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Fraunhofer-Gesellschaft
Bewertung

Grauzonen Meister

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Forschung / Entwicklung bei Fraunhofer-Gesellschaft in Kaiserslautern gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Zahlt pünktlich.

Das Gebäude hat angenehmes Raumklima.

Standort. Näher zur Stadt und daher leichter erreichbar.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Vereint die schlechteren Seiten von akademischen (Gehalt) und Industrie (wenig Freiheit, solange man nicht eine Führung inne hat und Klärung von IP).

Die Unternehmenskultur ist stark prozessorientiert geprägt, wobei die Einhaltung interner Systeme oft eine höhere Priorität genießt als die tatsächliche Zielerreichung.

In der Kommunikation zeigt sich eine Diskrepanz zwischen der Außendarstellung und der operativen Realität: Die Webseite ist nicht wirklich auf den aktuellen Stand (sie ist aber so wie sie man es haben möchte). Beim Bewerbungsgespräch oder Stellenausscheibung bekommt man einen falschen Eindruck auf die wirklichen Aufgaben. Viele Wissen es, keiner tut etwas.

Viele Regeln, jedoch keine Transparenz. Man muss einfach den Vorgesetzten Glauben schenken, der jedoch seine Agenda offen liegt. Dadurch gibt es keinen Karriereweg. Bei anderen Fraunhofer kann man vom Tag 1 seine eigene Forschungsanträge schreiben.

Silent firing: Wenn man dich nicht mag (fachlich oder persönlich), wird man wie bei der Supernanny auf den "stillen Stuhl" gesetzt. Letztendlich, der Vertrag wird nicht verlängert oder bei Doktoranden wird kein Vollzeit angeboten.
Weiters, man kommt nicht auf die Webseite, wenn es nicht sein muss.
Die Namen der "Braven" kann man noch ergoogeln und erscheinen auf der ITWM Webseite plötzlich wieder über Sublinks.
Die ausgeprägte Top-down-Kultur führt hier zu einem passiven Führungsverhalten. Dieses Desinteresse an der Belegschaft resultiert in einem schleichenden "Silent Firing"-Prozess: Mitarbeitende werden weder aktiv gefördert noch sozial integriert. Selbst grundlegende Teamelemente wie gemeinsame Mittagessen fehlen fast vollständig.
Deswegen finde die Bezeichnung "wie im Trumptower zutreffend".

Arbeiten und kleinen Gruppen: Sehr oft ist die Projektarbeit für 1 bis 2 Personen ausgelegt.
Leute, die ihren Einstieg hier wählen, wissen nicht, wie ein Arbeitsgeber oder Vorgesetzter sich zu Verhalten hat und lassen sich vieles über sich ergehen.
Größere Gruppen würden diese Verhalten eindämmen können und die Resultate

Promotion mit wenig Mitteln: Die Ausrichtung der Dissertation kann sich jederzeit ändern, was sich negativ auf die Benotung auswirkt. Die Studierenden sind in dieser Situation besonders verletzlich, da sie von prekären Kettenverträgen abhängig sind. Obwohl sie ein Stipendium erhalten, werden sie nicht angemessen betreut und müssen stattdessen an Projekten arbeiten, die in erster Linie dem Betreuer nutzen.
Bei Widerwillen, gibt es genug Masterstudenten, die man dafür anstellt.
Die Personalplanung scheint eher auf maximale Flexibilität und Austauschbarkeit ausgelegt zu sein als auf eine langfristige Unterstützung der wissenschaftlichen Qualifizierung.

Ähnlich wie in der Industrie gehen Erfindungen am Fraunhofer automatisch an den Arbeitgeber über. Diese Regelung ist an vielen Universitäten freundlicher geregelt. Für potenzielle Ausgründungen (Spin-offs) hat dies schwerwiegende Folgen: Investoren zeigen aufgrund der schwierigen Eigentumsübertragung in der Regel kaum Interesse.

