1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Überwiegend sehr nette Kollegen (die aber größtenteils auch schon woanders sind), z.T. nette Schüler, z.T. ein Vorstand mit offenem Ohr für Probleme (was aber leider wenig bis gar nichts gebracht hat). Ansonsten ist die Idee einer "Tagesreflexion" sehr sinnvoll, auch wenn sie den zeitlichen Rahmen dafür regelmäßig gesprengt hat. Dass sich das (sehr kleine) Kollegium (ca. 5-7 Personen) aber am Ende des Tages gemütlich zusammensetzt und jeder Anliegen und Probleme vortragen kann, für die dann Lösungen gesucht werden, wäre auch an vielen anderen Schulen eine gute Sache. Eine sinnvolle Ergänzung war es, dass am Ende jeder sagen sollte, was ihm heute Positives aufgefallen ist, sodass es nicht nur um Negatives ging.
Kann sonst nichts großartig Positives sagen...
„Demokratische Schule“ bedeutet, dass es erstens keinen festen und verpflichtenden Unterricht gibt und zweitens dass alle oder viele wesentliche Entscheidungen basisdemokratisch in einer wöchentlichen Schulversammlung gefällt werden. Beides hat Voraussetzungen: erstens, dass es genügend gut ausgebildete Lehrkräfte gibt, die ein hochwertiges und interessantes Lernangebot zusammenstellen (was natürlich auch eine entsprechende Ausstattung voraussetzt). Zweitens erfordert ein solches Schulkonzept von allen Beteiligten, insbesondere aber von Lehrkräften und Schulleitung, eine demokratische Haltung. Beides war nicht gegeben:
Es war zwar eine nette Lehrer-Runde mit ganz unterschiedlichen Charakteren, von denen sich jeder auf seine Weise auch engagiert miteingebracht hatte. Ein wirklich gutes Lernangebot kam aber trotzdem nie zustande, weil dafür zum einen schlicht und einfach keine Zeit blieb. Denn die erste Hälfte des Tages ging mit der Betreuung der Schüler/innen „drauf“. Das war für mich und meine Kollegen auch oft sehr unbefriedigend, denn man hatte im Grunde genommen den ganzen Tag Aufsicht und ist durch das Schulgelände geschlendert oder saß an einem festen Platz, langweilte sich und wartete darauf, dass Schüler vorbeikommen, meistens Kinder, um ihre Lernergebnisse zu präsentieren. Dass ich aber als ausgebildeter Sekundarstufenlehrer einem Erstklässler nicht die Uhr sinnig erklären kann (so dass er es versteht – ohne großartig die Zahlen zu kennen), sollte sich von alleine verstehen. Trotzdem war das die Standard-Situation während meiner Zeit dort. Für Lehrkräfte mit intellektuellem Anspruch ist so ein Zustand natürlich frustrierend. Die ältesten bereiten zwar ihren mittleren Abschluss vor, aber auch hier bleibt keine Zeit für eine gute Kursvorbereitung, denn oft gehen die Tage bis 16:00/17:00 (bei der wöchentlichen Schulentwicklungssitzung auch mal bis ca. 19:00) und danach ist man kräftemäßig total platt. Die Erstellung eines guten Kursangebotes (für alle Schüler, nicht nur für die älteren) wurde von der Schulleitung auch nicht wirklich unterstützt. Erschwert hat das Ganze das Arbeitszeitmodell (s.u.).
In Bezug auf das Lernangebot kam noch die schlechte Ausstattung hinzu, die für die Schulleitung ebenfalls keine Priorität darstellte. Also kam es häufiger vor, dass die Eltern einspringen mussten und den Kindern z. B. Buchstaben- oder Zahlen-Lernhefte mitgegeben haben, die sie in der Schule dann bearbeiten sollten. Sowas müsste eigentlich Aufgabe der Lehrkräfte sein und auch von der Schule bezahlt werden, aber wie gesagt stellte das in den Augen der Schulleitung kein Problem dar. Mir war das extrem unangenehm und peinlich.
Aber auch der zweite wichtige Aspekt einer Demokratischen Schule wurde von der Schulleitung nicht gerade vorgelebt: eine demokratische Haltung. Die Schulleiterin saß an allen wesentlichen „Machthebeln“ (neben der Schulleitung auch im Trägervereinsvorstand, kontrollierte die Anträge zur Schulversammlung, war auch dort ein Mitglied, war im Lehrerteam, hielt den Kontakt zum Ministerium, wusste immer über alles Bescheid…) und hat am Ende ihre Meinung immer durchgedrückt – mit verschiedenen (nicht immer offenen und oft manipulativen) rhetorischen und argumentativen Strategien (z. B. werden Mitarbeiter-Äußerungen überhört, Lob gibt es nicht, pauschale Kritik an Eltern, Opfer-spielen, Alarmismus etc.). Unterstützt wird das ganze von der sog. Soziokratie. Bei dieser Form der Demokratie gibt es keine Mehrheitsbeschlüsse, sondern umgekehrt müssen schwerwiegende Einwände gegen einen Antrag vorgebracht werden. Wer aber bestimmt am Ende, ob ein Einwand „schwerwiegend“ ist oder nicht? Wer bestimmt überhaupt, ob ein Einwand ein Einwand ist? Im Zweifel die Schulleitung…
Auch viele Schüler haben diesen undemokratischen Zustand beklagt. Exemplarisch kann man das am sog. „Gemeinschaftskreis“ festmachen: Die ganze Schule trifft sich einmal pro Woche. Dann soll jeder – niemand muss – etwas Persönliches, das mit der Schule zu tun hat, erzählen – und zwar im Modus der Gewaltfreien Kommunikation (GFK), die ebenfalls ein wichtiges Standbein der Schule darstellt. Aber wer ist schon bereit vor ca. 80 Leuten Persönliches vorzubringen? Von den Kindern kam da oft Triviales, die älteren haben sich gar nicht erst beteiligt, die ganz große Mehrheit wollte diese Veranstaltung nicht. Sie zu ändern oder gar abzuschaffen war aber gegen den Willen der Schulleitung. Ich nenne das undemokratisch.
