Grünhorn - Die kaufmännische Sackgasse
Gut am Arbeitgeber finde ich
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Büroausstattung war auf Stand. Obst als Dreingabe war vorhanden, obwohl dies der unterste Standard ist. Gleichzeitig gab es Corporate Benefits für Preisnachlässe bei kooperierenden Unternehmen. Auch hier tendenziell die Norm. Teilsubventioniertes Mittagessen wurde angeboten. Bei Krankheit stand pro Monat ein bezahlter Karenztag zur Verfügung. Das war ausgesprochen gut. Täglich wurden kurze Meetings, um auf Stand zu bleiben, abgehalten. Guter Ansatz jedoch war es häufig ein Wiederkäuen bekannter Probleme mit Arbeitsabläufen, welche sich allerdings nie fundamental zu bessern schienen. Eine gewisse Flexibilität, Überstunden abzubauen war gegeben, allerdings häufig nur stundenweise. Ganze Tage zum Abbauen zu beantragen wurde kaum gewährt. Den Tagesplan umzugestalten war hin und wieder möglich, so genügend Allrounder vorhanden waren. Bei kleinen körperlichen Leiden stand ein Medizinkasten zur Verfügung. Hier konnte sich in Absprache mit Apothekern Ibuprofen, Paracetamol o. ä. kostenfrei abgeholt werden. Ein schöner Dienst am Mitarbeiter, in Anbetracht des Apotheken-Backgrounds allerdings auch sehr naheliegend. Es gab eine Lernplattform, über welche sich ein jeder in den ihm zugeteilten Arbeitsabläufen selbstständig schulen konnte. Sporadische kleinere Vorträge über Wirkungsweisen von CBD und THC zur Behandlung bestimmter Leiden waren nett und trugen zum allgemeinen Verständnis des medizinischen Backgrounds bei. Zu Festlichkeiten wurden kleinere Dreingaben ausgegeben. Obgleich für Nichtraucher und Nichtkonsumenten von Cannabis und CBD selten sinnvoll. Bei der Vergabe von Snacks o. ä. wurde auf Veganer Rücksicht genommen. Nur der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass das Gehalt pünktlich gezahlt wurde, auch wenn dies bei Festlohn nicht erwähnenswert sein sollte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Viel zu häufig war kaufmännisches Personal ohne kaufmännische (Aus)Bildung vorhanden. Wenn jeder gleich als kaufmännischer Mitarbeiter bezeichnet werden darf, nur weil er schon einmal Daten aufbereitet hatte oder eine Excel-Tabelle zu Gesicht bekam, wird diesem Beruf auch die letzte Würde und Professionalität genommen. Bei Grünhorn führte dies im Speziellen dazu, dass Personal dieses Bereichs häufig für simple Aufgaben qualifiziert genug war oder sein sollte. Vermutlich darauf zurückzuführen war auch das Salär, welches ich als grotesk empfand. Fortbildungen mit vorzeigbaren und der beruflichen Zukunft des kaufmännischen Mitarbeiters dienenden Zertifikaten oder Abschlüssen waren entweder nicht vorhanden, mir nicht bekannt oder unzugänglich. Unter dieser Prämisse würde ein Mitarbeiter dieses Bereichs selbst nach 5 Jahren keinen nennenswerten Expertise-Mehrwert vorweisen können. Einzig die Fähigkeit, sich mit dem absoluten Minimum an Verantwortung, Handlungsspielraum, Denkarbeit und Kompetenz zu arrangieren, fand hier Kultivierung. Dafür allerdings in der Masterclass. Sicherlich auch nicht dem Zufall geschuldet war, dass es keine Leistungsmesslatte gab. Möglicherweise um diejenigen, welche mehr als das blanke Mindestmaß erbrachten, nicht zu sehr darin zu bestärken, eine leistungsgerechte Entlohnung zu verlangen. Mit dieser Methodik wird leistungsstarkem Personal täglich in die Suppe gespuckt. Sobald jene, welche diesen Umgang