Ich habe in der Zeit bei der G-TEC viel gelernt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist grundsätzlich positiv; man erfährt Vertrauen und eine überwiegend faire Behandlung. Ein Stern Abzug erfolgt aufgrund der ausbaufähigen direkten Wertschätzung durch Vorgesetzte. Zwar wird besonderes Engagement durch die Auszeichnung 'Mitgestalter des Monats' gewürdigt, die Impulse hierfür kommen jedoch i. d. R. aus der Belegschaft. Ein persönliches Wort oder ein ehrliches Danke direkt von der Führungsebene würde zeigen, dass Mehrleistung auch dort aktiv wahrgenommen wird.
Image
Das Image lässt sich als durchwachsen beschreiben. Getreu dem Motto ‚Es ist nicht alles Gold, was glänzt‘, wird nach außen hin manches besser verkauft, als es intern gelebt wird – auch wenn das in der heutigen Zeit fast schon normal scheint. Dennoch ist fairerweise zu sagen, dass auch bei weitem nicht alles schlecht ist; es gibt durchaus viele solide Ansätze.
Internes Image: Unter den Mitarbeitern ist die Stimmung zwiegespalten. Es gibt viel Kritik im kleinen Kreis, die jedoch selten aktiv und direkt gegenüber den Verantwortlichen angesprochen wird. Da dieser offene Dialog fehlt, verändern sich Themen oft nur sehr langsam.
Work-Life-Balance
Besonders hervorzuheben ist das große Vertrauen des Arbeitgebers: Die Planung von einzelnen Urlaubs- oder Gleittagen sowie das Arbeiten im Homeoffice gestalten sich äußerst flexibel. Positiv ist zudem, dass selbst längere Urlaubsphasen in Absprache mit den Teamkollegen unkompliziert verschoben werden können, falls sich private Pläne ändern.
Diesem hohen Maß an zeitlicher Freiheit steht jedoch ein Pensum gegenüber, bei dem Überstunden eher die Regel als die Ausnahme sind. Mehrarbeit scheint fest im Arbeitsalltag verankert zu sein; wer eine strikte 40-Stunden-Woche sucht, wird hier voraussichtlich an seine Grenzen stoßen.
Karriere/Weiterbildung
Die Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind stark davon abhängig, wie man intern wahrgenommen wird. Es scheint eine Differenzierung zwischen strategisch geförderten Talenten und Mitarbeitern für das operative Tagesgeschäft zu geben.
Ein funktionierendes, systematisches Weiterbildungsangebot für alle fehlt bislang. Es gibt zwar gute Ansätze wie Entwicklungskarten und interne Gewerkezirkel zum Austausch, doch individuelle Schulungsanfragen werden oft mit Verweis auf das Budget oder die hohe Auslastung vertagt. Der Wissensaufbau erfolgt daher primär ‚on the job‘ oder durch privates Engagement außerhalb der Arbeitszeit. Hier wäre eine transparentere und gleichmäßigere Förderung wünschenswert.
Nichtsdestotrotz habe ich in meiner Zeit bei G-TEC viel gelernt – sowohl über das Berufsfeld als auch über mich selbst und meine eigenen Grenzen.
Dennoch war für mich der Punkt erreicht, an dem ich für meine weitere Entwicklung jetzt neue Wege gehen muss.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsniveau bei G-TEC liegt eher im unteren Bereich des Markts.
Gehaltserhöhungen erfolgen nicht automatisch; selbst bei besonderem Engagement oder langer Betriebszugehörigkeit ohne Anpassung muss man hart verhandeln, um nicht ‚abgeblockt‘ zu werden. Eigeninitiative ist hier zwingend erforderlich, da Fleiß von Seiten des Unternehmens nicht proaktiv monetär gewürdigt wird.
Die Sozialleistungen (Zusatzkrankenversicherung, Urban Sports, Jobrad, Corporate Benefits) sind zwar ein schöner Bonus, können aber ein niedrigeres Grundgehalt nicht vollends kompensieren, da ihr Nutzwert individuell sehr unterschiedlich ausfällt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen hin werden in den Projekten im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Auftraggeber viele Nachhaltigkeits- und grüne Konzepte verkauft. Intern gibt es jedoch noch Verbesserungspotenzial in Bereichen wie Müllvermeidung und Energiesparen. Z. B. brennt teilweise das gesamte Wochenende über das Licht, und auch PCs oder Fernseher werden nicht immer richtig ausgeschaltet.
Hierbei handelt es sich jedoch eher um einen Punkt, bei dem bei den Mitgestaltern selbst mehr Bewusstsein für diese Themen geschaffen werden muss.
Kollegenzusammenhalt
Die Zusammenarbeit der Teams funktioniert gut und man kann gut miteinander lachen und auch mal Späße bei der Arbeit machen.
Umgang mit älteren Kollegen
In meiner Zeit bei G-TEC hat man leider viele langjährige und erfahrene Mitarbeiter verloren. Gründe hierfür waren aus meiner Sicht ein Verlust von Strukturen, ein hohes Arbeitspensum sowie fehlende Wertschätzung.
Dies hat dazu geführt, dass das Team insgesamt mittlerweile recht jung ist und es kaum noch ‚ältere Kollegen‘ im Unternehmen gibt.
Die verbliebenden Kollegen werden aber geschätzt.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung ist top – hier ein großes Lob an die IT! Auch die Büroräumlichkeiten sind gut. Da G-TEC Mieter ist, besteht zwar nur bedingt Einfluss auf Aspekte wie Beleuchtung oder Belüftung, aber das Büro ist klimatisiert, was das Arbeiten im Sommer sehr angenehm macht. (Empfindungen wie zu warm oder zu kalt sind hierbei natürlich subjektiv.)
Ein kleiner Kritikpunkt ist der zeitweise hohe Lärmpegel, wenn viele Videokonferenzen oder Telefonate gleichzeitig vom Platz aus wahrgenommen werden.
Kommunikation
Die Kommunikation ist gut strukturiert: Es gibt regelmäßige Quartals-Updates zu den Teamergebnissen, einen wöchentlichen Newsletter sowie aktive Teams-Kanäle für allgemeine Infos. Auch der Informationsfluss innerhalb der Projekte funktioniert über Meetings und digitale Kanäle reibungslos.
Verbesserungsvorschlag: Bei strategischen Veränderungsprozessen (wie der aktuellen Umstrukturierung) wäre eine frühzeitigere Kommunikation wünschenswert gewesen. Die Einbindung der ‚Mitgestalter‘ erfolgte hier erst nach Abschluss der Planung – ein transparenterer Dialog während der Entwicklungsphase hätte die anfängliche Akzeptanz sicher gefördert.
Interessante Aufgaben
Die Themenfelder und Aufgabenbereiche sind fachlich absolut interessant und abwechslungsreich. Man arbeitet an relevanten Themen, was grundsätzlich motivierend ist.
Kritikpunkt: Die Arbeitsbelastung war jedoch sehr schwankend. Es gab zwar Phasen, in denen das Pensum gut zu bewältigen war, aber leider auch öfter Zeiträume, in denen die Belastung deutlich zu hoch ausfiel. Hier besteht Optimierungsbedarf in der Kapazitätsplanung, um die eigentlich spannenden Aufgaben auch qualitativ hochwertig bearbeiten zu können.

