Ein Arbeitgeber im Wandel – leider nicht zum Positiven
Gut am Arbeitgeber finde ich
Großzügige Home-Office-Regelung, weitestgehend flexible Arbeitszeitgestaltung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führungskultur entsprach nicht dem, was Mitarbeitende motiviert oder langfristig bindet. In meinem Bereich war die Fluktuation auffallend hoch. Einige Führungskräfte erschienen unzureichend qualifiziert und zeigten wenig Initiative oder Entschlossenheit, offensichtliche Probleme zeitnah und gegebenenfalls auch unkonventionell zu lösen. Zudem vermisste ich eine strategische Perspektive in der Personalpolitik. Wertschätzung für geleistete Arbeit – insbesondere in Form von klar erkennbarem Dank, etwa im Arbeitszeugnis – war nicht selbstverständlich.
Verbesserungsvorschläge
- Investition in Führungskräfteentwicklung und Mitarbeiterbindung.
- Stärkere Einbindung der Mitarbeitenden. Bestehende Strukturen und Prozesse sollten regelmäßig hinterfragt und – idealerweise in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden – effizienter gestaltet werden, anstatt Entscheidungen im Alleingang zu treffen.
- Eine offen gelebte Fehlerkultur sowie die Bereitschaft, konstruktive Diskussionen zuzulassen, könnten zu einem produktiveren und vertrauensvolleren Arbeitsumfeld beitragen.
Arbeitsatmosphäre
Im Austausch mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herrschte eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Innerhalb des Teams kam es jedoch immer wieder zu Spannungen und Problemen im Miteinander.
Image
Das Image der Fraunhofer-Gesellschaft stützt sich nach wie vor stark auf frühere Erfolge. Durch die Entscheidungen und das Verhalten der vorherigen Vorstandsriege hat es jedoch erheblich an Ansehen verloren. Eine spürbare Verbesserung ist mittelfristig nicht absehbar.
Work-Life-Balance
Eine ausgewogene Work-Life-Balance war nicht gegeben, da die Arbeitsbelastung durchgehend sehr hoch war. Überstunden konnten nur in begrenztem Umfang durch Freizeit ausgeglichen werden, und bestehende Teilzeitvereinbarungen ließen sich häufig nur eingeschränkt einhalten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt- und Sozialbewusstsein waren im Unternehmen grundsätzlich vorhanden und erkennbar verankert.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Weiterbildung hängen stark von individuellen Umständen ab. Grundsätzlich wurde Weiterbildung am Institut eher zurückhaltend gehandhabt. Genehmigte Fort- und Weiterbildungen konnten auf Grund der hohen Arbeitsbelastung in der Praxis nur schwer wahrgenommen werden.
Kollegenzusammenhalt
Ein durchgängiger Kollegenzusammenhalt war nicht immer gegeben, da einzelne Mitarbeitende ihre eigenen Interessen über die des Teams stellten.
Vorgesetztenverhalten
Die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden wurde nicht ausreichend wahrgenommen. Es fehlte an erkennbaren Bemühungen und konkreten Ideen, um die bestehende Arbeitsbelastung langfristig zu reduzieren. Zudem sollten die Führungskompetenzen sowie die Kritikfähigkeit der Vorgesetzten gezielt weiterentwickelt werden. Dazu wäre eine gleichberechtigte und faire Behandlung aller Mitarbeitenden ein wünschenswertes Ziel.
Arbeitsbedingungen
Technische Ausstattung war gut, technischer Support könnte besser sein
Kommunikation
Während die Kommunikation in bestimmten Bereichen gut funktionierte, zeigte sich in anderen ein klarer Bedarf an mehr Transparenz und Abstimmung.
Gehalt/Benefits
TVÖD, Job- bzw. Deutschlandticket wurde teilweise bezuschusst
Gleichberechtigung
Die gelebte Gleichberechtigung war abhängig davon ab, wie „gleich“ die Mitarbeitenden wahrgenommen wurden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich vielfältig und abwechslungsreich, allerdings fehlte bei einigen Tätigkeiten erkennbarer Sinn oder Mehrwert.