Herausforderndes Umfeld, insbesondere im Backoffice
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man sollte zwischen Backoffice Mitarbeitern und Beratern unterscheiden. Meiner Meinung nach kann ein Berater, der gerne verschiedene Projekte übernimmt, bei der Fourenergy ein gutes Arbeitsumfeld finden - vorausgesetzt, er ist für den aktuellen Markt und die Kunden interessant. Bei angemessenem Gehalt erfolgt in der Regel eine schnelle Projektzuordnung. Die regelmäßig stattfindenden After-Work-Events bieten gute Möglichkeiten zum Netzwerken und machen zudem Spaß.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit Mitarbeitern könnte aus meiner Sicht verbessert werden. Nach meinem Empfinden entsprachen viele Aufgaben nicht dem eigentlichen Aufgabengebiet der jeweiligen Positionen, sodass Mitarbeitende teilweise andere Tätigkeiten übernommen haben als ursprünglich vorgesehen. Anforderungen und Schwerpunkte der Geschäftsführung ändern sich häufig und kurzfristig, sodass viel Zeit für Abstimmungen, Informationsbeschaffung und Entscheidungsfreigaben aufgewendet werden muss. Eigenständige Entscheidungen, selbst innerhalb kleiner Budgetrahmen, sind meiner Erfahrung nach stark eingeschränkt.
Verbesserungsvorschläge
Nach meinem Empfinden gibt es einige Bereiche, in denen das Unternehmen seine Strukturen und Abläufe verbessern könnte:
Fluktuation reduzieren: Ich habe mehrfach erlebt, dass Mitarbeitende nur sehr kurz im Unternehmen waren und nach wenigen Wochen wieder gegangen sind. Dies kann Unsicherheit bei den verbleibenden Mitarbeitenden erzeugen. Ursachen für hohe Fluktuation analysieren und Onboarding, Mentoring sowie beidseitig konsequenzlose Feedbackprozesse stärken.
Transparenz bei Gehalts- und Aufgabenstrukturen: Klare Stellenausschreibungen, Aufgabenprofile und transparente Kommunikation zu Verantwortlichkeiten schaffen.
Weiterbildungsmöglichkeiten erweitern: Individuelle Weiterbildungsbudgets und vielfältige Schulungsangebote bereitstellen, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten sind.
Eigenständige Entscheidungsbefugnisse stärken: Delegationsregeln definieren, Verantwortlichkeiten klar abgrenzen und Freigabeprozesse optimieren.
Aufgabenplanung und Arbeitslast: Aufgaben klar verteilen, kurzfristige Änderungen besser koordinieren und Arbeitslast regelmäßig prüfen.
Unternehmenskultur: Micro-Management reduzieren, interne Kommunikation verbessern und Veranstaltungen so gestalten, dass alle Mitarbeitenden davon profitieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre unterscheidet sich deutlich zwischen Backoffice und Beratern. Während Berater von interessanten Projekten und Netzwerkveranstaltungen profitieren, ist im Backoffice der hohe Druck durch kurzfristige Anforderungen und Vorgaben der Geschäftsführung spürbar. Dies führt teilweise dazu, dass Gespräche mit der Geschäftsführung oder bestimmten Leads als unangenehm empfunden werden und vermieden werden. Eine offenere und wertschätzendere Kommunikationskultur würde hier aus meiner Sicht sehr helfen.
Image
Die Fluktuation, insbesondere im Backoffice-Bereich, war aus meiner Sicht hoch. Dadurch hat die Firma für mich nicht das coole Image gehabt, das ich zunächst erwartet hatte. Mir wurde vor Arbeitsantritt gesagt, dass die Arbeitsatmosphäre sehr wettbewerbsintensiv sei – diese Hinweise hätte ich im Nachhinein ernster nehmen sollen.
Work-Life-Balance
Überstunden gehörten für mich und viele Kollegen zum Alltag, da das Arbeitspensum für kaum jemanden vollständig stemmbar war. Gleichzeitig wurde jedoch anerkannt, dass man bei familiären Verpflichtungen pünktlich oder sogar früher gehen konnte, was ich sehr positiv empfand.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen zeigt grundsätzlich ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und versucht, umweltbewusst zu handeln. Gleichzeitig wird aber auch für größere Offsite-Events – etwa mit Reisen ins Ausland – viel Geld aufgewendet und die Umwelt belastet.
