Kann man machen, muss man aber nicht
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt selbst finde ich wirklich klasse. Dahinter konnte ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen stehen und habe das Produkt sowie die Idee dahinter jederzeit gerne vertreten. Das war für mich definitiv einer der größten Pluspunkte und etwas, mit dem ich mich sehr gut identifizieren konnte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Was ich am Arbeitgeber besonders schade fand, war die teilweise große Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Realität. Vieles wird sehr modern, wertorientiert und gemeinschaftlich dargestellt – im Arbeitsalltag habe ich davon jedoch nicht immer dasselbe erlebt. Dadurch entstand bei mir zunehmend der Eindruck, dass Außendarstellung und tatsächliche Unternehmenskultur nicht immer miteinander übereinstimmen.
Verbesserungsvorschläge
Die Werte, die in All-Hands, internen Präsentationen und auf dem Papier vermittelt werden, sollten aus meiner Sicht konsequenter im täglichen Arbeitsalltag gelebt werden. Weniger Wert auf nach außen bzw. innerhalb des Unternehmens aufgesetzte Freundlichkeit und mehr auf einen authentischen, direkten und professionellen Umgang miteinander würde ich begrüßen. Gleichzeitig sollte bei allen kulturellen und sozialen Themen nicht aus den Augen verloren werden, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das wirtschaftlich erfolgreich sein und entsprechend auch unternehmerische Entscheidungen treffen muss. Aus meiner Sicht wäre hier an manchen Stellen mehr Realitätssinn und weniger Fokus auf reine Außendarstellung wünschenswert.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als wechselhaft empfunden. Für mich war teilweise schwer einzuschätzen, woran man gerade ist, da sich die Stimmung und Wahrnehmung der Zusammenarbeit aus meiner Sicht relativ schnell verändern konnten. An manchen Tagen habe ich die Atmosphäre als angenehm erlebt, an anderen wiederum als deutlich angespannter. Zudem hatte ich persönlich nicht immer das Gefühl, dass ausreichend aufeinander und auf die jeweilige Situation des Gegenübers eingegangen wurde.
Image
Zum Image des Unternehmens habe ich persönlich keine ausgeprägte Meinung. Ich habe das Unternehmen während meiner Tätigkeit weder ausschließlich positiv noch ausschließlich negativ wahrgenommen und kann diesen Punkt daher nur eingeschränkt beurteilen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht grundsätzlich sehr gut gegeben. Durch die Vertrauensarbeitszeit und die vorhandene Flexibilität konnte man seine Arbeitszeit im Rahmen der anstehenden Aufgaben, Fristen und Termine weitgehend selbst gestalten. Für mich gehört zu dieser Flexibilität allerdings auch ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wenn in schwierigen Phasen oder bei kurzfristigen Problemen einmal mehr Einsatz erforderlich war und die Arbeitstage dadurch länger wurden, empfand ich das grundsätzlich als völlig in Ordnung. Im Gegenzug sollte meiner Meinung nach auch die Bereitschaft vorhanden sein, dem Arbeitgeber in solchen Situationen mit entsprechender Flexibilität entgegenzukommen. Insgesamt habe ich die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben daher positiv erlebt.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Weiterbildung wurde grundsätzlich Udemy Business angeboten, was ich positiv hervorheben möchte. Darüber hinaus hatte ich persönlich jedoch die Erfahrung, dass eine konkret angefragte Weiterbildung mit der Begründung abgelehnt wurde, dass man „sowas nicht macht“. Dadurch hatte ich insgesamt den Eindruck, dass Weiterentwicklung zwar grundsätzlich möglich ist, externe bzw. gezielte Weiterbildungsmaßnahmen jedoch eher eingeschränkt unterstützt werden.
Beim Thema Karriereentwicklung habe ich wahrgenommen, dass viele Führungs- bzw. Lead-Positionen mit vergleichsweise jungen Mitarbeitenden besetzt waren. Das Alter an sich sehe ich dabei ausdrücklich nicht als Negativpunkt. Aus meiner Sicht sind für eine Führungsposition vielmehr Erfahrung, fachliche Kompetenz und Führungserfahrung entscheidend. Gerade unter diesem Gesichtspunkt hätte ich mir teilweise eine stärker strukturierte und nachvollziehbare Entwicklung von Führungskräften gewünscht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt habe ich grundsätzlich als angemessen empfunden, wobei es aus meiner Sicht durchaus Unternehmen gibt, die für vergleichbare oder teilweise weniger umfangreiche Aufgaben eine höhere Vergütung bieten. Dies wurde für mich insbesondere bei der eigenen Suche nach neuen beruflichen Möglichkeiten deutlich, da man dadurch einen besseren Vergleich mit dem aktuellen Markt und anderen Arbeitgebern erhält. Die angebotenen Benefits empfinde ich hingegen als gut und sinnvoll. Dazu gehören unter anderem Wellpass, ein Essenszuschuss, kostenlose Snacks und Getränke sowie JobRad. Insgesamt würde ich das Gesamtpaket aus Gehalt und Benefits daher als solide und gut, aber nicht überdurchschnittlich bewerten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein habe ich grundsätzlich als gut wahrgenommen. Das Unternehmen setzt sich in diesem Bereich sichtbar für entsprechende Themen ein, was sich aus meiner Sicht auch im Produkt und dessen Konzept widerspiegelt. Insgesamt hatte ich daher den Eindruck, dass Umwelt- und soziale Aspekte einen durchaus relevanten Stellenwert im Unternehmen haben.
