Starke Substanz verliert gegen fehlendes Vertrauen - Führung und Kommunikation brauchen mehr Realismus
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ausbau der Benefits in jüngster Zeit.
Hilfsbereitschaft innerhalb des Teams.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Neue Visionen werden mit toxischem Optimismus angegangen, anstatt gesundem Realismus. Immer weiter so ...
Verbesserungsvorschläge
Entscheidungen transparent und für Belegschaft nachvollziehbar begründen.
Verbindliche Taten statt Versprechungen und gute Gefühle liefern, um verloren gegangenes Vertrauen aufzubauen.
Wieder mehr auf die Belegschaft hören und Kritik immer als Chance verstehen.
Arbeitsatmosphäre
Sehr angespannt. Vorstand trifft weiterhin Entscheidungen ohne Rücksprache mit Führungskräften und Fachexperten. Seit der Umstrukturierung wirkt alles chaotischer. Nach mehreren Kündigungen, wobei einige Betroffene auch woanders hätten eingesetzt werden können, herrscht Unsicherheit bezüglich der Job-Sicherheit. Auf die gedrückte Stimmung wird mit verordneten Teamevents und aus meiner Sicht unglaubwürdigen positiven Aussichten für die Zukunft, statt mit klärenden Gesprächen reagiert. Die Resignation über die Führungsebene ist in Gesprächen über fast alle Bereiche hinweg spürbar. Die Erfolge im eigenen Team motivieren immerhin etwas.
Kommunikation
In der Phase der Veränderung habe ich mich nicht mitgenommen gefühlt. Stark top-down geprägt. Termine mit dem Vorstand hinterlassen oft mehr Fragen als Antworten. Konstruktive Kritik wird selten aufgegriffen, daher kommt inzwischen kaum noch Feedback aus der Belegschaft. Aufgrund einiger Vorfälle ist selbst Personal für mich kein vertrauenswürdiger Ansprechpartner mehr. Führungskräfte sind über Hintergründe teils selbst nicht informiert. Transparenz bezüglich Strategien und Zielen fehlt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der einzelnen Teams weiterhin gut und hilfsbereit. Der abteilungsübergreifende Zusammenhalt hat durch die neue Struktur gelitten, da Teams primär auf ihre eigenen Kennzahlen fokussiert sind.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Regelungen waren lange eine Stärke. Durch die Ankündigung von drei festen Präsenztagen im Büro wird diese Flexibilität nun stark eingeschränkt.
Vorgesetztenverhalten
Viele Führungskräfte sind bemüht, agieren jedoch primär operativ und haben wenig Entscheidungsspielraum. Die meisten von ihnen sind Macher-Typen. Echte Mitarbeiterführung tritt dadurch in den Hintergrund.
Interessante Aufgaben
Stark abhängig vom jeweiligen Team. Kurzfristige, Ad-hoc-Priorisierungen durch die Geschäftsleitung führen leider dazu, dass andere wichtige Aufgaben liegen bleiben. Wenn man dann wiederholt feststellt, dass diese komplett unnötig waren, ist das demotivierend. Der Einfluss auf die eigenen Aufgaben ist sehr eingeschränkt.
Gleichberechtigung
Im Allgemeinen wirkt das Unternehmen bunt gemischt. Vergabe von Führungspositionen wirkt subjektiv und wenig transparent. Die Kultur bezüglich sensibler Sprache und Inklusion hat an einigen Stellen Verbesserungspotenzial.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter spielt im täglichen Miteinander keine Rolle. Der Umgang ist kollegial und persönlich geprägt.
Arbeitsbedingungen
Das Büro hat Industrie-Charme, modernisierte Substanz wird aktuell aber eher instand gehalten als weiterentwickelt. Die Klimatisierung ist gut, aber die Lautstärke im Großraumbüro erschwert konzentriertes Arbeiten; Rücksichtnahme von einigen Mitarbeitenden nur begrenzt. Hardware ist gebraucht, Ersatz bei Ausfällen aber schnell verfügbar.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt Ladesäulen im Hof, die aber ausschließlich von den privilegierten Dienstwagenfahrern genutzt werden dürfen. Immerhin sind nach meiner Beobachtung alle Dienstwagen elektrisch oder hybrid betrieben.
Soziales Engagement existiert durch Aktionen und Spendensammlungen bei internen Events.
Gehalt/Benefits
Gehalt orientiert sich eher an irgendeinem Marktdurchschnitt als am individuellen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Die Spreizung scheint groß zu sein. Immerhin wird es fast immer pünktlich ausgezahlt. Positiv anzumerken ist, dass die Benefits in den letzten Monaten ausgebaut wurden.
Image
Nach außen weiterhin positiv, da Kunden und Partner auf langjährige Erfahrung vertrauen. Das interne Stimmungsbild weicht davon derzeit ab.
Karriere/Weiterbildung
Karriereschritte sind schwer planbar. Neue Aufgaben sind häufig selbst zu bewältigen. Weiterbildungen müssen meist in Eigeninitiative beantragt und intensiv begründet werden. Dabei sollte man darauf achten, dass nicht der Verdacht aufkommen kann, man wäre für seinen aktuellen Job ungeeignet.