Etabliertes Unternehmen mit Entwicklungspotenzial
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegenzusammenhalt
Arbeitsplatzsicherheit
Verbesserungsvorschläge
Es empfiehlt sich, die Gehalts- und Benefitsstrukturen transparenter und marktgerechter zu gestalten und dabei vor allem eine sinnvolle Struktur für alle Hierarchieebenen über die Bereiche hinweg zu schaffen, um die Attraktivität als Arbeitgeber langfristig zu sichern. Die Einführung eines strukturierten Qualitätsmanagements sowie eine konsequente Entlastung der Führungskräfte von operativer Last und inhaltsloser Meetings würden die Handlungsfähigkeit auf allen Ebenen deutlich stärken. Die Bereitstellung zeitgemäßer Hardware sowie eine leistungsfähige Software-Infrastruktur würden die Produktivität und Arbeitszufriedenheit spürbar erhöhen.
Arbeitsatmosphäre
In den vergangenen Jahren ist eine zunehmende Verhärtung der Arbeitsatmosphäre zu beobachten. Parallel dazu steigt die Arbeitsbelastung kontinuierlich an, während die Ergebnisqualität merklich nachlässt. Ein strukturiertes Qualitätsmanagement ist bis dato nicht implementiert, obgleich der Bedarf hieran offenkundig wächst. Die Entscheidung, im Berliner Standort temporär auf eine Open-Space-Struktur zu setzen, befördert diese Entwicklung zusätzlich. Die tatsächliche Funktionsfähigkeit einzelner Bereiche hängt sodann nicht unerheblich von der jeweiligen Führungspersönlichkeit ab. In jenen Einheiten, in denen kompetente und engagierte Vorgesetzte wirken, zeigt sich nach wie vor eine tragfähige Stabilität.
Kommunikation
Die Kommunikation hinsichtlich der unternehmerischen Kennzahlen gestaltet sich in weiten Teilen intransparent. Regelmäßig wird das jeweils aktuelle Geschäftsjahr als das bislang erfolgreichste deklariert, während gleichzeitig an nahezu allen Stellen unkommentiert Einsparmaßnahmen ergriffen werden. Dieser Widerspruch zwischen Darstellung und gelebter Praxis trägt nicht unwesentlich zu einer verhaltenen Glaubwürdigkeit der internen Berichterstattung bei.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft ist als ausgesprochen positiv zu bewerten und stellt in vielen Bereichen einen wesentlichen Ausgleich zu den mitunter schwierigen Rahmenbedingungen dar. Sei es im Hinblick auf einzelne Führungspersönlichkeiten oder auf strukturelle Defizite in den Arbeitsverhältnissen. Bei einer Organisation dieser Größenordnung versteht es sich von selbst, dass vereinzelt auch Personen anzutreffen sind, die sich nicht im gewünschten Maße in das kollegiale Miteinander einfügen.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist im Wesentlichen auf der Ebene der operativen Tätigkeiten ohne Führungsverantwortung realisierbar. Von Führungskräften wir deutlich mehr erwartet. In dieser Fehlallokation von Führungsressourcen liegt einer der Haupttreiber für den beobachtbaren Qualitätsverlust. Die zunehmende Belastung durch eine Vielzahl entbehrlicher Besprechungen verschärft die Situation zusätzlich, da die eigentliche Arbeit regelmäßig in die Randzeiten verlagert werden muss.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten variiert in erheblichem Maße zwischen den einzelnen Bereichen. Dies gilt in gleicher Weise für die Ebene der Geschäftsführung sowie der Bereichsleitungen. Es besteht die Möglichkeit, auf ausgesprochen kompetente, erfahrene und menschlich integre Führungspersönlichkeiten zu treffen.
Interessante Aufgaben
Die inhaltliche Attraktivität der Aufgabenstellung hat im Vergleich zu früheren Jahren spürbar nachgelassen, ist aber hoch. Die Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten und überkommene Arbeitsmethoden kritisch zu hinterfragen, nimmt ab.
Gleichberechtigung
Bis zur Ebene des mittleren Managements ist eine grundsätzliche Gleichberechtigung noch als gegeben zu betrachten. Betrachtet man jedoch die Zusammensetzung der Gesellschafter- und Geschäftsführungsebene, so fällt auf, dass Frauen dort nach wie vor kaum vertreten sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit erfahrenen, älteren Kolleginnen und Kollegen ist durchweg als positiv zu bewerten. Es lässt sich nach eigener Wahrnehmung kein Fall benennen, in dem besonders langjährig tätige und erfahrene Mitarbeitende einem respektlosen oder unangemessenen Verhalten ausgesetzt gewesen wären.
Arbeitsbedingungen
Die Entscheidung, in einem Geschäftsfeld, das durch einen hohen Telefonieanteil und eine zunehmende Anzahl (entbehrlicher) Besprechungen gekennzeichnet ist, auf eine Open-Space-Struktur zu setzen (temporär), erweist sich als wenig zielführend. Der Geräuschpegel ist im neuen Büro deutlich angestiegen. Hinzu kommt, dass in kurzen Intervallen Personen unmittelbar an den Arbeitsplätzen vorbeigehen – sei es zum Bezug von Kaffee, zur Nutzung des Stempelautomaten oder zu anderen Zwecken. Konzentriertes Arbeiten im Büro ist nicht mehr einfach möglich. Dem Ende der temporären Phase kann man nur entgegensehnen und hoffen, dass die Entscheider sich gegen dieses Konzept in den angestammten Räumen entscheiden.
Positiv ist, dass Heißgetränke kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Obst ist mit dem neuen Büro entfallen.
Die zur Verfügung gestellte Hardware-Ausstattung ist in weiten Teilen als unzureichend zu bewerten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Unternehmensseitig sind Umweltziele formuliert, deren Umsetzung jedoch in zentralen Bereichen nicht konsequent verfolgt wird. Dies zeigt sich insbesondere am Fuhrpark, der nach wie vor fast ausschließlich aus Verbrennerfahrzeugen besteht und damit in offenem Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen steht. Das soziale Bewusstsein des Unternehmens ist hingegen als grundsätzlich positiv zu bewerten.
Gehalt/Benefits
Eine nachvollziehbare und transparente Gehaltsstruktur ist nicht erkennbar. Die Vergütungshöhe bleibt in weiten Teilen der individuellen Entscheidungsgewalt des jeweiligen Vorgesetzten überlassen. Im Vergleich dazu gewähren Mitbewerber deutlich höhere Vergütungen. Hinzu kommt, dass die Regelungen zu Dienstwagenraten uneinheitlich bereichs- sowie positionsabhängig unterschiedlich ausgestaltet sind. Vergleichbare Defizite zeigen sich auch bei anderen Annehmlichkeiten.
Image
Das Unternehmen profitiert nach wie vor von einem guten Image.
Karriere/Weiterbildung
Karriereperspektiven sind im Rahmen des fachlichen Laufbahnmodells sowie bis zur Ebene des unteren Managements noch als gegeben zu betrachten. Jenseits dieser Ebene spielen fachliche Kompetenzen jedoch eine zunehmend nachrangige Rolle. Es wäre aus strategischer Sicht ratsam, vermehrt in die systematische Entwicklung junger, qualifizierter Nachwuchskräfte zu investieren, um langfristig eine tragfähige Führungsbasis zu sichern.