durchblicken, merken, dass es eigentlich trivial ist, welche Leistung erbracht wird, gibt es keinen Anreiz mehr, das Niveau zu steigern. Denn es ist auch ohne Standard sichtlich alles gut. Umsätze wurden nie in einer Währung kommuniziert, sondern nur als Paketdurchsatz. Gespeist aus Transparenz und Interesse fragte ich nach einem Wert in € und wurde rigoros abgeschmettert. Ich könne mir doch anhand der durchschnittlichen Paketwerte einen Überblick verschaffen. Und auch wenn das generell nicht falsch ist, variieren diese Werte deutlich zu stark, um einen vernünftigen Median abzubilden. Dürfen Mitarbeiter dieses Unternehmens keine zumindest groben Einblicke in die Verkaufserlöse aus Waren und Dienstleistungen bekommen, um planbar selbst abzuschätzen, wie sicher der eigene Arbeitsplatz ist und wie sich die Leistung im großen Ganzen widerspiegelt? Ich hätte nicht unbedingt die GuV und Bilanz sowie das Anlage- und Umlaufvermögen minutiös vorgebetet bekommen müssen, jedoch wäre eine Wiedergabe der Unternehmensleistung in € doch wohl das Mindeste. Es scheint immer mehr zur Norm zu werden, das Mitarbeiter über den konkreten Wirtschaftserfolg und Kurs des Unternehmens im Schatten verweilen. Dies ist nicht mehr bloße Intransparenz. Hier wurde der Informationsfluss aktiv und mutwillig gravierend verengt. Eine barbarisch entmenschlichte Erfolgs- und Richtungskommunikation unter inflationärem Gebrauch von Nebelkerzen war das Resultat. Ad hoc Entscheidungen waren viel zu häufig anzutreffen. Großteilig auch nicht nachvollziehbar, da erneut die Kommunikation über den Entscheidungsweg ausblieb. Auf eine stringente Außenwirkung gegenüber den Mitarbeitern konnte hier nicht mehr gehofft werden. Die Sahnehaube auf der Torte der Fehlkommunikationen bildeten letztlich die digitalen Kanäle. Deutlich zu viele Teams-Chats waren vorhanden, hin und wieder auch ohne erkennbaren Effekt. Die Aufnahme in benötigte Mail-Verteiler wurde nicht nahtlos umgesetzt und führte zu Informationslücken. Krankmeldungen konnten anfänglich noch via Mail stattfinden. Später musste jedoch dringend angerufen werden. Warum aus dem Nichts der verbalen Krankmeldung Vorzug eingeräumt wurde, ist mir bis heute schleierhaft, da die Aussage schriftlich wie telefonisch die gleiche blieb. Möglicherweise um die Hürde zur Krankmeldung zu erhöhen, was selbstredend abartig wäre. Die Männerquote war unausgeglichen. Es war ca. eine 1 zu 4 Verteilung vorhanden. Die Urlaubsplanung war verkrustet. Wer über ein vollumfängliches Organisationstool verfügt, sich aber aufgrund von Einsparungen bei Funktionsberechtigungen selbst lähmt, der spart an der falschen Stelle. Zumal dies erneut nur auf das kaufmännische Personal zutraf. Hygienemaßnahmen wurden via SOP’s (Standardvorgehensweisen) festgehalten. Diese wurden jedoch auch gerne mal stiefmütterlich gehandhabt und eher als Handlungsempfehlungen betrachtet. Raucherpausen waren Laissez-faire geregelt. Entsprechend häufig drängte sich mir ob der bei manchen erkenntlichen Frequenz die Frage auf, wie diese Mitarbeiter eigentlich auf Ihre Arbeitsstunden kamen, wenn sich doch zu jeder Raucherpause ausgestochen werden musste. Strafmaßnahmen, wie bspw. Abmahnungen bei Fehlverhalten X wurden vorab nicht vernünftig vermittelt, weshalb sie wohl auch nicht konsequent Umsetzung fanden. Es wurde stattdessen munter weiter der Zeigefinger erhoben, anstatt den Worten auch Taten folgen zu lassen.
