Gut am Arbeitgeber finde ich
Fresenius Kabi ist grundsätzlich ein spannendes Unternehmen mit interessanten Produkten, Märkten und vielfältigen Aufgabenfeldern. Besonders positiv in Erinnerung bleiben mir der überwiegend hervorragende Kollegenzusammenhalt, die interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben sowie die guten Arbeitsbedingungen und attraktiven Gehalts- und Sozialleistungen.
In den früheren Jahren habe ich zudem die klaren Strukturen und Prozesse sowie den damaligen Stellenwert des Homecare-/Direktgeschäfts sehr geschätzt. Es gab Raum, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und Themen mitzugestalten. Aus dieser Zeit nehme ich viele positive Erfahrungen und vor allem die Zusammenarbeit mit zahlreichen großartigen Kolleginnen und Kollegen mit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Entwicklung der letzten Jahre habe ich zunehmend kritisch erlebt. Insbesondere im Homecare-/Direktgeschäft fehlte mir eine klare und langfristige Strategie. Mein Eindruck war, dass kurzfristige Umsatz- und Jahresziele immer stärker in den Vordergrund rückten, während eine Perspektive für die kommenden zwei bis fünf Jahre und echte Innovationen zunehmend fehlten.
Kritisch sehe ich außerdem Teile der Führungskultur. Fachliches Marktverständnis und der Mut, auch unbequeme Themen anzusprechen oder Entscheidungen zu hinterfragen, kamen aus meiner Sicht teilweise zu kurz. Stattdessen entstand bei mir mitunter der Eindruck, dass die eigene Positionierung gegenüber der nächsthöheren Führungsebene einen hohen Stellenwert hatte und kritische Positionen dadurch zu selten offen vertreten wurden.
Enttäuschend waren für mich zudem Erfahrungen mit internen Bewerbungs- und Entwicklungsprozessen. Hier hätte ich mir insbesondere für langjährige Mitarbeitende mehr Transparenz und tatsächlich offene Perspektiven gewünscht.
Insgesamt wurde aus meiner Sicht zu viel Potenzial eines grundsätzlich sehr interessanten Unternehmens und vieler engagierter und erfahrener Mitarbeitender nicht genutzt.
Verbesserungsvorschläge
Wieder stärker langfristig denken und nicht nahezu ausschließlich auf die Erreichung kurzfristiger Umsatz- und Jahresziele fokussieren. Gerade im Homecare-/Direktgeschäft braucht es eine klare Strategie mit einem Zeithorizont von mehreren Jahren, den Mut zu Innovationen und die Bereitschaft, neue Versorgungskonzepte und Geschäftsmodelle tatsächlich zu entwickeln und umzusetzen.
Bei der Besetzung von Führungspositionen sollten fachliche Kompetenz und konkretes Marktverständnis aus meiner Sicht einen besonders hohen Stellenwert haben. Ebenso wichtig finde ich die Fähigkeit, auch kritische oder unbequeme Themen gegenüber der nächsthöheren Ebene zu vertreten. Eine gute Führungskultur braucht aus meiner Sicht nicht nur Zielerreichung, sondern auch Haltung, Offenheit und den Mut, Entscheidungen zu hinterfragen.
Langjährige und erfahrene Mitarbeitende sollten mit ihrem Wissen stärker in strategische Entwicklungen einbezogen werden. Dazu gehören auch transparente und ernsthaft ergebnisoffene interne Bewerbungs- und Entwicklungsprozesse.
Kurz gesagt: weniger Verwaltung des Bestehenden und kurzfristige Optimierung – dafür wieder mehr langfristige Strategie, Innovation, Marktverständnis und unternehmerischen Mut.
Arbeitsatmosphäre
Über viele Jahre habe ich die Arbeitsatmosphäre als gut und wertschätzend erlebt. In den letzten Jahren hat sie sich aus meiner Sicht jedoch verändert. Der zunehmende Fokus auf kurzfristige Zielerreichung sowie fehlende langfristige Perspektiven haben sich für mich negativ auf die Atmosphäre ausgewirkt. Positiv hervorheben möchte ich ausdrücklich das überwiegend sehr gute Miteinander unter den Kolleginnen und Kollegen.
Image
Fresenius Kabi genießt als international tätiges Gesundheitsunternehmen grundsätzlich ein sehr gutes und professionelles Image. Auch ich habe mich über viele Jahre gerne mit dem Unternehmen identifiziert. Meine persönliche Wahrnehmung hat sich durch die Entwicklungen der letzten Jahre zwar etwas verändert, grundsätzlich halte ich Fresenius Kabi aber weiterhin für ein interessantes und angesehenes Unternehmen.
