Ihr Unternehmen?

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Greenerity 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Ein Unternehmen mit Potenzial, das sich selbst im Weg steht.

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Greenerity GmbH in Alzenau in Unterfranken gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Bei aller Kritik gibt es viele engagierte Kolleginnen und Kollegen, vor allem in der Produktion und im direkten Umfeld. Dort sitzen viel Fachwissen, Pragmatismus, Humor und echte Loyalität. Viele Menschen versuchen trotz schwieriger Rahmenbedingungen, das Beste aus der Situation zu machen.

Der Zusammenhalt in der Schicht war für mich oft stark und einer der Gründe, warum ich länger blieb, als am Anfang gedacht. Man hilft sich, fängt Frust ab, löst Probleme, bevor sie oben überhaupt sichtbar werden, und sorgt dafür, dass aus Plänen, Folien und Vorgaben am Ende trotzdem etwas Handfestes entsteht.

Ich mochte den Laden wirklich. Ich bin meistens gerne zur Arbeit gefahren und habe Energie, Loyalität und Herzblut investiert. Genau deshalb ist die Enttäuschung über die Entwicklung so groß.

Ich nehme auch persönlich viel mit. Ich habe selbst nicht immer alles richtig gemacht, habe auch daneben gelegen und wegen mancher Dinge schlecht geschlafen. Aber ich habe daraus gelernt. Auch von einer Person, die ich sehr kritisch sehe, konnte ich etwas mitnehmen. Dafür sage ich trotz aller Kritik: Ehrlich Danke.