Verbesserungsvorschläge
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Das Unternehmen würde stark von einer direkten und konkreten mündlichen wie schriftlichen Verständigung profitieren. Ebenso ist eine transparente Entscheidungsfindung und Kurskommunikation mehr als notwendig, um Vertrauen bei den Mitarbeitern zu schüren. Zentraler Bestandteil davon ist auch die eindeutige Wiedergabe der Umsatzzahlen in € und nicht nur der bloße Paketdurchsatz. Derzeit führt die vorherrschende Maßgabe zum diffusen Ausdruck dazu, dass keiner klar zu sagen vermag, warum was wie gemacht wird und weshalb nicht doch anders. Kurze Kommunikationswege zu schaffen sowie abgetretene enigmatische Strukturen aufzusprengen und deutlich zu entschlacken, könnte ein Ansatz sein, um nebst mehr Verständnis auch Pragmatik in der Informationsvergabe zu fördern. Tiefschürfendes Vertrauen könnte sich außerdem über das tatsächliche Berücksichtigen von Feedback verdient werden, anstatt dieses auf einem (digitalen) Blatt Papier in den Wirren einer Dokumentenablage Staub ansetzen zu lassen oder von vornherein zu romantisieren. Viel zu oft fühlte ich mich nicht gehört und ernst genommen, wenn persönliche Belange und Verbesserungsvorschläge nicht erneut adressiert wurden, mehr noch in Vergessenheit gerieten. Die Zeiterfassung sollte durch ein unabhängiges Kontrollorgan stichprobenartig kontrolliert werden. Um eine profund gerechte Außenwirkung zu kristallisieren. Führungspersonal muss in lösungsorientierter und deeskalierender Kommunikationsmethodik sowie Selbstorganisation geschult werden. Zusätzliche Führungsinstanzen zu Hilfe zu ziehen, sollte der letzte Pfeil im Köcher der Konsensfindung sein. Die Tagespläne waren für mich zu häufig repetitiv. Es fühlte sich stellenweise nach Copy und Paste aufgrund von Bequemlichkeit an. Langfristig hätte ich vermutlich mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt, weshalb ich mir eine deutlichere Varianz gewünscht hätte. Vielleicht wäre ein Auffrischen in der Personaleinsatzplanung eine Maßnahme, um Expertiselücken im Hinblick auf eine evidente Abwechslung zu schließen und die dazugehörige gewissenhafte Attitüde beim Personalplaner zu generieren. Zufriedenheit mit der Arbeit eines Kollegen ist am schönsten, wenn Sie von diesem gehört wird. Häufiger angebrachtes und ernst gemeintes Lob führt zu einer positiven Gemütslage sowie dadurch höheren Produktivität des Einzelnen und kann überdies Ansporn für andere Kollegen sein, weshalb positives Feedback nicht zu spärlich verteilt werden sollte. Außerordentliche Leistungen gehören außerordentlich entlohnt, und das geht auch ohne Gebrauch von Naturalien, sondern durch ein Bonus-Entgelt. Dies bietet gleichzeitig einen Anreiz, dauerhaft auf höhere Messlatten zuzusteuern, anstatt die immer gleiche Leistung wiederzukäuen. Außer natürlich Mittelmaß ist die Speerspitze. Um ein solides Fundament und Grundverständnis für die täglichen Aufgaben zu entwickeln, bedarf es zügiger und vollständiger Einarbeitung. Hierbei nehmen Vermitteln und Nachhalten übergeordnete Rollen ein und sollten nicht vernachlässigt werden, um alle über die vertragliche festgehaltenen Aufgaben und deren Bewältigungsansätze zu unterrichten. Dabei sollten Unternehmenswerte und Qualitätsansprüche an die eigene Arbeit verinnerlicht werden, damit langfristig eine vernünftige Teamsymbiose gewährleistet werden kann. Klare Perspektiven zur beruflichen Weiterentwicklung müssen präzise kommuniziert werden, um greifbar und planbar zu sein. Ein Verweilen auf derselben Position mit annähernd gleichem Kenntnisstand darf eine Option jedoch niemals die in Stein gemeißelte Zukunftsaussicht sein. Und falls doch, spiegelt dies nur allzu gut die fehlenden Ambitionen des Arbeitgebers wider, konsequent in individuelles Mitarbeiterwachstum zu investieren. Um den kaufmännischen Angestellten mit Ambitionen, und/oder einschlägigem Wirtschaftsbackground die dringend benötigte Wertschätzung entgegenzubringen, ist eine Anpassung des Salärs zweifelsfrei notwendig. Singles am Standort Leipzig können bei derzeitigen Status quo kaum vernünftig leben oder selbst in eine berufliche Weiterbildung nebenher investieren. Zuletzt ist der Weggang von Samstagsarbeit eine in meinen Augen sinnvolle Maßnahme. Hierbei spare ich mir das Ausführen.