In meinem Umfeld wurde teilweise kritisch gesehen, dass solche Maßnahmen Priorität gegenüber einer möglichen Anpassung der Gehälter hatten.
Karriere/Weiterbildung
Mir stand kein eigenes Weiterbildungsbudget zur Verfügung. Häufig sind Weiterbildungsmaßnahmen Udemy-Kurse, was ich persönlich als eingeschränkt und wenig hilfreich empfand.
Kollegenzusammenhalt
Hier gibt es wirklich kaum etwas zu meckern. Ich habe - mit wenigen Ausnahmen - sehr positive Erfahrungen mit den Kolleginnen und Kollegen gemacht. Besonders im Backoffice hält man stark zusammen, insbesondere wenn zusätzliche Anforderungen oder herausfordernde Rückmeldungen von der Geschäftsführung kommen. Die Teams sind sich der bestehenden Hürden bewusst und unterstützen sich gegenseitig, um Probleme abzufedern. Ich habe oft erlebt, dass man mich proaktiv vor möglichen Stolperfallen bewahren wollte – zum Beispiel bei Formatvorgaben in Excel oder bei der gewünschten Kommunikationsform in Bulletpoints.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte über meine gesamte Zeit hinweg das Gefühl, dass mir meine direkte Führungskraft wenig Vertrauen entgegenbrachte. Ich musste über Monate hinweg täglich im Detail darlegen, welche Aufgaben ich plane, bekam aber gleichzeitig den Vorwurf, zu wenig Transparenz zu schaffen. Dieses Misstrauen und die ständige Kontrolle führten dazu, dass ich mich nie wirklich sicher fühlte und zunehmend Angst hatte, in der Probezeit gekündigt zu werden. Ich habe viel Feedback erhalten, dass man die Zusammenarbeit mit mir schätzt und gerne mit mir arbeitet. Dieses positive Echo spiegelte sich nach meinem Empfinden jedoch leider nicht in der Wahrnehmung meiner Führungskraft wider. Das fehlende Vertrauen in die Zusammenarbeit mit meiner direkten Führungskraft war für mich letztlich der entscheidende Grund, das Unternehmen zu verlassen.
Hinzu kam, dass ich auch die Zusammenarbeit mit Teilen der Geschäftsführung als sehr kontrollierend und druckbehaftet erlebt habe. In Meetings wurden Diskussionen teils abrupt beendet und kritische Rückfragen waren nicht immer willkommen. Diese Atmosphäre hat es mir zusätzlich erschwert, offen und angstfrei zusammenzuarbeiten.
Arbeitsbedingungen
Das Büro in Schönefeld habe ich nur selten genutzt, dort war das Internet häufig langsam und erschwerte das Arbeiten. Der mir zur Verfügung gestellte Laptop war älter und langsam, ich erhielt dann einen etwas neueren. Gut fand ich, dass ich ein Headset zur Nutzung gestellt bekam. Besonders positiv hervorheben möchte ich die vielen kleinen Snacks, Getränke und das Müsli, das im Büro bereit stand.
Kommunikation
Positiv ist, dass die Geschäftsführung regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert.
Kritische Themen werden im Unternehmen allerdings oft eher informell besprochen, bevor sie offiziell adressiert werden. Manche Aspekte – zum Beispiel die hohe Fluktuation in einzelnen Bereichen – werden aus meiner Sicht zu wenig offen thematisiert und erhalten für mein Gefühl zu wenig Beachtung. Gerade im Backoffice ist der Wechsel von Mitarbeitenden spürbar, was für die Teams manchmal herausfordernd sein kann.
Gehalt/Benefits
Ich war mit meinem Gehalt zufrieden.
Interessante Aufgaben
Zu Beginn wurde kommuniziert, dass jede Person entsprechend ihrer Stärken eingesetzt wird. In meinem Fall hätte es Aufgaben gegeben, die in meinen Augen mehr zu meinen Fähigkeiten und meiner Ausbildung gepasst hätten.
Ich habe alle Aufgaben - auch weniger angenehme - bereitwillig übernommen. Leider hatte ich dabei oft das Gefühl, dass meine Arbeitsleistung und mein Einsatz nur wenig wahrgenommen oder wertgeschätzt wurden.