Verbesserungsvorschläge

Momentan ist nur die allgemeine Administration vorhanden; eine richtige HR-Abteilung fehlt. Diese oder andere unabhängige Beteiligte in Vorstellungsgesprächen wären eine kritische Kontrollinstanz, um zu verhindern, dass Bewerber getäuscht werden.
Monatelang kursierte zudem eine stark geschönte Stellenausschreibung, die eher ein Wunschbild als die Realität widerspiegelte.

Mehr Freiraum für Projektgestaltung: Förderanträge werden ausschließlich von festangestellten Mitarbeitern konzipiert und beantragt. Die eigentliche Umsetzung der darin definierten Projekte wird dann neuen Mitarbeitern übertragen. Diese erhalten jedoch keine Möglichkeit, selbst Anträge zu schreiben, was ihre berufliche Weiterentwicklung und wissenschaftliche Eigenständigkeit massiv behindert.

Arbeitsatmosphäre

Alte Frauen und Männer, die freundlich nach unten treten.

Manipulativ. Machthaberisch, anstatt lösungsorientiert. Nicht hilfsbereit.

Kommunikation

Neuigkeiten werden per E-Mail oder Teams-Meeting verbreitet. Schlechte Aspekte werden einfach weggelassen. Das zeigt die Unternehmenskultur, dass man Probleme nicht teilen sollte.

Kollegenzusammenhalt

Eher nicht so.
Es gibt eher kleine Gruppen die zusammen Pause machen.
Am besten, wo keiner mithören kann.

Wenn nicht positive Behauptungen besprochen werden, dann lieber im vertrautesten Kreise.

Work-Life-Balance

Wenn man nicht übernommen wurde, dann eher nicht. Zeitverträge oder schlechte Verträge für Doktoranden.

Vorgesetztenverhalten

Die prekären Vertragsverhältnisse begünstigen ein toxisches Arbeitsklima, das von machtdynamischen Missbräuchen geprägt ist. Unsichere Verträge verleiten manche Vorgesetzten zu manipulativem Verhalten, während die betroffenen Mitarbeiter – insbesondere in Einzelprojekten – aus Angst vor Vertragsverlust Übergriffe hinnehmen müssen. Diese Abhängigkeit wird systematisch ausgenutzt, um Berufseinsteiger gefügig zu machen.

Zugleich wird das Selbstvertrauen der Mitarbeiter zusätzlich dadurch untergraben, dass Vorgesetzten in einigen Projekten eigenständige Entscheidungsbefugnisse fehlen.

Die Situation wird durch Homeoffice weiter verschärft, da räumliche Distanz zu Fehlwahrnehmungen seitens der Führungskräfte führt. Auf dieser Grundlage getroffene Entscheidungen sind oft von elitärer Arroganz geprägt.

Da die oberste Führungsebene kaum eingreift, bleiben diese strukturellen Dysfunktionen unhinterfragt und werden so perpetuiert.

Intern heißt es bei uns "Firma", obwohl es ein Institut ist. Dieser Unterschied ist nicht ganz eindeutig.

Darüber hinaus sind Vorgesetzten meist mit sehr viel Management arbeiten eingedeckt. Über die Zeit verlieren sie ihre fachliche Kompetenz.

Interessante Aufgaben

Projekt abhängig. Der ausgeprägte Hang zur Industrie erweist sich für eine akademische Laufbahn als Karrierefalle: Ein Wechsel an die Universität nach zwei Jahren ist kaum möglich. Wer dennoch in der Forschung arbeiten möchte, zahlt einen hohen Preis – entweder durch finanzielle Einschnitte oder durch den Zwang zu prekären Multi-Verträgen.

Andere Fraunhofer-Institute erlauben Mitarbeiter, Förderanträge selbst zu schreiben. In der Abteilung, die gearbeitet wird, gab es das nicht. Am Ende der Vertragslaufzeit ist wenige Wille einen Folgevertrag zu nehmen, weil sie haben uninteressante Aufgaben zur Auswahl und verlieren das Interesse.

Gleichberechtigung

Frauen haben mehr Freiheit, weil Förderanträge mit Frauenanteil leichter genehmigt werden. Das führt dazu, dass ihre eigenen Karrierewünsche eher verfolgen können.
Männer werden dann tendenziell eher bei den Industrieprojekten untergebracht, da sie ja sonst keine Vorteile bieten. Für die Abteilung versteht sich.

