Kein guter Dienstleister
Gut am Arbeitgeber finde ich
Tarifvertrag
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Haltung als Dienstleister, kein echter Wille zur Anpassung der Prozesse. Handwerklich vor allem innerhalb der Verwaltungsstruktur wirklich nicht gut. Eine der schlechtesten Kommunikationsstrukturen, die ich je gesehen habe. Viel reden, nicht zuhören. Learnings sind die Aufgabe des Fußvolkes. Kein Belastungsmanagement, kein Change Management. Über ein Viertel Mitarbeitende in der Verwaltung ballern den operativen Bereich von allen Seiten mit gut gemeinten, oft am Anfang ganz okay konzeptionierten, aber am Ende nur halb fertigen Neuerungen zu, ohne dass geschaut oder gemonitort wird, ob das eigentlich noch zumutbar ist und wie es mit der Usability aussieht. Der Arbeitgeber ist in meinen Augen unter richtiger Führung mit der Hälfte der Verwaltung doppelt so gut aufstellbar. Fördern und Wohnen ist Chaos, Hybris, laissez fair und to big to fail (sowieso, weil Teil der öffentlichen Hand) in einem. Ein Tanker, bei dem viele gut angezogen und selbstüberzeugt im Steuerstand stehen und reden, aber das Lenkrad nicht anfassen, weil es Keime haben könnte. Wird schon ankommen, die Trägheit macht das schon. Klappt leider- allerdings auf Kosten der Menschen, deren Dienstleister F&W sein sollte und auf Kosten der Mitarbeitenden, die verzweifelt versuchen, das Beste für diese Menschen im Alltag umzusetzen.
Verbesserungsvorschläge
Leitbild erarbeiten, Haltung hinterfragen und zwar nicht nur von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Zuhören, zuhören, zuhören! Handwerklich solide einfach mal zuende arbeiten und mal nicht Dinge beginnen und halbherzig auslaufen lassen. Solange allerdings an gewissen Stellen die aktuellen Personen sitzen, braucht man schlicht einfach nichts vorschlagen. Es wird sich mittelfristig- ich rede von mindestens 5-10 Jahren- definitiv nichts ändern. Das Potenzial sehe ich vorn und hinten nicht. Solange man sich permanent hinter „Krisen“ versteckt und alles damit entschuldigt, anstatt ehrlich selbstkritisch zu sein, wird das nix. Vor allem: Krisen sind das Arbeitsfeld von F&W! Wenn die Feuerwehr jedesmal schlechtes Arbeiten damit entschuldigen würde, dass es leider zu oft gebrannt hätte, wäre doch auch komisch, oder?
Arbeitsatmosphäre
Wichtig ist, es hängt vom Bereich und vom Standort ab. Geht man davon aus, dass eine Kette immer so stark ist wie ihr schwächstes Glied, sieht man hier aber schnell, dass gute Arbeitsatmosphäre kein Ergebnis guten Managements, sondern purer Zufall ist.
Image
Nicht gut. In meinen Augen aber noch nicht schlecht genug. In einigen Bereichen würde ich KlientInnen klar abraten, sich für den Träger zu entscheiden, wenn sie denn eine Wahl haben/hätten.
Work-Life-Balance
Wenn man in der Administration arbeitet (mehr als jeder vierte Mitarbeiter arbeitet in der Verwaltung- also eher sozialistische Zustände), kann man es sich, glaube ich, oft ganz nett einrichten. Im operativen Geschäft am Menschen sieht das schon anders aus…
Karriere/Weiterbildung
Das Weiterbildungssystem ist beliebig, inhaltlich unter mittelmäßig und vor allem kaum an den Bedarfen im Operativen ausgerichtet. Man kann mit Eigenmotivation aber individuelles manchmal aushandeln.
Gehalt/Benefits
Öffentlicher Dienst, nicht der schlechteste Tarifvertrag. Das ist wirklich okay für diese Branche.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Viel Energie wird in Konzepte gesteckt, es wird nahezu nichts zu Ende gebracht. Es mangelt an der Umsetzung. Ruckzuck wird die nächste Kuh mit viel TamTam durchs Dorf getrieben und was bleibt ist viel beschriebenes Papier und heiße Luft. Viel Umsetzung wird ehrlicherweise nicht betrieben, weil es zu teuer ist. Wenn ich berechne, wieviel Geld aber durch aufwändige Konzeptionierung, Workshops, usw. vorher verbrannt worden ist, muss ich innerlich lachen. F&W ist oft auf den ersten Blick schick, aber schon auf den Zweiten eine Mogelpackung.