Kollegenzusammenhalt
Den Kollegenzusammenhalt habe ich persönlich als sehr einseitig empfunden. Ich habe mich stets bemüht, für meine Kolleginnen und Kollegen ansprechbar zu sein, Unterstützung anzubieten und mich auch aktiv um deren Anliegen und Probleme zu kümmern. Mir war wichtig, dass jeder wusste, dass man sich jederzeit bei mir melden kann, wenn Unterstützung benötigt wird. Umgekehrt habe ich diese Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung für mich leider nicht in vergleichbarem Maße erlebt. Ich habe dieses Empfinden auch offen angesprochen, konnte jedoch keine nachhaltige Veränderung feststellen. Dadurch hatte ich insgesamt den Eindruck, dass gegenseitige Unterstützung im Team nicht immer in dem Maße gelebt wurde, wie ich es mir für einen guten Kollegenzusammenhalt gewünscht hätte.
Umgang mit älteren Kollegen
Da das Unternehmen insgesamt sehr jung aufgestellt ist, gab es in meinem Arbeitsumfeld nur wenige Berührungspunkte mit älteren Kolleginnen und Kollegen. Eine aussagekräftige Bewertung dieses Punktes fällt mir daher schwer.
Vorgesetztenverhalten
Besonders kritisch habe ich den Umgang mit vertraulichen Informationen erlebt. Im Rahmen von Gesprächen wurden aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus wiederholt persönliche und interne Informationen über Mitarbeitende und deren Arbeitsverhältnisse thematisiert, beispielsweise zu Kündigungen, vertraglichen Angelegenheiten oder anderen personellen Themen. Teilweise wurden solche Inhalte auch über private WhatsApp Kommunikation weitergegeben, verbunden mit der Bitte, diese Informationen natürlich vertraulich zu behandeln. Für mich war dabei besonders irritierend, dass einzelne dieser Informationen anschließend auch von anderen Kolleginnen und Kollegen angesprochen wurden, obwohl ich zuvor bereits durch eine Führungskraft davon erfahren hatte.
Von Vorgesetzten erwarte ich insbesondere Diskretion, Professionalität und einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen und personellen Angelegenheiten. Ebenso empfand ich es als problematisch, wenn über andere Mitarbeitende oder Vorgesetzte negativ gesprochen wurde. Insgesamt hat dies bei mir den Eindruck hinterl
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als gut empfunden. Insbesondere die Möglichkeit, flexibel und auch mal im Homeoffice zu arbeiten, sowie die vorhandene Vertrauensarbeitszeit haben für mich zu guten Rahmenbedingungen beigetragen. Die technische Ausstattung und die notwendigen Arbeitsmittel waren grundsätzlich vorhanden. Insgesamt hatte ich daher gute Voraussetzungen, um meine Aufgaben selbstständig und flexibel zu erledigen.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich persönlich als einen der schwierigeren Punkte empfunden. Informationen wurden aus meiner Sicht teilweise sehr kurzfristig oder erst dann kommuniziert, wenn Entscheidungen bereits getroffen waren, sodass man sich gelegentlich vor vollendete Tatsachen gestellt fühlte. Gleichzeitig hatte ich mehrfach den Eindruck, dass relevante Informationen nicht oder nicht rechtzeitig an alle betroffenen Personen weitergegeben wurden. Auch bei Terminen und Besprechungen hatte ich persönlich Situationen, in denen ich nicht einbezogen wurde und mir die entsprechenden Informationen im Nachhinein fehlten. Dadurch entstand bei mir insgesamt das Gefühl, nicht immer ausreichend eingebunden und informiert zu sein.
Gleichberechtigung
Teilweise hatte ich den Eindruck, dass persönliche Nähe zur Führungskraft einen Einfluss darauf hatte, wie Mitarbeitende wahrgenommen und behandelt wurden. Das empfand ich im Hinblick auf eine faire und gleichberechtigte Zusammenarbeit als problematisch.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich habe ich als sehr interessant und abwechslungsreich empfunden. Die Tätigkeit hat mir grundsätzlich viel Spaß gemacht und bot gleichzeitig die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und selbstständig Lösungen zu entwickeln. Besonders die vorhandene Eigeninitiative und der Gestaltungsspielraum haben mir an der Position gut gefallen. Insgesamt waren die Aufgaben für mich definitiv einer der positiven Aspekte der Tätigkeit.