Insgesamt also absolut keine Empfehlung meinerseits. Ich selbst habe Symptome eines Burnouts entwickelt, dem Vernehmen nach auch schon andere Mitarbeiter vor mir. Im Allgemeinen gibt es einen großen Durchlauf an Schülern und Mitarbeitern – wen wundert’s?
Update 2026: Die betreffende Leitungsperson scheint die Schule mittlerweile verlassen zu haben.
Yaacov Hecht, der Gründer der ersten Demokratischen Schule in Israel, schrieb über seine Erfahrungen mit der Schulversammlung:
„During the years I learned that many of the decisions I had tried to promote were wrong, and many that I had opposed worked beautifully. During my last year at the school, about half of my proposals were rejected by the Parliament. I learned that this was an important measure of a working democracy.“ (Yaacov Hecht, Democratic Education. A beginning of a Story, S. 75 f.). Diese Einsicht würde ich der Schulleitung dringend wünschen!
[Update 2026: Die betrennde Leitungsperson scheint die Schule mittlerweile verlassen zu haben.]
Mitarbeiter werden nicht gelobt und v.a. wird Kritik (auch seitens der Eltern oder der Schüler) nicht ernst genommen! Daher insgesamt eine sehr undemokratische Schule (s.o.). Kollegen waren dagegen in der Regel sehr nett.
Anspruch und Realität einer Demokratischen Schule liegen hier meilenweit auseinander!
Kaum vorhanden; zahlreiche Überstunden, die nicht ausgeglichen werden; Burnout kann schnell kommen.
Man lernt viele neue Konzepte kennen - und dann dass diese eigentlich nicht wirklich umgesetzt werden...
Muss individuell verhandelt werden. War für mich in Ordnung. Ist aber natürlich kein Beamtengehalt. Besondere Leistungen gibt es abgesehen von einem Jobticket nicht.
Umweltbewusstsein war nur bedingt vorhanden: Oft landete Rest- oder Plastikmüll in der Biotonne oder umgekehrt. Ich war der einzige, dem das negativ aufgefallen ist und der versucht hat, bei den Schülern ein entsprechendes Bewusstsein hervorzubringen.
War immerhin relativ gut.
Keine Probleme.
Eine einzige Katastrophe (s.o.). Die Devise der Schulleitung war: "Wenn es ein Problem gibt, müsst ihr zu mir kommen. Wenn ihr nicht kommt, gehe ich davon aus, dass alles in Ordnung ist." Das klingt recht pragmatisch. Eine gute Haltung für eine Fürhungskraft ist das aber nicht. Denn natürlich wissen Menschen nicht immer, was genau sie sagen sollen. Manchmal nehmen sie Probleme auch gar nicht erst wahr. Oder es ist ihnen unangenehm, bestimmte Dinge anzusprechen. Also muss natürlich auch der/die Chef/in die Augen offen halten und sowohl Probleme als auch Lob offen an- bzw. aussprechen. Alles andere ist Vernachlässigung der ureigensten Aufgaben als Führungskraft! Als Konsequenz fühlen sich Mitarbeiter dann nicht gesehen und verlassen das Unternehmen bzw. die Schule früher oder später. Denn Anerkennung und Gesehen-werden ist eine enorm wichtige Motivationsquelle, wichtiger noch als Geld.
[Update 2026: Die betrennde Leitungsperson scheint die Schule mittlerweile verlassen zu haben.]
Ein großes Problem war das Schulgebäude. Für Demokratische Schulen nicht untypisch war es eine alte Villa – immerhin schön gelegen im Sachsenwald. Da aber die oberen Stockwerke noch nicht saniert waren, gab es nur ein winziges „Lehrerzimmer“, das zugleich auch Mitarbeiter-WC, Abstellkammer, Umkleide und Besprechungsraum war. Ich musste meinen Ekel hier oft unterdrücken, auch wenn das Gebäude jeden Abend von einer Reinigungskraft geputzt wurde. Dennoch wirkte das Haus im Allgemeinen nicht sehr einladend, mit den kalten Fließen, dem ständigen Schuhe-Wechseln-Müssen, den dreckigen und abgenutzten Ecken, Kanten, Leisten… Insgesamt waren die Räume auch ständig zu klein und zu wenige. Kann sein, dass sich das mittlerweile geändert hat.
Arbeitszeit: Kein typisches Unterrichtsstunden-Deputat, sondern wie in der Wirtschaft ein Acht-Stunden-Modell. Allerdings wurden die zahlreichen Überstunden von der Schulleitung nicht dokumentiert und auch nicht ausgeglichen. Die langen Tage zehren stark an den Kräften und lassen auch keine Zeit und Ruhe für eine gute Kursvorbereitung.
Keine Kantine o.Ä., Essen muss jeden Tag selbst mitgebracht werden.
Mit den Kollegen kein Problem, mit der Schulleitung dagegen ein umso größeres...
Habe hier keine Probleme wahrgenommen. Am Ende wurde Kritik von der Schulleitung kaum zugelassen - egal von wem sie stammte.
Den Vormittag über quasi nicht gegeben (sofern man nicht Grundschullehrer/in ist). Nachmittags teilweise interessante pädagogische und schulentwicklungstechnische Sitzungen. Aber am Ende ging es nur nach dem Willen der Schulleiterin (s.o.)
[Update 2026: Die betrennde Leitungsperson scheint die Schule mittlerweile verlassen zu haben.]