Fachlich spannend, aber systemisch höchst bedenklich – Warnung für Studierende
Gut am Arbeitgeber finde ich
Fachliche Exzellenz: Das fachliche Umfeld am Fraunhofer ILT im Bereich der Lasertechnik ist extrem spannend, tiefgreifend und innovativ. Wer sich für das Thema begeistert, findet hier inhaltlich sehr interessante Anknüpfungspunkte.
Kollegialer Zusammenhalt: Die Atmosphäre und der Zusammenhalt unter uns Abschlussarbeitenden war wirklich hervorragend. Wir haben uns gegenseitig sehr viel Halt gegeben und unterstützt (ganz nach dem Motto: „geteiltes Leid ist halbes Leid“).
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Systemische Zeitüberschreitung: Die reale Bearbeitungszeit weicht oft massiv von der Prüfungsordnung (PO) ab – Arbeiten dauern teils bis zu 1,5 Jahre. Trotz meiner enormen Präsenzzeit (inkl. Wochenenden) wirkte der Prozess durch stark verzögerte Themenkommunikation auf mich künstlich in die Länge gezogen.
Intransparenz & Fehlinformationen: Bei der nötigen Zuarbeit anderer Institute wurde mir von meiner Betreuung explizit zugesichert, dass meine Daten dorthin weitergeleitet worden seien. Auf eigene Nachfrage bei diesen Instituten erfuhr ich jedoch, dass sie nie etwas erhalten hatten. Das wirkte auf mich wie eine gezielte Taktik zur Verzögerung und Verlängerung meiner Arbeit.
Fragwürdige administrative Absicherung: Zum Abschluss wurde mir ein Dokument vorgelegt, in dem ich bestätigen sollte, exakt nur die offizielle PO-Zeit benötigt zu haben. Durch das enorme Abhängigkeitsverhältnis sah ich mich gezwungen zu unterschreiben, um meinen Abschluss nicht zu gefährden – aus meiner Sicht eine bewusste Umgehung hochschulrechtlicher Vorgaben.
Ahnungslose Institutsleitung: Das Management scheint die eigenen operativen Betreuungsprozesse kaum zu überblicken. Die damalige Leitung reagierte in Gesprächen völlig überrascht und fragte irritiert, wie derart lange Bearbeitungszeiten bei Studierenden überhaupt zustande kommen können.
Ignoriertes Feedback: Mein ausführlich ausgefüllter Feedbackbogen, in dem ich meine Unzufriedenheit geäußert und proaktiv ein persönliches Gespräch angeboten hatte, blieb komplett unbeantwortet.
Verbesserungsvorschläge
Einhaltung hochschulrechtlicher Vorgaben: Die in den Prüfungsordnungen (PO) der Hochschulen festgelegten Bearbeitungszeiten für Abschlussarbeiten müssen respektiert und von vornherein realistisch geplant werden.
Keine Nötigung bei Unterschriften: Die Praxis, Studierende am Ende in einem starken Abhängigkeitsverhältnis unterschreiben zu lassen, dass sie angeblich nur die offizielle PO-Zeit benötigt haben, muss dringend überdacht und abgestellt werden.
Transparenz und Ehrlichkeit: Es braucht klare und ehrliche Kommunikation zwischen Betreuern und Studierenden, insbesondere wenn es um die Weitergabe von Daten an externe Partner oder andere Institute geht.
Führungskräfte an die Basis: Die Institutsleitung muss sich aktiv ein realistisches Bild von den Betreuungsprozessen und den tatsächlichen Bearbeitungszeiten der Studierenden machen, anstatt blind auf die Theorie zu vertrauen.
Echte Feedbackkultur etablieren: Wenn Abschlussarbeitende am Ende evaluieren und proaktiv das Gespräch suchen, muss das Institut reagieren. Ignoranz verbessert keine Prozesse.
Kollegenzusammenhalt
Zumindest zwischen den Abschlussarbeitern