Ihr Unternehmen?

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gkk 
DialogGroup 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Von CX zu „Bloß weg hier" - Lehrbuchbeispiel, wie man eine Unternehmenskultur in Rekordzeit ruiniert. ⭐

1,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei GKK Dialog Marketing GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Abschied. Endlich einen Schlussstrich ziehen zu können, war rückblickend das Beste an meiner Zeit nach der Übernahme.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Liste wäre länger als das Zeichenlimit.

Verbesserungsvorschläge

Vorweg: Meine Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Zeit der gkk nach der Übernahme durch Walter Services. Mein größter Verbesserungsvorschlag wäre, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Viele der Probleme, die ich erlebt habe, hätten sich aus meiner Sicht durch ehrliche Kommunikation und die Bereitschaft zum Dialog vermeiden lassen. Das zeigte sich für mich besonders im Umgang mit Kündigungen. Statt frühzeitig das Gespräch zu suchen oder gemeinsam nach Lösungen zu suchen, endete vieles im Paragraphenkrieg über Anwält und vor Gericht. Dass es zu so vielen arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen gekommen ist, spricht für mich eine deutliche Sprache. Ich habe wirklich versucht, diesen Menschen eine Chance zu geben, aber die Art des Umgangs und die vermittelten Werte entsprachen in keiner Weise dem, was ich in all den Jahren bei der gkk kennengelernt und geschätzt habe.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war eine absolute Katastrophe. Jeden Morgen hatte man Angst, ob man sich überhaupt noch in die Systeme einloggen kann oder bereits die Kündigung im Briefkasten liegt. Es zählte ausschließlich die Meinung der Führungsebene, alles andere wurde ignoriert. Irgendwann hat man aufgehört, seine Meinung zu sagen und nur noch Anweisungen wie ein Roboter befolgt. Von einem herzlichen oder wertschätzenden Miteinander war nichts mehr zu spüren.

Image

Aus meiner Sicht wurde der Ruf der gkk nachhaltig beschädigt und etwas zerstört, das über viele Jahre aufgebaut wurde. Veränderungen und Umstrukturierungen gehören zu einer Übernahme dazu. Was ich jedoch nicht nachvollziehen konnte, war der Versuch, eine Agenturkultur mit Freiraum, Persönlichkeit und Zusammenhalt durch eine starre Hierarchie zu ersetzen. Keine Frage, Walter Services verfügt über viel Erfahrung im Callcenter-Geschäft. Eine Agentur ist jedoch kein Callcenter. Genau diesen Unterschied hat das Unternehmen aus meiner Sicht bis heute nicht verstanden. Die vorhandene Expertise wurde kaum genutzt und Entscheidungen wirkten dadurch häufig fachlich schwer nachvollziehbar. Besonders widersprüchlich finde ich den Außenauftritt. Nach außen geht es um CX, HX und den Menschen. Intern habe ich davon kaum etwas erlebt. Für mich entstand der Eindruck, dass CX hier eher als Buzzword genutzt wird, weil es am Markt gut ankommt. Die Grundlage von CX beginnt jedoch bei den eigenen Mitarbeitenden und genau das habe ich vermisst.

Work-Life-Balance

100 % Homeoffice war grundsätzlich ein großer Pluspunkt. Der psychische Stress war jedoch so hoch, dass sich das Ganze dauerhaft ins Privatleben gezogen hat. Ich bin grundsätzlich kein Fan von 100 % Homeoffice, weil dadurch echter Teamzusammenhalt nicht entsteht. In diesem Fall war ich allerdings froh, so wenig Zeit wie möglich mit diesen Menschen verbringen zu müssen. Ein gemeinsames Event hat mir gereicht. Dort wurde überwiegend über die ehemalige Geschäftsführung und Kollegen gelästert. Gleichzeitig wurde psychischer Druck aufgebaut und auch mit Konsequenzen gedroht. Vermutlich war manches eher als Scherz gemeint, aber in einer ohnehin angespannten Situation nach einer Übernahme fehlte jegliches Feingefühl und die Lage wurde bei jeglichen Zusammenkommen weiter angeheizt. Die Maßnahmen zur Work-Life-Balance mögen also auf dem Papier gut gemeint gewesen sein, wenn die psychische Belastung durch den Job jedoch das Privatleben dauerhaft beeinträchtigt, haben sie ihr Ziel für mich klar verfehlt.

