Gutes Unternehmen, schlechte Führung und falsche Prioritäten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Moderne technische Ausstattung, gute Sozialleistungen mit T-ZUG, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung sowie eine grundsätzlich gute Work-Life-Balance. Das Unternehmen genießt in der Region einen guten Ruf.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mangelnde Wertschätzung, fehlendes Feedback und langsame Entscheidungsprozesse. Bekannte Probleme wurden oft über Jahre hinweg nicht gelöst, obwohl sie regelmäßig angesprochen wurden. Zudem wurden Mitarbeiter teilweise dauerhaft überlastet, ohne dass entsprechend gegengesteuert wurde. Mitarbeiterfeedback wurde zwar eingeholt, führte jedoch nur selten zu sichtbaren Veränderungen. Statt die Teams personell zu stärken, lag der Fokus häufig auf zusätzlichen Führungsstrukturen.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiterfeedback schneller umsetzen. Entscheidungen schneller umsetzen. Weniger Fokus auf neue Führungspositionen, mehr Fokus auf die personelle Verstärkung der Teams. Bekannte Überlastungsthemen sollten aktiv gelöst statt jahrelang verwaltet werden. Außerdem sollten schlechte Vorgesetztenbewertungen nicht folgenlos bleiben. Wenn sich trotz wiederholtem Mitarbeiterfeedback über Jahre nichts verbessert, müssen auch personelle Konsequenzen möglich sein.
Arbeitsatmosphäre
Die größte Wertschätzung habe ich erst gespürt, als mein Weggang zum Problem wurde. Fünf Monate Vorlauf für meine Kündigung haben nicht ausgereicht, um intern oder extern einen Ersatz zu finden. Mein Aufhebungsvertrag wurde deshalb um acht Wochen verzögert.
Image
Das Image des Unternehmens in der Region ist gut. Leider trifft das nicht auf alle Abteilungen gleichermaßen zu. Die größten Probleme entstehen aus meiner Sicht häufig durch die Besetzung/Neubesetzung und Arbeitsweise einzelner Führungskräfte.
Work-Life-Balance
Urlaub war jederzeit möglich und die Planung unkompliziert. Durch die verpflichtende einstündige Pause war man jedoch täglich mindestens neun Stunden außer Haus.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen wurden meist nur dann angeboten, wenn sie zwingend für eine Aufgabe erforderlich waren. Persönliche oder fachliche Weiterentwicklung spielte eher eine untergeordnete Rolle, stattdessen gab es überwiegend interne Schulungen zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter mit eine Teilnahmebestätigung.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits waren insgesamt in Ordnung. Durch regelmäßige Anpassungen, T-ZUG, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Gewinnbeteiligung lag das Gesamtpaket durschnittlich.
Kritisch sehe ich jedoch die Regelung zur Gewinnbeteiligung: Wer beispielsweise im Dezember 2025 mit Austritt zum Ende April 2026 kündigt, erhält trotz voller Arbeitsleistung im Jahr 2025 keine Gewinnbeteiligung für dieses Jahr.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mission Blue?
Kollegenzusammenhalt
Anfangs war der Zusammenhalt in der IT Infrastruktur stark. Mit der Aufteilung in zwei Teams änderte sich das jedoch deutlich. Die Zusammenarbeit wurde schwieriger und teilweise entstand mehr Konkurrenz als Teamgeist. Außerhalb der IT war der Zusammenhalt gemischt. Die IT hatte zudem spürbar mit einer schlechten Reputation im Unternehmen zu kämpfen.
Umgang mit älteren Kollegen
Sehr viele Kollegen sind älter und seit 10 Jahren oder länger im Unternehmen. Der Umgang mit diesen Kollegen war häufig schwierig.
Vorgesetztenverhalten
Feedback gab es praktisch keines. Beschwerden und Wünsche wurden nur sehr schleppend bearbeitet. Häufig musste man mehrfach nachhaken oder sogar ein Ultimatum setzen, damit überhaupt etwas passierte.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung in der IT war modern und grundsätzlich gut. Open Office und Desk Sharing haben die Zusammenarbeit und die "Hardware Arbeit" jedoch deutlich erschwert. Auch zwei Jahre nach dem Umzug ins neue Gebäude gab es hier keine spürbaren Verbesserungen, zudem waren regelmäßig zu wenige Arbeitsplätze verfügbar.
Kommunikation
Kommunikation wurde häufig über KI-generierte E-Mails direkt mit Vorgesetzten oder Abteilungsleitern im CC versendet.
Gleichberechtigung
Es gab eine klare Mitarbeiterbevorzugung, insbesondere bei Prämienvergaben oder der Priorisierung von Themen. Ansonsten habe ich keine Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder anderen persönlichen Merkmalen wahrgenommen
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren interessant, die Rahmenbedingungen jedoch nicht. Viele Mitarbeiter erledigten dauerhaft die Arbeit von zwei bis drei Personen. Obwohl die Überlastung seit Jahren bekannt war und mehrfach angesprochen wurde, passierte kaum etwas. Trotzdem wurde erwartet, dass alle Themen termingerecht und in voller Qualität abgearbeitet werden. Das hat den Spaß an den Aufgaben deutlich reduziert.

