Mangelnde Wertschätzung, Entwicklungsperspektiven und Transparenz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Flexible Office
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zweiklassengesellschaft, fehlende Wertschätzung für Verwaltungsmitarbeiter, keine Karriereperspektiven, keine Entwicklungsmöglichkeiten
Verbesserungsvorschläge
Viele meiner oben genannten Kritikpunkte sind nicht ressourcenabhängig, sondern Führungs- & Kulturthemen und damit relativ gut veränderbar - wenn man wollen würde.
Arbeitsatmosphäre
Man kann Flexible Office machen. Mein Team hat keine Pflichttage im Büro und daher kann ich auch länger am Stück von zu Hause aus arbeiten. Gerade bei den Benzinpreisen in den letzten Monaten ein Plus. Das ist aber auch teamabhängig. Ich kann viele der vorangegangen Bewertungen nachvollziehen. Vieles aus den Bewertungen habe ich bereits auch so von Kollegen schon gehört.
Image
Mehr Schein als Sein. In den sozialen Medien wird ein Bild erzeugt, dass der Realität nicht stand hält und für die Zentralbereiche auch nicht gilt.
Work-Life-Balance
Ich weiß, dass die WLB in den Fachbereichen deutlich schlechter ist und dass meine sehr gute WLB nicht repräsentativ für das Grant Thornton ist. Ich kann flexibel früh/spät anfangen und pünktlich gehen. Überstunden muss man in meinem Team nur sehr eingeschränkt machen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier wird meiner Meinung nach Greenwashing betrieben. Einerseits wird medienwirksam 1x im Jahr Müll am Rhein aufgesammelt, andererseits wird im Arbeitsalltag die Mülltrennung nicht konsequent umgesetzt: In den Büros wurden die meisten Mülleimer entfernt, sodass dort nur noch Papier entsorgt werden darf. Für Plastik- und Restmüll steht lediglich ein gemeinsamer Behälter in der Küche zur Verfügung, der ursprünglich nur für Restmüll gedacht ist. Da jedoch keine separaten Möglichkeiten für Plastik existieren, werden die Abfälle häufig vermischt, wodurch ein effektives Recycling nicht möglich ist. Im Jahr 2026 peinlich und beschämend.
Karriere/Weiterbildung
Weder Karriere noch Weiterbildung ist in den Zentralbereichen vorhanden. Möchte man eine Weiterbildung machen wird, man schief angeguckt. Es gibt nicht viele Inhouse-Schulungen, die für Zentralmitarbeiter passend wären, aber selbst zu Excelschulungen oder Kommunikationstrainings erhält man keine Einladung.
Karriere gibt es nicht, man hat nicht mal ein Grade. Jeder im Zentralbereich heißt nur "Mitarbeitender Zentralbereich". Das wurde bereits von vielen kritisiert und trotzdem hört man seit Jahren (!) nur "das gehen wir nächstes Jahr an". Das hat nichts mit Wertschätzung oder Respekt zu tun. Würde GT hier wirklich was ändern wollen, würde man es schnell angehen - siehe die neue "Director"-Stufe für die Fachbereiche.
Es wird in den Stellenanzeigen so viel versprochen und am Ende ist es mehr Schein als Sein. Sehr schade.
Kollegenzusammenhalt
Zusammenhalt im Team ist gut, man hilft sich, wo man kann. Allerdings habe ich persönlich wenig Berührungspunkte/Schnittstellen innerhalb meiner Aufgaben zu anderen Teammitgliedern. Jeder hat seine Aufgabengebiete, aber richtig zusammenarbeiten muss man nicht.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten meiner direkten Führungskraft würde ich gut bewerten (4 Sterne), das Vorgesetztenverhalten meiner Abteilungsleitung leider nur als ausreichend (2 Sterne). Meine direkte Führungskraft versucht spannende Aufgaben zu finden, Input zu bieten und auch Perspektiven zu bieten und ist auch sehr transparent mit Informationen. Leider ist sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten an die Grenzen von GT gebunden.
