Ihr Unternehmen?

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Giese 
Immobilien 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Außen hui, innen schwierig

1,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Vertrieb / Verkauf in Stuttgart gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Ich würde empfehlen, Kommunikation kürzer, klarer und vor allem lösungsorientierter zu gestalten. Mehr Vertrauen, mehr echte Unterstützung und weniger Schuldzuweisung wären aus meiner Sicht ein sinnvoller Anfang.

Arbeitsatmosphäre

Ich habe die Arbeitsatmosphäre als eine Mischung aus Daueranspannung, Oberflächlichkeit und merkwürdiger Inszenierung erlebt. Nach außen freundlich und familiär, intern aber teilweise so, dass Mitarbeiter sich hinter verschlossenen Türen selbst über den Chef lustig machten und gleichzeitig schon kollektiv damit rechneten, dass aus einem Gespräch spontan ein zweistündiges Abendprogramm werden könnte.

Image

Social Media und Marketing haben einen enorm hohen Stellenwert. Vieles ist stark inszeniert, optimiert und auf ein bestimmtes Bild ausgerichtet. Die Außenwirkung wird nicht einfach nur präsentiert, sondern sehr bewusst konstruiert, bis jedes kleine Detail möglichst perfekt aussieht. Nicht nur Immobilien sollen bestmöglich präsentiert werden, sondern auch das Unternehmen selbst. Nur dass bei einer Immobilie jeder weiß, dass vorher noch einmal gründlich aufgeräumt wurde, bevor die Fotos gemacht und mit chatgpt bearbeitet werden.

Work-Life-Balance

Sehr widersprüchlich. Einerseits hieß es: Termine, Termine, Termine. Schnell arbeiten, viel arbeiten, möglichst viele Immobilien gleichzeitig voranbringen. Andererseits konnte es passieren, dass man bis 21 Uhr oder später gearbeitet hatte und am nächsten Tag zu hören bekam, man solle das nicht tun und müsse besser auf seine Pausen achten.
Kernaussagen war für mich ungefähr: Arbeite bitte so viel wie nötig, aber wehe, man sieht, dass du viel arbeitest.
Für mich ist das keine besonders überzeugende Vorstellung von einer gesunden Balance.

Karriere/Weiterbildung

Man kann vor allem Erfahrungen darüber sammeln, welche Art von Unternehmen und Führung für einen nicht funktioniert.
Weiterentwicklung wurde stark mit Selbstoptimierung verbunden.
Weiterbildung bedeutet für mich, besser zu werden. Nicht, sich nach einem stundenlangen Gespräch zu fragen, ob man gerade beruflich weiterentwickelt wurde oder eine Therapiesitzung besucht hat.

Gehalt/Benefits

Das Vergütungsmodell aus Fixum, Provisionsvorschuss und Provision kann auf dem Papier nach Chance klingen. In der Realität kann es jedoch auch bedeuten, dass finanzielle Sicherheit zum Luxus wird, während man selbst trotzdem Vollgas geben soll. Für jemanden, der Planungssicherheit sucht, ist das eher ein Drahtseilakt als ein Benefit. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass Erfolg dort nicht nur daran gemessen wurde, was man kann oder wie man als Mensch mit anderen umgeht, sondern auch daran, was man besitzt und wie man nach außen aussieht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Für mich beginnt soziale Verantwortung nicht bei einem schönen Leitbild oder einem freundlichen Instagram-Beitrag, sondern beim Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Ich habe nicht erlebt, dass Empathie und Persönlichkeit denselben Stellenwert hatten wie Leistung, Erfolg, Selbstoptimierung und äußere Wirkung.

Kollegenzusammenhalt

Auf den ersten Blick wirkt das Miteinander teilweise sehr eng und beinahe familiär, manchmal aus meiner Sicht sogar etwas zu eng. Gespräche über Markenklamotten, Luxusartikel, Beauty-Eingriffe und den nächsten materiellen Wunsch waren für mich gefühlt deutlich präsenter, als ich es aus anderen Arbeitsumfeldern kannte.
Sobald ich allerdings wirklich Unterstützung oder Rat gebraucht hätte, hatte ich eher den Eindruck: Jeder ist letztlich für sich selbst verantwortlich. Man kann morgens noch herzlich miteinander sein und in der Pause Smalltalk führen, aber sobald es schwierig wird, habe ich mich auf die Unterstützung der Kollegen nicht wirklich verlassen gefühlt.

