Es war mal richtig schön hier...ist es heute nicht mehr
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt
Kollegenzusammenhalt intern im jeweiligen Standort
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Permanente Umstrukturierungen ohne Plan
Einführen neuer Tools ohne Plan
doppelte Prozesse
seit etwa 1,5 Jahren permanente Überlastung vieler Mitarbeiter
Mittlerweile übermäßiges Reporting und übermäßige interne Bürokratie
Verbesserungsvorschläge
Strukturierteres Arbeiten, vor allem an Umstrukturieren durch z. B. erst ein wenig planen, bevor man direkt Neues einführt
Nicht nur auf kurzfristige Erfolge hinarbeiten, sondern mal wieder langfristig denken
Wieder mehr und besser priorisieren und die Ziele demzufolge dynamisch anpassen und nicht versuchen, alles mit massiv Druck durchzupressen
Arbeitsatmosphäre
Seitdem der neue CEO die arbeit aufgenommen hat, geht alles nur noch drunter und drüber. Unzählige (benötigte) Leute wurden rausgeworfen, die Firma umfangreich umstrukturiert mit dem Erfolg, dass wirklich niemand mehr genau weiß, wer für was verantwortlich ist. Zusätzlich sind ausnahmslos alle Mitarbeiter in fast allen Standorten weltweit völlig überlastet. Das durch den neuen CEO eingeführte Motto "ACT with URGENCY" macht es auch nicht besser und erweckt eher den Eindruck, als ob das Schiff Gentherm sinkt, obwohl es der Firma ursprünglich im Branchenvergleich gar nicht so schlecht geht.
Image
Die Stimmung intern ist extrem schlecht im Moment, verursacht durch die schlechte Lage der Branche, die massiven Sparmaßnahmen und die völlig chaotische, massive Umstrukturierung
Work-Life-Balance
War schon einmal besser. Durch die hohe Arbeitslast, ist das fast nicht mehr gegeben. Zusätzlich wurde Homeoffice auf einen Tag pro Woche reduziert (deswegen 2 Sterne, da es zumindest noch einen Tag gibt. Ich habe bei quasi 5 Tagen die Woche Mobilen Arbeiten angefangen. Eigentlich immer nur 2-3 Tage genutzt, aber die Flexibilität war trotzdem großartig).
Viele Kollegen arbeiten aber fast nicht mit Kollegen am eigenen Standort zusammen und es stellt sich die Frage, warum ich dazu im Büro sitzen muss?
Manche Vorgesetzten fordern von den Mitarbeitern, dass diese während Krankheit und Urlaub erreichbar sein sollen oder zumindest Emails lesen.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmaßnahmen gibt es sehr wenige. Es wird für Linked Learning bezahlt. Wenn man sich bemüht, kann man auch aufsteigen und die permanenten Umstrukturierungen kann man auch mal neues entdecken. Es gab früher Programme zur persönlichen Weiterentwicklung auch als Zielsetzungsmaßnahme, allerdings ist das irgendwie wieder eingeschlafen.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind größtenteils sehr gut - da kann ich nicht meckern.
Wenn ich mein Gehalt für meine Position allerdings mit dem Durchschnitt hier vergleiche, liege ich aber doch gute 15% unter dem, was meine Kollegen verdienen, dennoch ist das aber immer noch ein relativ hohes Gehalt. Es gibt aber auch innerhalb von Abteilungen massive Unterschiede.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umwelt spielt nur dann eine Rolle - zumindest in Deutschland - wenn man damit kosten sparen kann. Keine Möglichkeiten, E-Auto zu laden, es sei denn man hat einen Firmenwagen. Mülltrennung nicht wirklich vorhanden.
Sozialbewusstsein gibt es nur sehr wenig, kaum Corporate Benefits - wobei diese gerade eingeführt werden. Da man auch zum Standort mit dem Auto pendeln muss, da die Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr schlecht ist, ist das ein echt Nachteil für einige. Unterstützung gibt es auch so gut wie nicht mehr.
Kollegenzusammenhalt
In der Not versucht man intern in den Standorten zusammenzuhalten. Ich glaube, das ist überall so. Allerdings ist das nicht Standortübergreifend so. Man versucht, die Planungsfehler eines Standortes einem anderen Standort in die Schuhe zu schieben und "prügelt" dann auf die Kollegen des andere Standortes ein.
Umgang mit älteren Kollegen
Zwischen den Kollegen wirklich gut, jedoch habe ich das Gefühl, dass die Firma versucht hat, sich den älteren Kollegen nach Möglichkeit zu entledigen, da zu teuer.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt solche und solche. Manchmal ist man schon fast kumpelhaft und auf Augenhöhe unterwegs. Teilweise halten sich Vorgesetzte aber nicht an Absprachen und fallen einem dann in den Rücken.
Außerdem fällt es einigen Vorgesetzten wirklich schwer, zu priorisieren.
Großes Plus ist aber nach wie vor, dass man für Fehler zwar verantwortlich gemacht wird, aber die Konsequenzen normalerweise schon fair sind und man daran arbeitet, dass die Fehler nicht wiederholt passieren.
Arbeitsbedingungen
Mittlerweile schlecht. Alter, kaum noch funktionierender Laptop (hauptsächliches Arbeitsmedium) wird auch nach 6 Jahren nicht getauscht, keine ergonomischen Mäuse und Tastaturen. Immerhin Headsets gibt es jetzt mal Neue. Um alles muss man kämpfen.
Überbordende Bürokratie und immer mehr Reporting mit Tools, die nicht mal richtig funktionieren und extrem langsam sind. Wenn man sowieso keine Zeit hat, hält das nochmal zusätzlich auf.
Geräuschemissionen sind auch in den Büros sehr hoch, da jeder permanent in Teams-Meetings hängt und jeder dadurch automatisch versucht, die Anderen zu übertönen. Hier wird definitiv zu wenig getan.
Immerhin gibt es überall höhenverstellbare Schreibtische.
Den einen Stern gibt es, da es immer kostenlos Kaffee und Wasser gibt und man sogar ein kleines bisschen Auswahl hat.
Kommunikation
Es wird viel kommuniziert, stellenweise erreichen die Informationen die richtigen Leute nicht. Hauptsache es gibt viele Videos von der obersten Führungsriege - allerdings haben Viele nicht mal die Zeit, diese auch noch anzusehen.
Gleichberechtigung
War schon Mal besser, früher gab es dafür sogar eigene Budgets. Dennoch ist der Umgang am Standort mit allen wirklich auf Augenhöhe und - soweit ich es als Mann beurteilen kann - schon fair.
Interessante Aufgaben
In meiner Position muss ich mich mittlerweile um alles kümmern, das macht es schon spannend, da man in alle Prozesse teilweise sehr tiefe Einblicke bekommt. Allerdings habe ich dazu eigentlich gar keine Zeit und es fällt nicht in meinen Aufgabenbereich. Aber was tut man nicht alles, um das Projekt am Laufen zu halten und Eskalationen zu vermeiden - welche mittlerweile irgendwie an der Tagesordnung sind.