Arbeitsbedingungen
Den Standort selbst empfinde ich als eher unattraktiv, da es weder eine Kantine gibt noch das Angebot an Essensmöglichkeiten in der näheren Umgebung besonders vielfältig ist. Büros sind Standard, Ausstattung unterdurchschnittlich: elektrisch höhenverstellbare Schreibtische werden aktuell angeschafft (vermutlich weil es hier so viele öffentlich kritisiert haben), aber auch nur da, wo es zwingend sein muss. Bei einem 3er-Büro wird gefragt, ob der Tisch vor Kopf häufig besetzt ist und wenn nicht, dann wird er nicht ausgetauscht (also man macht nur das absolute Minimum). Es gibt keine festen Sitzplätze mehr und die Büros wirken steril und wenig einladend (keine Pflanzen, nichts). Die Büros laden nicht zum Verweilen ein, sondern bieten eher moderne Knast-Atmosphäre. Braucht man sich nicht wundern, wenn keiner mehr ins Büro kommen will. Da hilft auch ein Social Thursday nicht.
Kommunikation
Kommunikation ist top down eine Katastrophe. Man erhält wichtige Informationen wenn überhaupt nur auf Nachfrage, manche Informationen werden auch bewusst von Vorgesetzten zurückgehalten. Vieles erfährt man schneller über den Flurfunk als über offizielle Kanäle.
Kommunikation in Bezug auf die PE-Übernahme ist m.E. nicht (mehr) vorhanden - zu Beginn wurde groß berichtet und seit Monaten ist es "still ruht der See".
Gehalt/Benefits
Es ist in Ordnung; weder unterdurchschnittlich noch überdurchschnittlich. Allerdings ist man gezwungen nach spätestens 3-4 Jahren zu wechseln, weil die jährlichen Gehaltsanpassungen unterdurchschnittlich sind (2-3% max.), Eigentlich wird nur die Inflation ausgeglichen.
Gleichberechtigung
Im Vergleich zu den Fachbereichen entsteht der Eindruck, dass die Zentralbereiche deutlich weniger Wertschätzung erfahren. Es wirkt wie eine ausgeprägte Zweiklassengesellschaft, die strukturell sogar begünstigt wird. Ich habe beispielsweise noch nie eine Einladung zu einem Kommunikationstraining erhalten. Solche Angebote sind offenbar für die Fachbereiche vorgesehen und nicht für die Zentralbereiche. Dadurch entsteht das Gefühl, dass Mitarbeitende in Verwaltungsfunktionen – insbesondere, weil sie keinen direkten Umsatz generieren – weniger gefördert werden. Die Gleichberechtigung von Mann / Frau empfinde ich grundsätzlich als gegeben, da auch Teilzeitmütter Beförderungen erhalten und in Talentprogramme aufgenommen werden – allerdings ebenfalls nur im Fachbereich und nicht im Zentralbereich.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben bieten wenig inhaltliche Abwechslung und Entwicklungsmöglichkeiten – und es entsteht der Eindruck, dass dies strukturell auch nicht vorgesehen ist.
Für Mitarbeitende in den Zentralbereichen fehlen sowohl klare Karriereperspektiven als auch gezielte Entwicklungsmöglichkeiten. Anspruchsvollere oder abwechslungsreichere Aufgaben muss man sich häufig selbst erschließen. In meinem Fall hat sich das Aufgabenprofil seit mehreren Jahren nicht verändert: Die Tätigkeiten sind unverändert, ohne neue Impulse oder Entwicklungsmöglichkeiten. Auch bei guter Leistung werden keine zusätzlichen oder weiterführenden Aufgaben übertragen.
Wird dieses Thema angesprochen, wird es von der Abteilungsleitung oft mit dem Hinweis abgetan, dass dies „einfach dazugehört“. Dass nicht jede Tätigkeit durchgehend spannend sein kann, ist selbstverständlich. Allerdings entsteht Frustration, wenn die Aufgaben überwiegend wenig anspruchsvoll sind und gleichzeitig kein Raum für Weiterentwicklung oder Veränderung geschaffen wird. Der Umgang mit entsprechendem Feedback wirkt dabei wenig wertschätzend.

