäftigte dürfen aus meiner Sicht nicht danach unterschiedlich behandelt werden, ob sie Mann oder Frau, Minijobber oder Vollzeitkraft sind. Beschwerden an HR und das Hinweisgebersystem müssen ernsthaft und neutral geprüft werden, bevor der meldende Mitarbeiter anschließend erhebliche Nachteile erfährt. Arbeitszeiten gehören transparent in ein offizielles System und nicht auf private Papierlisten. Führungskräfte sollten Konflikte lösen, statt sie durch Untätigkeit und unverhältnismäßige Personalmaßnahmen immer weiter zu eskalieren.
Arbeitsatmosphäre
Konflikte werden aus meiner Sicht nicht frühzeitig gelöst, sondern über Wochen verschleppt und dadurch immer größer. Am Ende herrschten Misstrauen, Lagerbildung und eine Atmosphäre, in der normale Zusammenarbeit unnötig belastet wurde.
Image
Nach außen modern, offen und „For all of us“. Meine Erfahrung mit Gleichbehandlung, Konfliktmanagement und dem Umgang mit internen Beschwerden passt dazu leider überhaupt nicht.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich für einen Nebenjob in Ordnung. Eine dauerhafte Versetzung von Bremen nach Hamburg für nur 7,5 Wochenstunden macht jede vernünftige Work-Life-Balance allerdings vollständig zunichte.
Karriere/Weiterbildung
Für meine Tätigkeit keine besondere Stärke, aber auch nicht mein Hauptkritikpunkt. Entwicklungsmöglichkeiten hängen aus meiner Sicht stark von Standort und Führung ab.
Gehalt/Benefits
Für die Tätigkeit durchschnittlich. Sonntagszuschläge sind positiv. Problematisch war für mich nicht die Höhe des Stundenlohns, sondern die zeitweise intransparente Erfassung und Abrechnung tatsächlich geleisteter Stunden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die soziale Außendarstellung ist stark. Entscheidend ist für mich aber, ob Werte wie Fairness und Gleichbehandlung auch intern konsequent gelebt werden. Genau daran habe ich nach meiner Erfahrung erhebliche Zweifel.
Kollegenzusammenhalt
Sehr unterschiedlich. Mit einem Teil des Teams war die Zusammenarbeit jederzeit professionell und problemlos. Gleichzeitig können persönliche Konflikte schnell das gesamte Team spalten, wenn die Führung nicht früh und neutral eingreift.
Umgang mit älteren Kollegen
Keine besonderen positiven oder negativen Erfahrungen speziell aufgrund des Alters. Deshalb neutral bewertet.
Vorgesetztenverhalten
Mein größter Kritikpunkt. Ein überschaubarer Konflikt wurde nicht zeitnah organisatorisch gelöst. Stattdessen erfolgte Wochen später eine dauerhafte Versetzung von Bremen nach Hamburg, obwohl es weitere Standorte in Bremen gibt und mir weder eine Abmahnung noch ein konkreter arbeitsvertraglicher Pflichtverstoß vorlag.
Arbeitsbedingungen
Arbeitszeiterfassung und Dienstplanung waren aus meiner Sicht nicht ausreichend transparent. Es wurde zusätzlich mit einem außerhalb des offiziellen Systems geführten Papier-Stundenkonto gearbeitet. Nach meiner Beschwerde wurden alte Abrechnungen rückwirkend korrigiert und mir unter anderem zuvor nicht abgerechnete Arbeitsstunden nachgezahlt.
Kommunikation
Bei ernsthaften Personalthemen aus meiner Erfahrung miserabel. Auf konkrete schriftliche Fragen und Beschwerden kamen lange keine nachvollziehbaren Antworten. Statt Transparenz gab es Weiterleitungen an andere Stellen, Schweigen und schließlich weitreichende Personalmaßnahmen ohne überzeugende Erklärung.
Gleichberechtigung
Für mich nicht glaubwürdig umgesetzt. Im Zusammenhang mit meiner Versetzung wurde mir gegenüber sinngemäß ausdrücklich zwischen einer Vollzeitkraft und mir als Minijobber unterschieden. Auch die unterschiedliche Behandlung der Beteiligten in einem Konflikt empfand ich als nicht gleichwertig. Das passt für mich nicht zu „For all of us“.
Interessante Aufgaben
Typische Serviceaufgaben im Fitnessstudio. In Ordnung, aber weder besonders anspruchsvoll noch mit großer Entwicklungsperspektive.