Karriere/Weiterbildung

Seit der Übernahme wurde ich kein einziges Mal gefragt, wer ich bin, welche Stärken ich mitbringe oder wie ich mich mit / in dem Unternehmen weiterentwickeln möchte. Stattdessen wurde ich ohne Vorwarnung in neue Teams versetzt. Erst im Nachhinein wurde gefragt, wie es mir gefällt. Allerdings hatte ich häufig den Eindruck, dass nur die Antworten akzeptiert wurden, die ins gewünschte Bild passten. Man wurde klein gehalten, permanent unterschätzt und fachlich kaum noch gefordert. Für mich entstand zunehmend das Gefühl, dass man eher auf eine freiwillige Kündigung hinarbeitete, als Mitarbeitende langfristig entwickeln zu wollen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war bereits vor der Übernahme kein großer Pluspunkt. Viele Mitarbeitende blieben trotzdem wegen der besonderen Unternehmenskultur und für mich war das auch der größte USP der gkk. Mit der Übernahme ist genau dieser Vorteil verloren gegangen. Gleichzeitig wurden auch die Benefits immer weiter reduziert. Im Büro verschwanden nach und nach Milch, der Kaffeeautomat, der Brötchenservice und sogar der Obstkorb. Auch Wellpass und das EAP wurden gestrichen. Für mich gab es dadurch letztlich keinen Grund mehr, zu bleiben.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zum Umweltbewusstsein kann ich wenig sagen, weil nicht vorhanden. Beim Sozialbewusstsein hatte ich dagegen einen sehr negativen Eindruck. Wertschätzung, Empathie und soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden habe ich nicht erlebt.

Kollegenzusammenhalt

Unter den ehemaligen gkk-Kolleg war der Zusammenhalt groß. Ohne sie hätte ich die Zeit nach der Übernahme kaum überstanden. Hier war der bekannte gkk-Spirit noch deutlich spürbar. Mit den Kollegen von Walter Services hatte ich persönlich keine negativen Erfahrungen, ein echtes Teamgefühl entstand jedoch nie. Im Führungsstab wirkte es dagegen wie eine klare Zweiteilung. Walter Services hielt zusammen, während gkk-Mitarbeitende häufig abwertend behandelt wurden. Mit einem "Wir gegen die" baut man keine gemeinsamen Teams auf!

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren und langjährigen Kolleg hat auf mich häufig wenig wertschätzend gewirkt. Statt ihre Erfahrung und ihr Fachwissen zu nutzen, hatte ich oft den Eindruck, dass sie eher als Belastung anstatt als Bereicherung wahrgenommen wurden.

Vorgesetztenverhalten

Enttäuschend und von guter Führung weit entfernt. Ehrlichkeit, offenes Feedback und Kommunikation auf Augenhöhe habe ich vermisst. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass alles darauf ausgerichtet war, ehemalige gkk-Mitarbeitende in das Walter-Services-Bild zu pressen. Es wurden Versprechen gemacht wie „Das bekommen wir gemeinsam hin“, nur damit kurze Zeit später die Kündigung im Briefkasten lag. Kritik oder Feedback wurde nicht einmal direkt angesprochen, sondern hinter dem Rücken diskutiert (auch auf Geschäftsführungsebene). Der Führungsstil wirkte auf mich häufig eher von Trotz und persönlichen Befindlichkeiten geprägt als von Professionalität. Selbst wenn die direkte Führungskraft hinter einem stand, galt am Ende ausschließlich das, was die Geschäftsführung entschied. Dabei hatte ich oft den Eindruck, dass das eigene Ego mehr im Vordergrund stand als gute, wertschätzende Führung.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen wurden von Woche zu Woche schlechter. Es gab immer wieder Situationen, in denen man einfach nur fassungslos vor dem Bildschirm saß. Kollegen wurden ohne vorheriges Gespräch gekündigt oder plötzlich aus den Systemen ausgesperrt. Eine echte Integration fand aus meiner Sicht nie statt, auch die Betriebsratsgründung endete in zahlreichen fristlosen Kündigungen. Als gkk-Mitarbeitende hatte ich zudem bis zuletzt keinen Zugriff auf Walter-Systeme, was die tägliche Arbeit unnötig erschwerte. Dass bereichsübergreifend kein echtes Team entstehen sollte, zeigte sich für mich an vielen Stellen.

Kommunikation

Die Kommunikation war ebenfalls eine Katastrophe. Informationen wurden kaum oder gar nicht weitergegeben. Wenn doch, dann ohne Feingefühl oder nachvollziehbare Erklärungen, sondern nach dem Motto „Das wird so gemacht, weil ich das sage“. Das Einzige, was aus meiner Sicht gut funktioniert hat, war das Lästern. Dafür wurde teilweise stundenlang Zeit investiert. Alles, was nicht ins gewünschte "Walter-Services-Bild" passte, wurde konsequent schlechtgeredet.

Gleichberechtigung

Von Gleichberechtigung zwischen Walter Services und gkk habe ich nichts gespürt. Dass eine Übernahme Veränderungen mit sich bringt, ist völlig normal. Für mich wirkte es jedoch so, als hätte nur noch Walter Services gezählt. Dabei gab es bei der gkk unglaublich viel Fachwissen und erfahrene Mitarbeitende, die das Unternehmen über Jahre geprägt haben. Viele dieser Expert sind heute nicht mehr da – das spricht aus meiner Sicht für sich. Verantwortung wurde entzogen, Mitgestaltung war kaum noch möglich und stattdessen sollte alles in einen Walter-Services-Einheitsbrei gepresst werden. Die Vielfalt und unterschiedlichen Stärken, die die gkk einmal ausgezeichnet haben, gingen dabei für mich komplett verloren.

Interessante Aufgaben

Nicht mehr vorhanden. Nach und nach wurden Verantwortlichkeiten entzogen und langjährige Mitarbeitende auf deutlich einfachere Tätigkeiten reduziert. Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum gingen dabei vollständig verloren.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.