Kollegenzusammenhalt
Oft gut, weil es viel kompensiert. Aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt, an dem man sich selbst der Nächste sein muss.
Umgang mit älteren Kollegen
Kommt auf den Blickwinkel und den Einzelfall an. Lowperformer auf Kosten des Restteams machen zu lassen, ist nur für eine Seite gut. Grundsätzlich gibt es aber keine Altersdiskriminierung. Individuelle Bemühungen, alters- oder auch behindertengerechte Arbeitsumfelder zu schaffen, werden allerdings aktiv blockiert- zumindest, wenn sie mit Investitionen verbunden sind.
Vorgesetztenverhalten
Auch sehr individuell, aber tendenziell überhaupt nicht zeitgemäß. Rein fachlich oft eine echte Katastrophe, was nicht wirklich schlimm wäre, denn der Bundestrainer ist ja auch nicht der beste Fußballer, wenn denn die Haltung stimmen würde! Es wird ja gern, so sicher auch als Replik auf diese Bewertung, auf das Führungskräfteprogramm hingewiesen. Dies ist ein vortreffliches Beispiel für den Aktionismus bei F&W. Es sieht auf dem Papier ganz gut aus, es wird viel Planungszeit und eine Menge Leitungsstunden dafür aus dem System gezogen. Die Realität ist allerdings, dass die Inhalte abgehoben und nicht an den Bedarfen vor Ort ausgerichtet sind. Vor allem aber werden Leitungskräfte nicht individuell on the Job begleitet. Insofern kann gar keine nachhaltige Entwicklung stattfinden. Das Unternehmen hat eine Steuerungsaufgabe für Leitungskräfte, die es mit dem Führungskräfteprogramm nur abstrakt erfüllt. All das ist heiße Luft, aber kein gutes Handwerk. Die Leitungskräfte sind a) am Ende auf sich allein gestellt und haben, was häufig noch viel schlimmer ist, b) größtenteils einen nicht monitorten Impact auf ihre Organisationseinheit.
Arbeitsbedingungen
Hoffnungslos veraltete, ellenlange und unnötig komplizierte bis intransparente Abläufe, die eher verschlimmbessert als wirklich nachhaltig angepasst werden. Fortbildungsmanagement: Katastrophe. Bestellwesen: Katastrophe. Kassenrichtlinien/Forderungsmanagement: Katastrophe, Abläufe im Personalmanagement: Katastrophe. So könnte ich ellenlang weitermachen. Es gibt z.B. immer noch einen Menschen, der regelmäßig Pendelmappen von A nach B fährt! Das sagt genug aus. Zumindest beim Thema IT bewegt sich etwas. Das war die letzten Jahre das absolute Trauerspiel. Alles was jetzt aber innovativ angepriesen wird, ist nüchtern betrachtet am Ende ein Verkürzen des Abstandes von einem Niveau von der Jahrtausendwende auf eines von 2010. Aber es gehört noch mehr dazu. Aber auch das ist nicht besser. Topp: Das installierte Notfallmanagement. Sinnvolle Idee, gut umgesetzt!
Ach so, eins noch: Der Personalrat ist leider ein Spiegelbild des Arbeitgebers. Der schwächste Personalrat, den ich je erlebt habe. Leider…
Kommunikation
Teilweise Überkommunikation (man wird mit Emails zugemüllt), teilweise gar keine Kommunikation. Hängt mehr von den involvierten Parts ab, als von einer konzertierten Kommunikationsstrategie. Kann sein, man weiß staubkorngenau alles über Klimaideen (die am Ende nur Greenwashing sind), aber bekommt keine Infos dazu, dass der eigene Standort gefährdet ist.
Gleichberechtigung
Da habe ich nichts negatives festgestellt.
Interessante Aufgaben
Das auf jeden Fall. Das Potenzial ist wirklich riesig! Es könnte so schön sein…
