schöner Schein nach außen, Druckkessel nach innen
Arbeitsatmosphäre
als feste Stelle für eine Deutschlehrkraft in unsicheren Zeiten war der Job solide. Die direkte Chefin war menschlich und fachlich eine Bereicherung, da sie als ehemalige Lehrerin selber wusste, worauf es ankommt und uns stets den Rücken freihielt. Ergänzt wurde das durch eine neue, sehr gute Geschäftsführerin, die direkt mit frischem Wind überzeugte. Zudem werden Werte wie Diversität und Toleranz hier nicht nur wie im "corporate speech" gepredigt, sondern versucht zu leben. ich habe selbst einen Migrationshintergrund und fand die Atmosphäre relativ diskriminierungsfrei. Hinter der Fassade aber brodelte massiver Frust, der von den Kollegen oft hinter verschlossenen Türen ausgetragen wurde
Work-Life-Balance
als Deutschlehrer war die Work-Life-Balance grundsätzlich gut, da man ausreichend Zeit für die Unterrichtsvorbereitung hatte und die direkte Chefin sehr verständnisvoll agierte. Einzig die oft unvorhersehbaren Vertretungen störten
Kollegenzusammenhalt
der Zusammenhalt leidet extrem unter einigen festgefahrenen „Fürstinnen“, die schon ewig da sind und machen können, was sie wollen, in fachlicher und menschlicher Hinsicht hingegen "fragwürdig", weshalb man sich fragen muss, wie sie überhaupt an ihre Posten gekommen sind. Statt Meritokratie wird hier offenbar nach gutem Draht nach oben befördert. Wer abteilungsübergreifend mit ihnen zusammenarbeiten muss, merkt schnell, dass sie sich an keine Regeln halten und unhöflich sind. Weil die Chefs darüber hinwegsehen, haben diese Leute völlige Narrenfreiheit und machen Kolleginnen und Kollegen das Leben schwer.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist meines Erachtens nach durchgehend positiv und wertschätzend. Man spürt, dass auf das Know-how der Generation 50+ großen Wert gelegt wird.
Vorgesetztenverhalten
die Zusammenarbeit mit der direkten Chefin und der neuen Geschäftsführung war top, doch die mittlere Ebene gleicht stellenweise einer absurden Realitätsflucht. Einige Platzhirsche wirken so fachfremd, dass man sich fragt, wie sie überhaupt befördert wurden. entsprechend wird hier mangelnde Kompetenz durch ständige Machtspielchen ausgeglichen, so scheint es
Kommunikation
es wird zwar in unzähligen Meetings geredet und mit schönen Worten um den heißen Brei herumgeredet, aber gelöst wird nichts. Die ganz obere Chefin kriegt vom echten Alltagschaos auf der mittleren Ebene kaum etwas mit. Deswegen verpufft jede Kritik, und echte Probleme werden einfach totgeschwiegen.