Der schlechteste Arbeitgeber Berlins?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Menschen, die ich dort kennengelernt habe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es gibt für mich keinen guten Aspekt an FRASER. Die Agentur war mit Abstand der schlimmste Arbeitgeber, den ich erlebt habe.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungsebene müsste komplett ausgetauscht werden. Es müssen Schulungen in der Führung und Kommunikation sowie dem Sozialverhalten gemacht werden. Weniger AI, dafür mehr Vertrauen in die Menschen.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist geprägt von Angst, die durch die Führungsebene bewusst durch Ansagen, Anschreien und Beleidigungen forciert wird. Auf die Grenzen der Mitarbeitenden wird nicht geachtet. Selbst wenn diese klar kommuniziert werden. Unter vielen Mitarbeitenden herrscht ein offener Konkurrenzkampf. Es wird gegeneinander statt miteinander gearbeitet und bei Ergebnissen, die den Klienten nicht gefallen, wird offen der Fehler bei anderen gesucht. Dieses Verhalten wird von der Führungsebene nicht nur toleriert, sondern auch selbst geprägt. Trotzdem gibt immer wieder tolle Teammitglieder, die zusammenhalten und gemeinsam versuchen, Spaß bei den Projekten zu haben. Diese bleiben aber leider nicht lang. Die Fluktuation ist daher enorm. In knapp 2 Jahren sind über 30 Personen gekommen und gegangen. Das Team umfasst im Kern jedoch nicht mehr als 30 Personen.
Kommunikation
Die Kommunikation der Führungsebene ist katastrophal und schädlich für das Unternehmen. Wichtige Angelegenheiten werden gar nicht kommuniziert oder nur am Rande erwähnt. Negatives geht immer auch mit Anschuldigungen oder Bestrafungen einher, wie dem Entzug von Homeoffice. Es kommt auch nicht selten vor, dass Personen aus der Führungsebene schreien oder einzelne Teammitglieder vor dem gesamten Team zurechtweisen. Abseits der Führungsebene gab es zu meiner Zeit aber durchaus auch Personen, die versucht haben, so offen und klar wie möglich zu kommunizieren. Sie konnten diesen gesunden Kommunikationsstil jedoch nicht aus eigener Kraft gegen die Führungsebene durchsetzen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt Kollegen, die auf Konkurrenzkampf setzen und gern schlecht über andere Personen sprechen. Ich hab jedoch in meiner Zeit bei FRASER auch ganz viele tolle Menschen kennengelernt (der einzige schöne Nebeneffekt der hohen Fluktuation). Daraus haben sich Freundschaften und ganz tolle Begegnungen entwickelt. Ein Großteil dieser Menschen arbeitet selbst nicht mehr dort, hält aber trotzdem Kontakt. Von der Führungsebene wird das in der Regel nicht gern gesehen.
Work-Life-Balance
Der Begriff der Work-Life-Balance wird von einigen Menschen der Führungsebene offen und klar abgelehnt. Ich selbst konnte trotzdem immer einen guten Ausgleich schaffen und musste kaum Überstunden machen. Das lag aber einerseits an meiner herausragenden Führungskraft, die sehr darauf achtete, dass es ihrem Team gut ging und andererseits daran, dass ich eher ein kleines Licht im Unternehmen war und nicht auf den "coolen" Projekten gearbeitet habe. Trotzdem weiß ich auch, dass hinter meinem Rücken schlecht darüber geredet wurde, dass ich verhältnismäßig pünktlich gehe – ganz unabhängig davon, dass meine Arbeitsleistung immer sehr gut war. Ich habe aber viele andere Kollegen gesehen, die ab Tag 1 täglich Überstunden gemacht und an den Wochenenden durchgearbeitet haben. Eine Kompensation gab es dafür nicht und ein Danke auch nur, wenn das Projekt danach auch erfolgreich war. Viele Teammitglieder sind besonders wegen der hohen Arbeitslast gegangen.
