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Fraunhofer-Gesellschaft
Bewertung

Kritische Erfahrungen trotz interessanter Projekte

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Forschung / Entwicklung bei Fraunhofer ILT in Aachen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Projekte habe ich als spannend und gesellschaftlich relevant wahrgenommen. Es gab fachlich interessante Themen und einige sehr engagierte und kompetente Kolleginnen und Kollegen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es in meinem Arbeitsumfeld an Transparenz, Professionalität und verlässlichen Prozessen fehlte.
Besonders kritisch empfand ich Situationen, in denen gegenüber Mitarbeitenden oder Projektpartnern Erwartungen kommuniziert wurden, die später nicht erfüllt werden konnten.
Außerdem fiel mir auf, dass Projektzuordnungen und Abrechnungen teilweise nicht immer meiner tatsächlichen Tätigkeit entsprachen. Auch Zeitpläne gegenüber Projektpartnern wirkten auf mich stellenweise unrealistisch.
Rückblickend habe ich das Institut daher nicht als verlässlichen und professionellen Arbeitgeber und Projektpartner erlebt. Viele dieser Eindrücke wurden mir erst im Laufe der Zeit bewusst.

Verbesserungsvorschläge

Realistischere Projektplanung und transparentere Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden, Projektpartnern und Förderträgern.
Bessere Personalplanung, um dauerhaft überhöhte Arbeitsbelastung zu vermeiden.
Verlässlicherer und professionellerer Führungsstil mit klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Entscheidungen.
Stärkere Orientierung an internen Vorgaben, vertraglichen Vereinbarungen und Compliance-Regeln.
Förderung einer kollegialeren und respektvolleren Arbeitskultur.
Mehr Transparenz bei Karriereperspektiven, Vertragsverlängerungen und strategischen Entscheidungen.

Arbeitsatmosphäre

Die Zeitpläne in den Projekten wirkten auf mich durchgehend unrealistisch kalkuliert. Gleichzeitig war der Workload dauerhaft sehr hoch, was zu erheblichem Druck im Arbeitsalltag führte.

Die Stimmung im Arbeitsumfeld wirkte insgesamt angespannt. Viele Kolleginnen und Kollegen machten einen gestressten und teilweise überforderten Eindruck. In diesem Zusammenhang konnten Projektziele und Zeitpläne aus meiner Sicht häufig nicht eingehalten werden.

Work-Life-Balance

Unrealistische Projektzeitpläne und dauerhaft hoher Workload prägten meinen Arbeitsalltag.

Karriere/Weiterbildung

Das Weiterbildungsangebot ist grundsätzlich sehr umfangreich und qualitativ hochwertig. Allerdings konnte ich dieses aufgrund des dauerhaft hohen Workloads in der Praxis kaum nutzen.

Kollegenzusammenhalt

Der kollegiale Zusammenhalt wirkte insgesamt eher schwach ausgeprägt. Häufig arbeitete jeder überwiegend für sich, wodurch teamübergreifende Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung teilweise zu kurz kamen. Insbesondere neue Mitarbeitende, Werkstudierende sowie Bachelor- und Masterstudierende wurden aus meiner Sicht oft nicht ausreichend in Teams, Abläufe und den fachlichen Austausch eingebunden.

Besonders im nichtwissenschaftlichen Bereich erschien mir die Situation teilweise schwierig. Eine ehemalige Kollegin, die den Support im Projektmanagement unterstützen sollte, verließ das Institut bereits nach kurzer Zeit wieder.

Zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen und Kolleginnen bzw. Kollegen gab es dabei allerdings deutliche Unterschiede. Mit einigen Teams und Mitarbeitenden funktionierte die Zusammenarbeit und Kommunikation sehr gut.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten meines direkten Vorgesetzten wirkte auf mich teilweise unprofessionell, wenig nachvollziehbar und in einigen Situationen auch unseriös. Interne Vorgaben, organisatorische Prozesse sowie vertragliche Vereinbarungen wurden aus meiner Sicht nicht immer konsequent eingehalten.

Zudem hatte ich mehrfach den Eindruck, dass Aussagen gegenüber Mitarbeitenden, Projektpartnern und Förderträgern nicht immer verlässlich oder konsistent waren. Beispielsweise wurde einem älteren Kollegen, der über einen Dienstleister beschäftigt war, nach meiner Wahrnehmung eine Perspektive auf Vertragsverlängerung signalisiert, die sich später nicht realisierte.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen empfand ich insgesamt als belastend. Der Workload war dauerhaft sehr hoch und konnte aus meiner Sicht häufig nicht in der vorgesehenen Zeit angemessen bewältigt werden. Zudem waren Aufgaben teilweise nicht klar verteilt, wodurch es gelegentlich zu Verschiebungen oder dem Versuch kam, weniger attraktive Aufgaben abzugeben.

Kommunikation

Die Kommunikation gestaltete sich häufig schwierig. Meetings wirkten oft wenig zielführend, wiederholten sich inhaltlich und führten nicht immer zu klaren Ergebnissen oder Entscheidungen. Zudem wurden Ergebnisse und Absprachen aus Besprechungen aus meiner Sicht häufig unzureichend dokumentiert oder später nicht konsequent eingehalten.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung erfolgt nach Tarifvertrag, wobei die Entgeltgruppe im Wesentlichen vom akademischen Grad abhängt. Ob das Gehalt als attraktiv empfunden wird, hängt aus meiner Sicht stark von der konkret ausgeübten Tätigkeit und der tatsächlichen Arbeitsbelastung ab.

Insgesamt empfand ich die Vergütung als teilweise nicht ausgewogen, da höher eingruppierte Kolleginnen und Kollegen nach meinem Eindruck teils deutlich besser bezahlt wurden, auch wenn sich die tatsächliche Arbeitsbelastung und das Engagement im Arbeitsalltag nicht immer entsprechend deutlich unterschieden.

Interessante Aufgaben

Ich empfand die Projekte am Fraunhofer ILT fachlich häufig als spannend und relevant für Gesellschaft und Wirtschaft. Inhaltlich bot die Arbeit interessante Einblicke.

Allerdings war es aus meiner Sicht in vielen Fällen auch erforderlich, Tätigkeiten zu übernehmen, die nicht unmittelbar in den klassischen Aufgabenbereich von Wissenschaftlern oder Ingenieuren fallen, wie beispielsweise umfangreichere Arbeiten im Bereich der Infrastruktur, die eher technischen oder handwerklichen Tätigkeiten zuzuordnen sind.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.