Viel Kontrolle, wenig Vertrauen – belastendes Arbeitsklima im Bereich Trainer-Recruiting (Freelancer)
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die IT war bei technischen Problemen engagiert und bemüht.
Die Personalabteilung agierte stets zuverlässig und freundlich.
Der Betriebsrat ist sehr hilfsbereit.
100 % Remote-Arbeit war möglich.
Vertrauensarbeitszeit wurde angeboten.
Einzelne Kolleg:innen waren hilfsbereit und freundlich.
Der Kontakt zu Trainercoaches und dem Projektmanagement war durchweg positiv.
Das Gehalt wurde überpünktlich gezahlt, inklusive Internetkostenpauschale.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen hat Potenzial, vor allem in Bezug auf Remote-Arbeit und Flexibilität. In meinem Bereich habe ich jedoch ein Umfeld erlebt, das von Kontrolle, Misstrauen und psychischer Belastung geprägt war. Fehler wurden eher öffentlich gemacht als als Lernchance genutzt. Vertrauen, Klarheit und kollegiale Zusammenarbeit habe ich weitgehend vermisst.
Bewerbende sollten vorab gezielt nachfragen, wie neue Mitarbeitende eingearbeitet werden und wie mit Feedback und Fehlern umgegangen wird.
Bereits im Vorstellungsgespräch wirkte die Kommunikation einseitig und wie ein Monolog des Unternehmens. Das zugesicherte Aufgabengebiet wich deutlich von der Realität ab.
Empfehlung für IT-Trainer:innen und andere Freelancer:innen:
Basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen im Bereich Trainer-Recruiting würde ich IT-Trainer:innen und anderen Freelancer:innen empfehlen, sich vor einer Bewerbung ausführlich zu informieren. Es ist ratsam, vorab gezielte Fragen zur Unternehmenskultur, zum Umgang mit neuen Mitarbeitenden und zur Führungsstruktur zu stellen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
Der direkte Kollege zeigte meiner Meinung nach typisches Verhalten einer toxischen Arbeitsweise: Kontrolle, öffentliche Bloßstellung, mangelnde Absprache und inkonsistente Freundlichkeit. Sein Verhalten wirkte psychisch belastend und beeinträchtigte mein Arbeitsumfeld erheblich.
Verbesserungsvorschläge
Strukturierte und unterstützende Einarbeitung statt Überforderung
Klare Kommunikationsstandards mit Respekt und auf Augenhöhe
Führungskräfte sollten Konflikte aktiv moderieren und wertschätzend sein.
Ausgrenzung und Machtgefälle frühzeitig erkennen und verhindern
Bessere Koordination zwischen IT und anderen Teams
Arbeitsatmosphäre
In meiner Zeit im Bereich Trainer-Recruiting habe ich eine stark kontrollierende Arbeitsatmosphäre erlebt, in der wenig Vertrauen herrschte. Kritik wurde teilweise ohne vorherige Rücksprache direkt an die Führungskraft weitergegeben. Fehler wurden systematisch dokumentiert, was bei mir den Eindruck einer starken Überwachung erzeugte. Eskalationen und Konflikte wirkten für mich häufig nicht konstruktiv gelöst.
Mehrfach wurden Hinweise oder Fehler öffentlich in MS-Teams-Kanälen kommuniziert, oft in einem Ton, den ich als abwertend empfand. Besonders belastend empfand ich das Verhalten eines Kollegen: Aufgaben wurden ohne Abstimmung in meinen Kalender eingetragen, Besprechungen ohne Rücksprache geplant. Nach außen zeigte er sich verständnisvoll, intern nahm ich jedoch ein anderes Verhalten wahr. Während seiner Abwesenheit konnte ich konzentrierter arbeiten.
Image
Schlechtes Image in der Bildungsbranche
Work-Life-Balance
Durch Remote-Arbeit in Ordnung
Gehalt/Benefits
Kein Urlaubs- und Weihnachtsfeld, kaum Sozialleistungen
Kollegenzusammenhalt
Einen echten Kollegenzusammenhalt habe ich im Bereich Trainer-Recruiting kaum erlebt. Einzelne Kolleg:innen waren zwar freundlich, jedoch überwog ein Klima aus Kontrolle, öffentlicher Bloßstellung und fehlender Unterstützung. Dadurch entstand ein belastendes Arbeitsumfeld, in dem Vertrauen und Teamgeist fehlten.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungskraft wirkte auf mich distanziert und gab überwiegend belehrende, selten wertschätzende Rückmeldungen. In der Einarbeitung war bereits spürbar, dass wenig Vertrauen bestand. Regelmäßige Verspätungen von rund 15 Minuten bei unserem Jour fixe empfand ich als wenig wertschätzend. Belastende Verhaltensmuster im Team wurden aus meiner Sicht nicht aufgegriffen.
Ein Beispiel für fehlende Wertschätzung:
Ich erstellte ein Handbuch für ein Projekt. Statt einer positiven Rückmeldung wurde lediglich erwähnt, es sei gut, dass eine Kollegin es noch überprüft habe.
Arbeitsbedingungen
Schon in der ersten Woche gab es technische Probleme: Der erste Laptop war nicht registriert, das Ersatzgerät unvollständig eingerichtet. Die Abstimmung mit der IT musste ich weitgehend selbst übernehmen.
Nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses verlief auch die Rückgabe der Hardware chaotisch: Vereinbart war ein Abholtermin mit der IT für Mittwoch und der Versand eines Kartons – dieser kam jedoch nicht rechtzeitig. Ohne Absprache wurde ein Abholtermin auf Dienstag gelegt, an dem ich nicht verfügbar war. Das Arbeitszeugnis kam auch viel zu spät an.
Kommunikation
Sensible Themen wurden meist schriftlich über MS Teams geklärt, anstatt im persönlichen Gespräch. Feedback war selten konstruktiv und oft kontrollierend. Ich habe die Kommunikationskultur als von Unsicherheit und Misstrauen geprägt wahrgenommen und sehr defizitorientiert.
Interessante Aufgaben
Im Vorstellungsgespräch wurde mir eine Stelle als Recruiterin und Projektmanagerin zugesichert. Tatsächlich sollte ich überwiegend als Springer zwischen verschiedenen Abteilungen fungieren. Der Tätigkeitsschwerpunkt lag im Nachhalten von Unterlagen externer Trainer:innen, auch in sensiblen Situationen, z.B. wenn Trainer im Krankenhaus lagen, was ich persönlich als moralisch belastend empfand.