Vorgesetztenverhalten
Ich spreche hier ausschließlich von der Führungsebene, da es darunter kaum Vorgesetzte gibt oder diese das Unternehmen schnell wieder verlassen. Ich habe noch nie ein so destruktives und schlechtes Vorgesetztenverhalten erlebt. Was die Führungsebene sagt, gilt. Egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Diesem stummen Gesetz haben sich alle unterworfen und jeder weiß, dass Widerworte in einem persönlichen Nachteil münden, der bis zur Kündigung führen kann. Dabei werden oft schlechte Ideen durchgesetzt, ganze Präsentationen in der Nacht vor dem Pitch über den Haufen geworfen oder ein Verhalten gegenüber den Klienten etabliert, das diese offensichtlich abschreckt. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern wurde auch so kommuniziert. Auch gegenüber dem eigenen Team herrscht kein Respekt. Persönliche Anrufe werden im Büro getätigt, es wird offen schlecht über Menschen geredet, die nicht da sind und "Konsequenzen" werden durchgebracht, die immer nur bestrafen, aber nie den Kern des eigentlichen Problems anfassen.
Interessante Aufgaben
Ich selbst habe an einem wirklich interessanten Projekt über eine lange Zeit gearbeitet, in das die Führungsebene nicht oder nur sporadisch involviert war. Dabei konnte das Team immer wieder neue Ansätze erproben und einen engen Zusammenhalt mit den Klienten aufbauen. Auch andere Projekte waren durchaus interessant. Es kam jedoch immer darauf an, welche Personen zusammenarbeiteten. Vieles scheiterte an fehlenden Prozessen oder einer mangelhaften Kommunikation.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war nicht vorhanden. FRASER ist ein Männerspielplatz, der am liebsten so CIS wie möglich bleibt. Menschen, die diesem eng gesteckten Rahmen nicht entsprachen, wurden entweder nicht eingestellt oder kamen nicht in die wichtigen Projekte rein. Mitspielen konnte nur, wer sich den Regeln unterwarf und fleißig mitlachte. Ich als Frau habe mich ständig unwohl und herabgewertet gefühlt. Manchmal geschah das ganz offen durch Kommentare oder das Verhalten.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gab nur einen älteren Kollegen, der jedoch einem festen Projekt zugeordnet war und deshalb kaum sichtbar war. Andere ältere Kollegen sucht man vergebens.
Arbeitsbedingungen
Es wurde sich immer große Mühe gegeben, ein großes und schönes Büro mit allen Annehmlichkeiten zu haben. Es gab stets genügend Trinken und Snacks und auch auf Sauberkeit wurde wirklich geachtet. Jedoch standen für das Homeoffice keine Materialien (außer natürlich der Laptop) und im Office stets zu wenige Materialien zur Verfügung. Tastatur, Maus, Kabel oder gar Monitore waren Mangelware und immer von möglichst geringer Qualität. Die Bedingungen für Homeoffice wurden ständig geändert und es kam einem so vor, als ginge die Führungsebene davon aus, dass Homeoffice mit Urlaub gleichzusetzen ist. Dabei war die Führungsebene selbst nie oder selten im Office.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beides ist schlicht nicht vorhanden. Begriffe wie soziale Verantwortung, Umweltbewusstsein oder Diversität sind nicht Teil der Sprache bei FRASER. Das zeigt sich im Umgang miteinander, der Auswahl der Klienten oder dem Reiseverhalten.
Gehalt/Benefits
Es gibt keine Benefits. Laut der Führungsebene gelten als Benefits zwar das Arbeiten innerhalb Europas für einige Tage und die Plattform „Corporate Benefits“. In der Arbeitswelt und in meiner Erfahrung ist das jedoch das bare Minimum. Die Gehaltsstruktur spiegelt die persönlichen Präferenzen der Führungsebene wider. Gehaltsverhandlungen sind kaum oder gar nicht möglich. Dein Einstiegsgehalt wird grob dein Gehalt für die kommenden Jahre sein.
Image
FRASER ist zu klein in der Agenturwelt für ein wirklich tiefgreifendes Image in der Branche. Was ich jedoch persönlich gehört habe, ist eher negativ. Klienten wollen aufgrund des Verhaltens der Führungsebene nicht mit FRASER zusammenarbeiten. Talente machen aufgrund der schlechten Erfahrungen anderer einen Bogen um die Agentur. Aber das ist meine ganz eigene Erfahrung.
Karriere/Weiterbildung
Ich habe nicht erlebt, dass jemand in der Zeit, in der ich dort war, eine Weiterbildung gemacht hat. Dafür wäre aufgrund der hohen Arbeitslast auch schlichtweg keine Zeit gewesen. Karrierechancen scheint es laut meinen Beobachtungen auch kaum zu geben. Was auffällig und sehr schade ist: Es werden lieber neue Personen eingestellt, statt Teammitglieder zu fördern und weiterzuentwickeln.