Leider nicht mehr aushaltbar
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sinnstiftende Arbeit und tolle Produkte
- Generell gute Bezahlung + Benefits
- Nettes Büro, wenn man einen Sitzplatz findet
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Ernüchternde Arbeitsatmosphäre
- Sehr (!) stark hierarchisches Denken + Handeln
- Führungskräfte, die besser in einer Spezialisten-Rolle aufgehoben wären
- Sich dauernd ändernde Ziele
- Umstrukturierungen + unverschämt lange Zeiten der Ungewissheit
- Intransparente Kommunikation
- keine Entwicklungsmöglichkeiten, und nur noch mindestens 'Director'-Stellen als Führungsrollen
- hilfloser Betriebsrat, all bark, no bite
Verbesserungsvorschläge
- Andere Führungsstile als Zuckerbrot und Peitsche zulassen und fördern
- Transparente, ernstnehmende Kommunikation mit Mitarbeitenden
- Eine respektvolle Kultur leben und nicht nur Arbeitsgruppen dazu gründen - es kann nicht sein, dass eine Führungskraft schamlos in einem Meeting die Kodex-Schulung nebenbei laufen lässt, um das schnell hinter sich zu bekommen - da kann man sich ja vorstellen, wie der Kodex auch sonst gelebt wird
- Mitarbeiter-Feedback ernst nehmen und den Austausch mit 'dem niederen Volk' suchen. Eure Leute mögen die Firma und ihre Kollegen wirklich! - aber das aktuelle Arbeitsumfeld ist einfach toxisch
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung ist leider auf einem Tiefpunkt angekommen. Permanente Umstrukturierungen machen es schwer, sich auf die eigentliche Arbeit zu konzentrieren, Ziele ändern sich andauernd, aber das wird als Agilität abgetan.
Kommunikation
Transparente Kommunikation findet nicht statt, vor allem nicht zwischen upper Management und 'Normalos'. Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt oder Aufgaben werden einem ohne Vorwarnung und Absprache einfach zugeschoben.
Kollegenzusammenhalt
Leid schweißt zusammen - gemischt mit der Sorge, wer wem den Job streitig machen könnte.
Work-Life-Balance
Manager besetzen Stellen nicht rechtzeitig oder gar nicht nach und nehmen dadurch in Kauf, dass die bleibenden Mitarbeitenden eine große Menge an Extra-Aufgaben auffangen müssen. Allgemein sehr abhängig vom eigenen Vorgesetzten und dessen/deren Rückendeckung in diesem Chaos.
Vorgesetztenverhalten
Sehr individuell. Aber zu viele Personen, die nicht in einer Führungsposition sein sollten. Keinerlei self awareness, intransparente Kommunikation, respektloser Umgang, permanenter Druck. Das schlimmste jedoch ist, dass dieses Verhalten auf ihre Mitarbeitenden abfärbt und dadurch das gesamte Betriebsklima vergiftet.
Interessante Aufgaben
Können prinzipiell sehr interessant und wertstiftend sein! Wenn denn einem nicht der eigene Manager oder Kollege mit Nonsense-Beschäftigungstherapie dazwischenfunkt.
Gleichberechtigung
Wird besser, so zumindest mein Gefühl. Sehr viele Frauen in Führungspositionen, was manchem Mann missfällt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ziemlich schrecklich - ältere und erfahrene Kollegen sind mMn nicht gewollt, da zu viel eigene Meinung. Sie werden aussortiert und mit hohen Abfindungen sang- und klanglos gehen gelassen.
Arbeitsbedingungen
2-3 Tage Office-Präsenz ist gewünscht, bei zu wenigen Arbeitsplätzen im Büro in München. Man solle doch auf die Kantine ausweichen - die weder mit funktionierenden Steckdosen ausgestattet noch ergonomisch irgendwie annehmbar ist. Leute telefonieren im Druckerraum oder arbeiten stundenlang in Quiet Booths, weil sie keinen anderen Platz finden. Und das in einer Welt, in der sich seit Corona so viel getan hat - meist schaut man eh nur aus einer Telefonzelle anderen Kollegen dabei zu, wie sie ebenfalls in einer Telefonzelle sitzen.
Gehalt/Benefits
Pharma-typisch hoch, allerdings tut sich nach Anstellung nicht mehr viel, wenn man nicht gerade befördert wird.
Image
Pharma ist für viele Menschen ein rotes Tuch, damit muss man leben können.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt keinen Development-Plan für Mitarbeitende. Persönliche Mentoring-Programme werden abgeschafft und durch standardisierte eLearning-Center ersetzt, die wohl das neue Maß der Dinge sein sollen. Entscheidungen zu Stellenbesetzungen und Beförderungen werden scheinbar oft schon getroffen, bevor eine Stelle überhaupt ausgeschrieben wurde. Dachte ich anfangs noch, dass HR eine Vertrauensstelle im Unternehmen sei, wurde ich hier eines besseren belehrt.