Umgang mit älteren Kollegen

Vor ihnen hat man Angst und nicht Respekt.

Arbeitsbedingungen

Abstimmung vom Büro und Arbeitsmitteln ist gut. Die IT macht auch einen souveränen Job.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es wird an Solar und E-Mobilität gebastelt.

Gehalt/Benefits

Neue Angestellte: Zeitverträge.
Doktoranden: Verschiedene Konstrukte von Stipendien und Teilzeitverträgen. Bei vielen Unis bekommt man einfach eine Vollzeitanstellung. Alle Verträge anders als die normalen Angestellten nach Tarif, befindet sich man dann als Mitarbeiter 2ter Klasse. Das bedeutet, dass viele Regeln, die nicht transparent, gar nicht greifen. Dadurch nach Regeln gearbeitet wird, wird dann weniger gemacht. Führungskräfte können dann Druck ausüben mit Verträgen an den Sie weniger Verantwortung haben.

Grundsätzlich gibt es keine HR und dein zukünftiger Chef, wird dein Gehalt drücken so viel es geht. "Für die Abteilung!" Das ist ja ein eigentlich kein guter Start für eine zukünftige Beziehung mit ihr/ihm.

Wie in der Industrie, werden Erfindungen usw. gehören Fraunhofer. Bei verschiedenen Universitäten ist das besser geregelt. Falls man ein Spinn-off machen möchte, dann sind Investoren kaum interessiert, da das Eigentum nur schwer transferiert wird.

Hoher Eigenanteil bei der Weihnachtsfeier.

Generell: Alles worum sich das Gehalt oder Benefits bietet, werden Wege gefunden zu sparen. Bei Arbeitsmitteln wird nicht gespart.

Image

In Kaiserslautern vielleicht gut. Wenn man einen weiteren Blick hat, dann nicht so...

Karriere/Weiterbildung

Es werden viele Workshops mit Selbständigen zum Thema Körpersprache, Präsentieren, etc. angeboten. Wenn man eine weitere Karriere zum Consulting anstrebt, kann das hilfreich sein.

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Arbeitgeber-Kommentar

Fraunhofer-Gesellschaft
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Liebe/r ehemalige/r Kolleg*in,

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen so ausführlich zu schildern. Auch wenn Ihre Bewertung kritisch ausfällt, ist sie für uns ein wichtiger Impuls zur Selbstreflexion.

Zunächst möchten wir uns für die positiv hervorgehobenen Punkte bedanken.
Dass Sie die angebotenen Weiterbildungangebote, die allgemeinen Arbeitsbedingungen und das Umweltbewusstsein positiv bewerten, freut uns sehr. Diese Rahmenbedingungen verstehen wir als grundlegende Basis guter Arbeit und nehmen Ihre Rückmeldung hierzu ausdrücklich als Bestätigung wahr.

Gleichzeitig sprechen Sie mehrere und sehr ernstzunehmende Kritikpunkte an. Insbesondere Ihre Hinweise zu fehlender Transparenz sowie zur Betreuungssituation von Promovierenden machen deutlich, dass hier Erwartungen und erlebte Realität auseinandergefallen sind. Auch die von Ihnen beschriebene Wahrnehmung von eingeschränkter Mitgestaltung und mangelnder Feedback-Kultur nehmen wir sehr ernst. Ihre Rückmeldung bestärkt uns darin, diese Themen noch klarer, transparenter und verbindlicher anzugehen. Deshalb würden wir gerne mit Ihnen in den persönlichen Austausch zu diesen Themen gehen. Wenn Sie dazu bereit sind, können Sie sich gerne unter karriere@zv.fraunhofer.de bei uns melden.

Für Ihren weiteren beruflichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Viele Grüße
das Personalmarketing-Team der Fraunhofer-Zentrale

Dieser Kommentar bezieht sich auf eine frühere Version der Bewertung.
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Puls

Bewertungen zeigen das große Ganze. Puls zeigt den Moment.

Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.