Starkes Team, schwache Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Kollegenzusammenhalt war für mich mit Abstand der größte Pluspunkt. Ich habe mit vielen tollen, engagierten Menschen gearbeitet und hatte teilweise spannende Aufgaben mit viel Eigenverantwortung. Auch Events und Partys waren idR sehr gut organisiert. Man merkt, dass hier viel versucht und teilweise auch ordentlich investiert wird. Die Flexibilität war zudem lange ein großer Vorteil.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zu viel interne Politik und zu wenig Transparenz bei Karriere, Gehalt und Entscheidungen. Besonders kritisch sehe ich die geringe Diversität in wichtigen Positionen und meinen Eindruck, dass interne Netzwerke teilweise mehr zählen als Leistung. Dazu kamen wiederholte Umstrukturierungen und zu viele Layoffs, die viel Unsicherheit geschaffen haben.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Diversität in Führungs- und Entscheidungspositionen schaffen und bestehende männlich geprägte Netzwerke aufbrechen. Beförderungen, Gehaltsentwicklung und Chancen sollten transparenter und stärker an Leistung gekoppelt sein.
Arbeitsatmosphäre
Leider habe ich mehrfach erlebt, dass Mitarbeitende faktisch zum Gehen gebracht wurden, entweder durch starken Druck oder indem ihnen Aufgaben, Verantwortung und Perspektive entzogen wurden. Teilweise entstand der Eindruck, man lasse Menschen so lange „verhungern“, bis sie selbst kündigen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich gut. Allerdings hat sich die Remote-Kultur deutlich verschlechtert und die Office Policy ist inzwischen wesentlich strenger, wodurch viel Flexibilität verloren gegangen ist.
Karriere/Weiterbildung
Karriereentwicklung wirkt wenig strukturiert und stark von Fürsprechern abhängig. Besonders der männlich geprägte interne Kreis scheint sich gegenseitig Türen zu öffnen, während andere deutlich schwerer vorankommen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war für mich einer der größten Pluspunkte und vermutlich einer der Hauptgründe, warum viele so lange bei Grover bleiben. Die Zusammenarbeit war hilfsbereit, unkompliziert und auf Augenhöhe.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte verschiedene Vorgesetzte und leider wiederholt den Eindruck, dass Beförderungen stark davon abhängen, ob man zum richtigen internen, vor allem männlich geprägten Kreis gehört. Wer gut vernetzt ist, wird gefördert – teilweise unabhängig von Leistung. Gleichberechtigung und faire Entwicklungsmöglichkeiten habe ich hier oft deutlich vermisst.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich waren die Bedingungen gut und die Ausstattung sehr modern. Durch die strengere Office Policy und weniger Remote-Flexibilität hat sich das Arbeitsumfeld m. M. allerdings klar verschlechtert.
Kommunikation
Die Kommunikation war häufig schwierig und wenig transparent – besonders, wenn man nicht zu den „richtigen“ internen Kreisen gehörte. Dazu kamen immer wieder Layoff-Runden, bei denen Informationen und Entscheidungen aus meiner Sicht oft sehr spät oder unzureichend kommuniziert wurden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt aus meiner Sicht deutlich unter dem Markt. Gehaltserhöhungen scheinen vor allem im richtigen internen Kreis möglich zu sein – wer nicht dazugehört, wartet oft lange vergeblich oder geht.
Gleichberechtigung
Es gibt inzwischen keine Frauen mehr in Führungspositionen. Fast alle Lead-Positionen sind männlich besetzt. Die Frauen, die es zuvor gab, sind inzwischen ebenfalls gegangen oder mussten gehen. Bei diesem Muster sollte man sich schon fragen, warum.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben konnten spannend sein und viel Verantwortung bieten. Wie viel man tatsächlich bewegen konnte, hing aber stark davon ab, wie gut man intern vernetzt war und welchen Support man erhielt. Können und Leistung waren aus meiner Sicht nicht immer ausschlaggebend.