1 Bewertung von Bewerbern kununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Ich habe mich bei diesem Unternehmen auf eine Position im Bereich Konstruktion beworben und erfüllte die fachlichen Anforderungen nachweislich vollständig. Meine Bewerbung war professionell und sorgfältig ausgearbeitet. Meine Gehaltsvorstellung lag dabei auf einem Niveau, das eher einem Lkw Fahrer im Fernverkehr mit Spesen entspricht und somit keineswegs überzogen war. Dennoch erfolgte die Absage auffallend schnell.
Um den Auswahlprozess besser einordnen zu können, habe ich diesen im Anschluss bewusst getestet. In einer zweiten Bewerbung habe ich die fachlichen Anforderungen deutlich unterschritten und die Qualität der Unterlagen bewusst reduziert, verbunden mit einer nochmals niedrigeren Gehaltsvorstellung. In diesem Fall wurde plötzlich Interesse signalisiert.
Diese Gegenüberstellung ist aus meiner Sicht eindeutig und wirft ein sehr klares Licht auf die tatsächlich gelebten Prioritäten im Auswahlprozess.
Die anschließende Antwort des Unternehmens auf meine Bewertung trägt nicht zur Klärung bei, sondern verstärkt den Eindruck eher noch. Sprachstil, Aufbau und Wortwahl entsprechen sehr offensichtlich einer standardisierten beziehungsweise KI gestützten Antwort. Inhaltlich bleibt sie auffällig allgemein, weicht der konkreten Situation aus und bedient sich bekannter Formulierungen, ohne auf die eigentlichen Punkte einzugehen.
Dass man in einem solchen Kontext auf eine derart austauschbare Reaktion zurückgreift, hinterlässt keinen professionellen Eindruck. KI kann ein sinnvolles Werkzeug sein, ersetzt jedoch keine verantwortungsvolle inhaltliche Auseinandersetzung. Genau diese wäre hier zu erwarten gewesen.
Auch das angebotene Gespräch wirkt vor diesem Hintergrund wenig überzeugend. Nach einer bewusst herbeigeführten und klar vergleichbaren Konstellation entsteht nicht der Eindruck von ernsthaftem Aufklärungsinteresse, sondern eher von nachträglicher Schadensbegrenzung. Gleichzeitig bleibt weiterhin unklar, wer im Unternehmen Verantwortung für solche Entscheidungen trägt und nach welchen tatsächlich gelebten Kriterien bewertet wird.
In der Gesamtschau ergibt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der kommunizierten Außendarstellung und der praktisch erlebten Realität. Die Gehaltsvorstellung scheint eine wesentlich größere Rolle zu spielen, als offiziell eingeräumt wird, selbst dann, wenn die fachliche Eignung offensichtlich nicht gegeben ist.
Wer bereits eine Absage erhalten hat, dürfte interessante Erkenntnisse gewinnen, wenn er den Prozess für sich selbst in ähnlicher Weise hinterfragt.
Mein Fazit ist entsprechend eindeutig. Das Vorgehen wirkt weder transparent noch zeitgemäß und bleibt hinter dem Anspruch zurück, den man an einen professionellen Auswahlprozess stellen darf. Gleichzeitig liefert es aufschlussreiche Einblicke in die tatsächlichen Prioritäten und Entscheidungsstrukturen.
Auch die Diskussion um den Fachkräftemangel sollte vor diesem Hintergrund kritisch betrachtet werden. Es stellt sich weniger die Frage, ob qualifizierte Bewerber vorhanden sind, sondern vielmehr, unter welchen Bedingungen diese überhaupt berücksichtigt werden.