Einige Menschen dort werden mir wirklich fehlen. Viele andere nicht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Aus meiner Sicht ist das Unternehmen vor allem größer geworden, aber nicht besser. Viele Entscheidungen wirken, als würden sie weit weg von der operativen Realität getroffen. Produktion erscheint oft nur noch als Kennzahl, Bericht oder Präsentation – nicht als tägliche Arbeit mit Menschen, Maschinen, Prozessen, Kundenanforderungen und Konsequenzen.
Das Management ist zahlenmäßig groß, aber häufig fachlich und räumlich weit von der Frontlinie entfernt. Bildlich gesprochen sitzt die obere Führung hoch zu Ross und sieht das Schlachtfeld nicht selbst, sondern verlässt sich auf Melder. Was gemeldet wird, scheint zu existieren – und wird nicht ausreichend geprüft. Auf den Folien wird dann manche Schlacht gewonnen, während sich die Menschen an der Front fragen, wann haut da endlich mal einer auf den Tisch.
Hinzu kommt eine immer stärkere Verenglischung des Alltags. Aus Problemen werden „Issues“, aus Abstimmungen „Alignments“, aus Mitarbeitenden „Resources“. Natürlich ist ein internationales Umfeld normal und Englisch an vielen Stellen sinnvoll. Aber wenn Sprache nicht mehr verbindet, sondern Abstand erzeugt, wird sie zum Symptom. Für mich entstand oft der Eindruck: Wer so spricht, wirkt näher am „Big Picture“ als an den Menschen, die es am Ende umsetzen müssen.
Auch die Distanz zu den Inhabern aus Japan, ist aus meiner Sicht ein Problem. Unterschiedliche Unternehmenskulturen könnten eine Chance sein, aber bei uns wirkte es häufig eher wie räumliche, kulturelle und fachliche Entfernung. Besuche hatten teilweise etwas sehr Durchchoreografiertes: viel Protokoll, viel Außenwirkung, viel korrektes Auftreten. Echte Nähe zur Produktion und ehrlicher Austausch blieben dabei zu oft Nebensache.
In der Produktionsleitung gab es starke Motivation, aber aus meiner Sicht nicht immer die notwendige Nähe zum Produkt und zu den Menschen. Motivation ersetzt auf Dauer keine Präsenz an der Linie, kein belastbares Fachwissen und keine echte Führung.
In Forschung und Entwicklung wirkte lange vieles nach außen stabiler, als es im Ergebnis tatsächlich war. Spätestens als selbst die Geschäftsführung deutliche Worte zur Ausbeute beim Produktfortschritt gefunden hat, wurde sichtbar, dass dort wenig läuft. In vielen Bereichen hat Asien uns längst überholt.
Auch Marketing and Sales bleiben für große Teile der Belegschaft schwer greifbar. Werbetechnisch findet das Unternehmen nach meinem Eindruck nicht statt. Auch bei Kundengewinnung, Kalt- und Warmakquise bleibt für viele unklar, was tatsächlich passiert und welche Ergebnisse daraus entstehen.
Bei Betriebsversammlungen wurde häufig viel geredet und wenig gesagt. Natürlich kann nicht alles offen kommuniziert werden, das versteht man. Aber die Mitarbeiter spüren das. Sie merken, ob jemand echte Antworten, oder nur Phrasen, Zuversicht und ein Lächeln liefert. In schwierigen Zeiten braucht es eben mehr, als Bühne und Rhetorik.
Besonders bitter finde ich, wenn Arbeiten, Ziele und Aufgaben, die noch vor einem Jahr in gemeinsamen Meetings beschlossen wurden und sogar zu einem sehr guten Auditergebnis in der Produktion beigetragen haben, heute plötzlich als überflüssig, schlecht ausgeführt oder falsch dargestellt werden. Das wirkt wie ein schlechter Nachruf auf Menschen, die nicht mehr da sind, und wie der Versuch, sich im Nachhinein selbst besser darzustellen. Noch schwieriger wird es, wenn diese Meinung auch von Personen vertreten wird, die die Produktionsräume kaum aus eigener Nähe kennen. Da passt leider der alte Satz: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“
In guten Zeiten kann man Missmanagement durch gute Verkaufs- und Produktionszahlen kaschieren. Wenn der Druck steigt, zeigt sich, wie tragfähig die Fundamente wirklich sind. Es mussten Menschen gehen – High Performer und andere. Die Zurückgebliebenen werden vieles ausbaden müssen, und die Realität wird für alle schonungsloser werden.
Was mir fehlt, ist echte Verantwortungsübernahme. Fehler offen einzugestehen, wäre kein Zeichen von Schwäche, sondern von Größe. Stattdessen wirkt es oft so, als würde Verantwortung nach unten oder auf nicht mehr anwesende Personen verschoben, während die eigentlichen Entscheider weich landen.
Diese Bewertung ist keine persönliche Abrechnung. Kritik bedeutet für mich, Dinge ehrlich zu benennen, damit man darüber nachdenken kann. Ich hoffe, dass sich der eine, oder andere an manchen Stellen kurz ertappt fühlt, vielleicht schmunzelt und sich fragt, ob da ein Körnchen Wahrheit drinsteckt.
Ich habe dieses Unternehmen wirklich gemocht und wäre froh, hier in ein paar Jahren eine deutlich positivere Bewertung hinterlassen zu können. Trotz allem wünsche ich allen ehemaligen und verbliebenen Mitarbeitern nur das Beste, Gesundheit und alles Glück. Das ist vom ganzem Herzen ehrlich gemeint.

Herzlichst, eine ehemalige Figur.

Verbesserungsvorschläge

Weniger Show, weniger Phrasen, weniger nachträgliches Umschreiben von Geschichte. Mehr echte Nähe zur Produktion, mehr Präsenz der Führungskräfte an der Linie und mehr ehrliche Selbstreflexion auf allen Ebenen.

Entscheidungen sollten nicht nur anhand von Folien, Kennzahlen und Berichten getroffen werden, sondern von Menschen, die die operative Realität kennen.

Fehler sollten offen benannt werden, statt Verantwortung im Nachhinein nach unten oder auf nicht mehr anwesende Personen zu verschieben. Gerade wenn frühere Arbeiten, Ziele und Maßnahmen gemeinsam beschlossen wurden und nachweislich zu guten Ergebnissen beigetragen haben, sollten sie später nicht plötzlich als überflüssig oder falsch dargestellt werden. Das zerstört Vertrauen.

Mehr Selbstreflexion wäre aus meiner Sicht der wichtigste Verbesserungsvorschlag. Nicht als Modewort in Präsentationen, sondern ehrlich gelebt. Fehler einzugestehen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Größe.

Arbeitsatmosphäre

Ich habe den Laden lange wirklich gemocht und bin meistens gerne zur Arbeit gefahren. Genau deshalb ist die aktuelle Enttäuschung so groß. Aus meiner Sicht hat sich die Atmosphäre durch Unsicherheit, fehlende klare Kommunikation und eine zunehmende Distanz zwischen Führung und Belegschaft stark verändert.

