Es ist nicht alles Gold was glänzt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man ist bei Akquisethemen recht frei. Solange man finanziert ist bzw. Fördergelder reinbringt, hat man recht viel Freiheit im Job.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Fluktuation der Mitarbeitenden ist sehr hoch und damit wirbt das Fraunhofer. Sie sehen sich als Sprungbrett zur Industrie. Man merkt, dass Fraunhofer kein Interesse daran hat Mitarbeitende lange zu halten. In der kurzen Zeit, die man dort ist, soll man alles geben und maximal performen. Die finanzielle Verantwortung durch Einholen von Projektgeldern wird komplett auf die wissenschaflichen Mitarbeitenden abgewälzt. Steigen die Gemeinkosten, soll mehr Geld akquiriert werden. Es sollen Projektgelder für Akquisetätigkeiten genutzt werden. Diese sind aber eigentlich zur Bearbeitung der Projekte da.
Verbesserungsvorschläge
Verwaltungsapparat massiv reduzieren und damit Gemeinkosten senken. Bürokratie und Prozesse verschlanken. Mehr Wertschätzung der Mitarbeitenden und Fokus auf Forschung. Promotion fördern bzw. die Vorgesetzen mit in die Verantwortung nehmen. Keine Splitverträge mehr zwischen Universität Stuttgart und Fraunhofer IPA.
Arbeitsatmosphäre
Die schlechte finanzielle Lage des IPAs führt zu einer schlechten Stimmung. Wertschätzung gibt es wenig, man ist sehr auf sich alleine gestellt.
Image
Das Fraunhofer ist durch den großen Verwaltungsapparat komplett überteuert und hat aufgrund dessen ein immer schlechteres Image bei Projektträgern und Industrie. Die wissenschaftliche Qualität der Projekte lässt zu wünschen übrig und verschlechtert das Image zunehmend. Mitarbeitende reden in der Regel nicht gut über das IPA.
Work-Life-Balance
Man ist bezüglich Arbeitszeiten und Urlaub recht frei, solange die Akquisen oder Projekte dadurch nicht gefährdet werden.
Karriere/Weiterbildung
Kaum Weiterbildungen. Bei der Promotion ist man auf sich gestellt, viele brechen ihre Promotion ab oder brauchen bis zu 10 Jahre. Man wird in seiner persönlichen Entwicklung nicht gefördert.
Gehalt/Benefits
Gemäß TVöD. Mit einem Masterabschluss wird man in EG13 eingestuft. Es gibt einmal im Jahr eine Prämie basierend auf der Erreichung der Ziele. Man sollte darauf achten keinen Splitvertrag mit der Universität Stuttgart zu bekommen, hier fällt die Prämie nämlich weg und man wird nach TV-L bezahlt. Die Aufteilung des Gehalts bei zwei Arbeitgebern kann zu steuerlichen Nachteilen führen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
keine Mülltrennung, bzw. es gibt verschiedene Mülleimer für Verpackungsmüll, Restmüll und Papier, aber die Putzkräfte werfen das alles in einen Müllsack, weil das IPA den zusätzlichen Aufwand der Putzkräfte zur Mülltrennung nicht bezahlt.
Es wird in der Regel immer das billigste gekauft, was nicht unbedingt das nachhaltigste ist (z.B. in Bezug auf Stromverbrauch bei Bildschirmen). In manchen Gebäuden werden jeden Tag die Wasserhähne aufgemacht um die Leitungen zu spülen, weil beim Gebäudebau am Wasserrohrsystem gespart wurde. Absolut unnötige Verschwendung von Wasser.
Kollegenzusammenhalt
Viel Konkurrenzdenken. Projektgelder werden ungern mit anderen geteilt. Selbst manche Laborgeräte werden nicht als Allgemeingut der Abteilung gesehen, sondern gehören einzelnen Personen. Man ist Einzelkämpfer*in
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang ist ok, wobei man zum Teil eine leichte Abneigung gegen Ältere in Gesprächen bemerkt. Im Schnitt sind die Mitarbeitenden sehr jung, da im wissenschaftlichen Bereich wenig entfristet wird.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten haben kaum Zeit für Mitarbeitende, weil sie sich fast ständig in strategischen oder organisatorischen Meetings befinden. In erster Linie dienen Gruppenleitende zur bürokratischen Verwaltung der Mitarbeitenden (Unterschreiben von Arbeitszeitnachweisen, Genehmigung von Urlaub etc.). Man hat somit wenig Kontakt und wird wenig in seiner eigenen Entwicklung gefördert.
Arbeitsbedingungen
Höhenverstellbare Tische. Ergonomische Mäuse können organisiert werden. Meistens Büros zu Zweit. Noise-cancelling Headphones waren vorhanden. Die Innenausstattung der Gebäude bzw. Büros wirkt aber leider etwas steril oder trist.
Kommunikation
Es wird sehr viel über bürokratische Prozesse gesprochen. Die Forschung steht nicht im Mittelpunkt.
Gleichberechtigung
Es wird darauf geachtet den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Dies macht sich auf Gruppenleitungsebene bemerkbar, in höheren Positionen allerdings nicht. Wegen der schlechten finanziellen Lage sind aktuell Förderprogramme für Frauen eingestellt worden. Das IPA besteht größtenteils aus Männern sowie Deutschen. Das Institut ist kaum international aufgestellt. Die Diversität ist ausbaufähig.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können sich sehr schnell (innerhalb eines Tages) ändern, aufgrund von veröffentlichten Ausschreibungen oder Akquiseanfragen aus dem Geschäftsbereich. Die Projektarbeit kommt leider zu kurz, dabei ist diese am interessantesten. Man verbringt viel Zeit mit dem Lesen und schreiben von Dokumenten anstatt im Labor zu arbeiten. Die Bürokratie sowie die Prozesse am IPA sind sehr umfangreich und umständlich.
