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Lutz
Bewertung

Eigentlich ein starkes Praktikumsprogramm – aber der Umgang mit einem klar strafbaren Vorfall war enttäuschend

3,2
Nicht empfohlen
Ex-Praktikant/inHat bis 2025 bei Gleiss Lutz Hootz Hirsch GmbH in Stuttgart gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich habe im Sommer am Praktikantenprogramm von Gleiss Lutz teilgenommen. Ein wesentlicher Teil davon ist die Case Study – ein fiktiver Unternehmenskauf, den man über fünf Wochen Schritt für Schritt vorbereitet und am Ende in einer großen Abschlussverhandlung durchspielt. Darauf läuft im Grunde das ganze Programm hinaus, und entsprechend ernst nimmt man das als Praktikant auch.
Der Einstieg war wirklich positiv. Die Abläufe waren gut organisiert, man wurde freundlich aufgenommen, und die Einführung in die Case Study war klar und nachvollziehbar, sodass man schnell drin war. Umso irritierender war ein Vorfall in der letzten Woche – praktisch am Tag vor der finalen Verhandlung. Wir haben mitbekommen, dass eine Praktikantengruppe ein Passwort verwendet hat, das für unsere Gruppe gedacht war und das wir (leider etwas unachtsam) auf unserem Tisch liegen hatten. Mit diesem Passwort haben sie dann offenbar unsere Unterlagen geöffnet, die eigentlich nur für uns bestimmt waren. Als wir sie später darauf angesprochen haben, wurde das auch nicht abgestritten. Inhaltlich war das schon ein ziemlicher Bruch, zumal diese Gruppe über das gesamte Programm hinweg einen sehr selbstverständlichen, fast schon überheblichen Eindruck gemacht hat. Mehrfach hörte man auf den Gängen, wie einer von ihnen erzählte, sein Vater sei „der erste grüne Oberbürgermeister Bayerns“. Es wirkte – zumindest auf mich – so, als würde man sich daraus eine gewisse Sonderstellung ableiten. Vor dem Hintergrund dessen, was später passiert ist, ergab das leider ein ziemlich stimmiges Gesamtbild. Für viele von uns stand das im klaren Widerspruch zu den Werten, die Gleiss Lutz auf der Website betont: Integrität, Fairness, Verantwortung, Teamgeist. Gerade in einem Ausbildungsprogramm erwartet man, dass solche Grundsätze ernst genommen werden.
Wir haben den Vorfall dann gemeinsam und sachlich der Personalabteilung gemeldet. Wir hatten ganz ehrlich damit gerechnet, dass zumindest nachgefragt oder der Sachverhalt aufgearbeitet wird. Stattdessen kam gar nichts zurück – keine Rückfrage, keine Einschätzung, kein Gespräch. Und am Ende haben die beteiligten Personen ein völlig unauffälliges, positives Zeugnis erhalten, als wäre nie etwas vorgefallen. Genau das hat bei vielen von uns den eigentlichen Eindruck hinterlassen: weniger der Vorfall selbst als die Tatsache, dass die Personalabteilung ihn komplett ignoriert hat. Das wirkte so, als würde man unangenehme Themen lieber gar nicht erst anfassen – besonders, wenn es die „falschen“ Personen betrifft. Für eine Kanzlei, die ihre Werte so stark betont, ist das ein merkwürdiges Signal. Das Praktikantenprogramm hat fachlich wie organisatorisch großes Potenzial. Aber die Art und Weise, wie dieser Vorfall behandelt wurde, hat bei mehreren von uns einen nachhaltig bitteren Beigeschmack hinterlassen – völlig unnötig, denn mit etwas Transparenz und Kommunikation hätte man das leicht vermeiden können.


Arbeitsatmosphäre

Kommunikation

Kollegenzusammenhalt

Work-Life-Balance

Vorgesetztenverhalten

Interessante Aufgaben

Gleichberechtigung

Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Gehalt/Benefits

Image

Karriere/Weiterbildung

HilfreichHilfreich?ZustimmenZustimmen?MeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Claudia MarxDirector Office Administration an Human Resources

Liebe ehemalige Kollegin, lieber ehemaliger Kollege,

vielen Dank, dass Du Dir Zeit für eine differenzierte Bewertung genommen hast. Jedes Feedback auf dieser Plattform hilft uns weiter, uns als Arbeitgeber weiterzuentwickeln, so auch Deines.

Zunächst: Wir freuen uns sehr, dass Du das Praktikantenprogramm sowohl inhaltlich als auch strukturell so positiv wahrgenommen hast. Uns ist es sehr wichtig, jungen Absolventinnen und Absolventen durch ein gutes Onboarding-Programm den Einstieg bei uns so leicht wie möglich zu machen – schön, dass das auch bei Dir funktioniert hat. Genauso freuen wir uns darüber, dass Dich unsere Case Study inhaltlich überzeugt hat. Diese inhaltliche Aufgabe hat sich darin bewährt, jungen Talenten einen fundierten Einblick in unseren Kanzleialltag zu ermöglichen.
Gerade vor dem Hintergrund Deiner zunächst positiven Erfahrungen bedauern wir umso mehr, dass diese durch den geschilderten Vorfall am Ende des Programms derart getrübt wurde. Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass Deine Rückmeldung von uns sehr ernst genommen wurde. Aufgrund des geschilderten Sachverhalts bitten wir um Verständnis, dass wir uns an dieser Stelle nur eingeschränkt öffentlich dazu äußern können.

Was wir aber sagen können: Die Hinweise, die wir im Nachgang des Programms erhalten haben, wurden innerhalb der Personalabteilung gemeinsam mit unserem Legal Team sorgfältig geprüft. Es wurden daraufhin klare Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorfall in zukünftigen Programmdurchläufen nicht wiederholen kann. Auch das festgestellte Fehlverhalten wurde intern sanktioniert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Arbeitszeugnisse grundsätzlich in einer rechtlich gebotenen positiven Neutralität formuliert werden müssen – auch dann, wenn einzelne Aspekte der Zusammenarbeit nicht zufriedenstellend verlaufen sind.

Letztlich möchten wir noch betonen: Ein solches Verhalten entspricht in keiner Weise unserem Selbstverständnis und ist in der bisherigen Geschichte unseres Praktikantenprogramms ein absoluter Einzelfall. Umso wichtiger war es uns, klare Konsequenzen zu ziehen und strukturell nachzubessern.

Dass es im Nachgang zu dem Vorfall kein Gespräch mit Dir und den Beteiligten gegeben hat, bedauern wir sehr. Auch das entspricht nicht unserem Verständnis von offener Kommunikation. Gerne holen wir dieses Gespräch nach, wenn Du daran Interesse hast. Melden Dich gerne direkt bei mir – per E-Mail an claudia.marx@gleisslutz.com oder telefonisch unter 0711/8997 0. Selbstverständlich sichern wir Dir dabei absolute Vertraulichkeit zu.

Herzliche Grüße und alles Gute für Deinen weiteren beruflichen Werdegang
Claudia Marx, HR Gleiss Lutz

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