Image

Nach außen findet das Unternehmen aus meiner Sicht nicht statt. Marketing and Sales bleiben für große Teile der Belegschaft schwer greifbar. Es gab kleine Gesten wie Werbeartikel, Kalender oder andere Aufmerksamkeiten. Gefühlt aber nur das, was übrig blieb.

Work-Life-Balance

Für mich war weniger die klassische Work-Life-Balance das Hauptproblem, sondern die gedankliche Belastung durch Entscheidungen, Entwicklungen und fehlende Unterstützung. Wenn einem der Laden nicht egal ist, nimmt man manche Dinge mit nach Hause. Ich habe wegen bestimmter Situationen auch schlecht geschlafen.

Karriere/Weiterbildung

Entwicklung war möglich, aber oft musste man sich Unterstützung selbst holen. Ich habe viel gelernt und auch von Menschen profitiert, die ich heute kritisch sehe. Trotzdem fehlte mir an manchen Stellen eine klare, aktive Förderung und echte Begleitung.

Gehalt/Benefits

Das war für mich nicht der zentrale Kritikpunkt. Viel schwerer wiegt aus meiner Sicht die fehlende Wertschätzung im Alltag, gerade gegenüber den Menschen, die den Betrieb tatsächlich am Laufen halten.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Dazu kann ich nur eingeschränkt etwas sagen. Aus meiner Sicht wäre schon viel gewonnen, wenn das soziale Bewusstsein nach innen stärker gelebt würde: mehr ehrliche Kommunikation, mehr Wertschätzung und mehr Verantwortung für die Folgen von Entscheidungen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im direkten Umfeld und in der Produktion war für mich einer der stärksten Punkte. Viele Kolleginnen und Kollegen haben mit Fachwissen, Humor und Pragmatismus Dinge aufgefangen, bevor sie oben überhaupt sichtbar wurden. Einige Menschen dort werden mir wirklich fehlen. Viele nicht...

Umgang mit älteren Kollegen

Aus meiner Sicht wurden Erfahrung und langjähriges Wissen nicht immer so genutzt, wie es sinnvoll gewesen wäre. Gerade in der Produktion gab es viel praktisches Know-how, das stärker gehört und ernst genommen werden müsste.

Vorgesetztenverhalten

Aus meiner Sicht ist die Distanz vieler Führungskräfte zur Produktion zu groß geworden. Entscheidungen wirken häufig so, als würden sie aus Berichten, Kennzahlen und Präsentationen heraus getroffen, nicht aus echter Nähe zur operativen Realität. Führung braucht Präsenz, Fachwissen, Kritikfähigkeit und ehrliches Lob – nicht nur Titel und Bühne.

Arbeitsbedingungen

Es wurde vieles möglich gemacht, aber oft mit begrenzten Mitteln und viel Improvisation. Gerade wenn Mittel knapp sind, braucht es klare Prioritäten, realistische Planung und echte Unterstützung. Stattdessen wirkte es häufig so, als solle vieles irgendwie nebenbei funktionieren.

Kommunikation

Bei Betriebsversammlungen wurde häufig viel geredet und wenig gesagt. Natürlich kann nicht alles offen kommuniziert werden, aber die Mitarbeitenden merken sehr genau, ob echte Antworten kommen oder nur Phrasen. Dazu kommt eine zunehmende Verenglischung mit Begriffen wie „Issues“, „Alignment“ oder „Resources“, die eher Entfremdung erzeugt als Klarheit.

Gleichberechtigung

Dazu kann ich keine abschließende Bewertung abgeben. Mein Hauptthema liegt weniger bei Gleichberechtigung, sondern bei Führung, Kommunikation, Verantwortung und Nähe zur Produktion.

Interessante Aufgaben

Interessante Aufgaben gab es durchaus. Problematisch war eher, dass vieles nebenbei „mitgewuppt“ werden sollte. Nach dem Motto: „Das ist deine Aufgabe – und mach nebenbei noch das Projekt XY.“ Das Ergebnis solcher Konstruktionen kann man sich oft schon vorher ausmalen.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.