Work-Life-Balance
Insgesamt eine gute Work-Life-Balance. Insbesondere die vorhandene Flexibilität und die Möglichkeit, die eigene Arbeit weitgehend selbstständig zu organisieren, habe ich als sehr positiv empfunden. Natürlich gab es – gerade in verantwortungsvollen Positionen – auch arbeitsintensivere Phasen, insgesamt waren die Rahmenbedingungen für mich aber gut.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich bietet ein Unternehmen dieser Größe viele Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung. Ich selbst konnte über die Jahre unterschiedliche Aufgaben und Verantwortungsbereiche übernehmen. Meine Erfahrungen mit internen Bewerbungsverfahren in den letzten Jahren waren allerdings enttäuschend. Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass Gespräche eher formalen Charakter hatten und ich die tatsächliche Ergebnisoffenheit der Verfahren nicht immer erkennen konnte. Gerade für langjährige und engagierte Mitarbeitende hätte ich mir hier mehr Transparenz, Offenheit und echte Perspektiven gewünscht.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen waren aus meiner Sicht sehr gut und insgesamt der Verantwortung und Tätigkeit angemessen. Auch die zusätzlichen Benefits und Rahmenbedingungen waren attraktiv. In diesem Bereich habe ich Fresenius Kabi über die Jahre als verlässlichen und guten Arbeitgeber erlebt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein würde ich insgesamt als solide bewerten. Als Unternehmen im Gesundheitswesen trägt Fresenius Kabi grundsätzlich eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Im Arbeitsalltag habe ich sowohl positive Ansätze erlebt als auch Bereiche, in denen aus meiner Sicht noch Potenzial für eine konsequentere und sichtbarere Umsetzung besteht.
Kollegenzusammenhalt
Für mich über viele Jahre eine der großen Stärken des Unternehmens. Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war überwiegend hervorragend – geprägt von gegenseitiger Unterstützung, Hilfsbereitschaft und einem guten persönlichen Miteinander. Viele Kolleginnen und Kollegen habe ich fachlich wie menschlich sehr geschätzt. An diese Zusammenarbeit denke ich auch heute noch gerne zurück.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner persönlichen Erfahrung insgesamt gut. Langjährige und erfahrene Kolleginnen und Kollegen wurden grundsätzlich wertgeschätzt. Gleichzeitig hatte ich in den letzten Jahren teilweise den Eindruck, dass vorhandene Erfahrung und langjähriges Wissen bei Veränderungen und strategischen Entscheidungen noch stärker hätten einbezogen und genutzt werden können.
Vorgesetztenverhalten
Über die Jahre sehr unterschiedliche Erfahrungen. Ich habe Führungskräfte erlebt, die ich fachlich und menschlich sehr geschätzt habe. Meine Erfahrungen der letzten Jahre waren dagegen deutlich kritischer. Insbesondere bei meiner letzten Führungskraft habe ich die notwendige fachliche Nähe zum Homecare-Geschäft sowie das Interesse an dessen langfristiger Weiterentwicklung vermisst. Teilweise entstand bei mir zudem der Eindruck, dass die eigene Positionierung gegenüber der nächsthöheren Führungsebene einen hohen Stellenwert hatte und kritische Themen oder unbequeme Positionen dadurch aus meiner Wahrnehmung zu selten offen vertreten wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt gut. Die notwendige technische Ausstattung und die Rahmenbedingungen für eigenständiges und flexibles Arbeiten waren vorhanden. Gerade im Außendienst bzw. bei mobiler Arbeit bot das Unternehmen gute Voraussetzungen, um die Aufgaben professionell und weitgehend selbstorganisiert erledigen zu können.
Kommunikation
Wichtige Entscheidungen und Veränderungen wurden aus meiner Sicht häufig nicht ausreichend transparent oder nachvollziehbar kommuniziert. Insbesondere hinsichtlich der langfristigen strategischen Ausrichtung und der zukünftigen Bedeutung des Homecare-/Direktgeschäfts hätte ich mir deutlich mehr Offenheit und Klarheit gewünscht. Kommunikation fand statt – eine wirkliche Einbindung und nachvollziehbare Vermittlung der Hintergründe habe ich jedoch zunehmend vermisst.
Gleichberechtigung
Aus meiner persönlichen Erfahrung gab es hinsichtlich der Gleichberechtigung wenig Anlass zur Kritik. Ich habe die Zusammenarbeit unabhängig von Geschlecht, Alter oder Position grundsätzlich als respektvoll und professionell erlebt.
Interessante Aufgaben
Definitiv eine der großen Stärken meiner Zeit bei Fresenius Kabi. Ich hatte über viele Jahre die Möglichkeit, sehr unterschiedliche, anspruchsvolle und interessante Aufgaben zu übernehmen und eigene Themen und Projekte mitzugestalten. Gerade die Verbindung aus operativem Geschäft, konzeptioneller Arbeit und strategischen Fragestellungen im Homecare-Umfeld habe ich als besonders spannend empfunden.