Vorgesetztenverhalten

Ich habe das Verhalten meines Vorgesetzten häufig als intensiv, detailverliebt und dem Versuch einschüchternd zu wirken wahrgenommen. Starrer Blickkontakt, sehr direkte und fordernde Fragen und Aussagen wie „Wie fühlst du dich gerade in dieser Situation?“ konnten selbst aus einer normalen Arbeitssituation plötzlich eine psychologische Untersuchung machen.
Mein Eindruck war, dass der Führungsstil stark darauf ausgerichtet war, Mitarbeitern einen „Spiegel vorzuhalten“. Macht jedoch nur Sinn, wenn man danach irgendwann gemeinsam in Richtung Lösung geht. Wenn man sich allerdings über Stunden mit Fehlern und deren Ursachen beschäftigt, kann der Spiegel irgendwann auch einfach nur noch ein sehr großes Vergrößerungsglas sein.
Besonders irritierend fand ich die Aussage, dass Angst ein Ansporn sein könne. Für mich persönlich ist Angst keine Motivation. Angst ist ein Warnsignal. Aber vermutlich sind wir da einfach unterschiedlicher Auffassung darüber, wie Menschen langfristig gute Arbeit leisten.

Arbeitsbedingungen

Für mich gehören zu guten Arbeitsbedingungen auch Planbarkeit, Sicherheit und die Möglichkeit, Fehler machen und daraus lernen zu können.

Ich hatte jedoch das Gefühl, dass Geschwindigkeit oberste Priorität hatte. Immobilien sollten möglichst schnell auf den Markt gebracht werden, teilweise aus meiner Sicht bevor sämtliche relevanten Unterlagen und Informationen abschließend geprüft oder geklärt waren. Wenn später etwas korrigiert, ergänzt oder aktualisiert werden musste, entstand für mich teilweise der Eindruck, dass die Schuld sehr schnell einer einzelnen Person zugeordnet wurde.
Das Prinzip war für mich teilweise schwer nachvollziehbar: Schnell arbeiten. Aber wenn etwas durch die Geschwindigkeit schiefgeht, suchen wir erst einmal jemanden, dessen Name irgendwo daruntersteht. Gerade weil ich davon ausgegangen bin, dass es ein Vier-Augen-Prinzip geben sollte, empfand ich diese Form der Schuldzuweisung als besonders widersprüchlich. Ein Kontrollprinzip verliert für mich etwas an Sinn, wenn am Ende trotzdem grundsätzlich nur eine Person verantwortlich sein soll.

Kommunikation

Gespräche wurden aufgezeichnet. Wenn man Zweifel äußerte oder ein Problem ansprach, konnte daraus ein langes Gespräch werden, teilweise über ein bis zwei Stunden, in Ausnahmefällen auch deutlich länger. Gespräche wurden statt nach einer angemessenen Zeit zu einer Lösung zu kommen, mit jeder einzelne Aussage auf links gedreht. Irgendwann wirkte es auf mich weniger nach lösungsorientierter Kommunikation und mehr nach einer verbalen Langzeitdokumentation der Fehler.

Gleichberechtigung

Persönlichkeit, individuelle Bedürfnisse und Empathie bekommen nicht den Stellenwert, den ich mir in einem modernen Unternehmen wünsche. Unterschiedliche Charaktere und Arbeitsweisen sollten mehr Raum bekommen.
Nicht jeder Mensch funktioniert gut unter demselben Druck.

Interessante Aufgaben

Die Immobilienbranche bietet grundsätzlich interessante und abwechslungsreiche Aufgaben. In einem Unternehmen welches häufig von internen Gesprächen, Selbstanalysen, Rechtfertigungen und organisatorischen Abläufen überschattet wurde kommt jedoch das eigentliche Doing meist zu kurz.


Umgang mit älteren Kollegen

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.