Kaum Struktur, schwache Führung, keine Perspektive
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv war für mich vor allem die persönliche Erkenntnis nach über 11 Jahren im Unternehmen. Durch die schlechten Erfahrungen dort habe ich erkannt, wie wichtig ein gutes Arbeitsumfeld ist – und dass es Arbeitgeber und Jobs gibt, zu denen man gerne geht und bei denen Arbeit auch Spaß machen kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders schlecht war das Führungsverhalten. Vom Teamleiter bis zur Standortleitung fehlten fachliche Kompetenz, Führungsstärke und funktionierende Kommunikation. Dieses strukturelle Führungsversagen prägte den gesamten Arbeitsalltag negativ.
Verbesserungsvorschläge
Der Arbeitgeber sollte dringend grundlegende Strukturen verbessern. Es braucht eine fachlich kompetente Führung, klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Kommunikation.
Leistung, Fachwissen und Erfahrung müssen wieder zählen – bei Entscheidungen, Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten.
Zudem sind deutliche Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen, Ausstattung und Planung notwendig. Ein respektvollerer Umgang und echte Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden wären essenziell.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt negativ. Die Stimmung im Team war angespannt und von Unsicherheit geprägt.
Die operative Leitung konnte aus meiner Sicht keine klare Richtung vorgeben. Fehlende Struktur und inkonsequente Entscheidungen haben zusätzlich zur schlechten Atmosphäre beigetragen.
Kommunikation
Eine verlässliche Kommunikation fand praktisch nicht statt. Informationen waren unklar, widersprüchlich oder fehlten vollständig. Besonders von der Standort‑ und operativen Leitung kamen keine klaren, nachvollziehbaren Aussagen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt beschränkte sich auf einen festen Kreis langjähriger Mitarbeitender. Einige neue Kolleg:innen zeigten wiederholt unprofessionelles Verhalten, was eine Integration ins Team erschwerte und zu klarer Distanz geführt hat.
Work-Life-Balance
In Teilzeit war meine Work‑Life‑Balance akzeptabel. Für Vollzeitkräfte hingegen war sie schlecht. Schichtmodelle änderten sich regelmäßig und kurzfristig. Arbeit an Samstagen wurde teilweise erst wenige Tage im Voraus angekündigt, was eine Planung des Privatlebens erschwerte.
Vorgesetztenverhalten
Das problematische Führungsverhalten zog sich bis hin zur Standortleitung. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus fehlte dort grundlegendes fachliches Verständnis für die Arbeitsabläufe.
Als gelernte Fachkraft musste ich wiederholt Aufgaben, Prozesse und fachliche Zusammenhänge erklären – auch gegenüber Vorgesetzten, bei denen dieses Wissen eigentlich vorauszusetzen gewesen wäre.
Diese deutliche fachliche Unterlegenheit auf Führungsebene wirkte unprofessionell und hat das Vertrauen in Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit nachhaltig beeinträchtigt.
Interessante Aufgaben
Der Kontakt mit den Kunden, vor allem Siemens, war einer der wenigen positiven Aspekte. Die Zusammenarbeit war sachlich und professionell und stellte einen angenehmen Kontrast zum internen Arbeitsumfeld dar.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war aus meiner Sicht nicht gegeben. Bevorzugt wurden vor allem Mitarbeitende, die keine Kritik äußerten und Entscheidungen widerspruchslos akzeptierten.
Fachliche Leistung, Kompetenz oder sachlich begründete Argumente spielten hingegen kaum eine Rolle. Das Leistungsprinzip wurde nicht konsequent angewendet.
Dieser Umgang vermittelte den Eindruck, dass bestehende fachliche Defizite auf Ebene der operativen Leitung und der Standortleitung nicht offen sichtbar werden sollten. Eine faire und leistungsbezogene Behandlung aller Mitarbeitenden habe ich daher nicht erlebt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und erfahrene Mitarbeitende wurden aus meiner Sicht nicht angemessen berücksichtigt. Ihre Erfahrung spielte im Arbeitsalltag kaum eine Rolle, obwohl sie fachlich wertvoll gewesen wäre.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren aus meiner Sicht unzureichend. Es wurde keine geeignete Arbeitskleidung für die tatsächlichen Arbeitsbedingungen bereitgestellt. In den Hallen herrschten teilweise Temperaturen von nur etwa 13–15 Grad, dennoch standen lediglich T‑Shirts und Pullover zur Verfügung.
Jacken erhielten nur Mitarbeitende, die direkt an den Toren eingesetzt waren. Wer in der Halle arbeitete, musste private Jacken tragen, durfte diese jedoch nicht schließen, da eine strikte Arbeitskleidungspflicht galt und jederzeit sichtbar sein musste, dass Firmenkleidung getragen wird. Dies war insbesondere bei niedrigen Temperaturen unangemessen.
Zusätzlich fehlte häufig notwendiges Werkzeug für wiederkehrende Arbeitsschritte. Anstatt sinnvoll ausgestattet zu werden, musste man sich benötigtes Werkzeug zeitaufwendig zusammensuchen oder improvisieren. In einigen Fällen sahen sich Mitarbeitende sogar gezwungen, eigenes Werkzeug mitzubringen, um effizient arbeiten zu können und offensichtliche Unwirtschaftlichkeit zu umgehen.
Insgesamt wirkten Ausstattung und Organisation der Arbeitsbedingungen nicht ausreichend durchdacht und erschwerten die tägliche Arbeit unnötig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein war vorhanden und wurde eingehalten. Sozial war das Unternehmen jedoch eine Katastrophe: Wertschätzung, Rücksichtnahme und ein respektvoller Umgang mit Mitarbeitenden fehlten deutlich.
Gehalt/Benefits
Fachkräfte wurden mit einem Gehalt auf Lagerarbeiter‑Niveau abgespeist. Auch nach über 11 Jahren Firmenzugehörigkeit war kaum ein Unterschied zu neu übernommenen Zeitarbeitern oder branchenfremden Neueinstellungen erkennbar.
Image
Schlechtes Image, intern wie extern.
Karriere/Weiterbildung
Möglichkeiten zur Karriereentwicklung oder Weiterbildung waren praktisch nicht vorhanden. Es gab keine klaren Entwicklungsperspektiven, keine gezielte Förderung und kaum Interesse daran, Mitarbeitende fachlich weiterzubringen.
Weiterbildung wurde weder aktiv angeboten noch unterstützt. Eigenes Engagement oder Leistung führten zu keinen neuen Chancen. Der Standort bot keinerlei berufliche Perspektive.