Arbeitsatmosphäre
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Beinahe durchweg überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen führte zu Polarisierung im Arbeitsumfeld. Positives Feedback und Lob mussten vom Boden aufgekratzt werden. Daraus resultierte eine Attitüde der Gleichgültigkeit und die Ambitionen des Einzelnen trivialisierten sich. Es herrschte kein kollektiver Qualitätsanspruch an die Arbeit. Ebenso wenig fanden die gleichen Prinzipien und Wertvorstellungen durchgängige Anwendung. Hierdurch entstand keine fundamentale Teamchemie. Es arbeitete jeder als Individualist ohne Gemeinschaftsgeist. Vertrauensvolles Arbeiten wurde nach kurzer und nicht gleichmäßig betriebener Einarbeitung geboten. Durch diese zu kurze Einarbeitung konnten nicht alle Mitarbeiter die vertraglich festgehaltenen Arbeiten vollständig ausüben, weshalb Fairness zu kurz kam. Es wurde sich stattdessen auf einige wenige Allrounder verlassen. Waren diese nicht ausreichend vorhanden, brach das Wackelkonstrukt zusammen. Zu häufiges und aus Bequemlichkeit genutztes Copy & Paste bei der Dienstplangestaltung bekräftigte dieses Defizit.
Work-Life-Balance
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider.
Im Operations-Bereich wurde im abwechselnden Zweischichtsystem gearbeitet und ohne Möglichkeit zur Gleitzeit. Eine Samstagsschicht im Monat war Pflicht, gleichwohl schon vor meiner Zeit vom Löwenanteil der Mitarbeiter in Frage gestellt, jedoch nie verbessert.
Zusätzlich wurde in Abstimmung mit anderen Kollegen entweder an Weihnachten oder Silvester gearbeitet. Absolut unzeitgemäß, zumal es sich hierbei nicht um überlebensnotwendige Pharma-Produkte handelt. Die Arbeitszeiten lagen im Großteil der Öffnungszeiten anderer Bereiche, wie etwa denen von Ämtern, Ärzten, Kitas oder Lebensmittelmärkten, jedoch war das Tauschen von Schichten möglich, ferner ein Kollege dafür einsprang. Termine flexibel umsetzen zu können war mir immer bewerkstelligt wurden, allerdings hatte ich auch beinahe immer Überstunden in petto, welches möglicherweise zur positiven Entscheidung beitrug. Gleitzeit, ein Weggang von Weihnachts-, Silvester und Samstagsarbeit würden hier zur Work-Life-Balance stark beitragen. Stand jetzt jedoch tendenziell unterdurchschnittlicher Status quo.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Es wurden tagtäglich für die Pharma und Medizin üblich viele Handschuhe, Haar- und Bartnetze, Mundschutze sowie alkoholische und normale Tücher einmalig genutzt und weggeschmissen. Die Mülleimer waren am Ende eines jeden Tages voll und quilten vereinzelt schon über. Das mag für diesen Wirtschaftszweig normal sein, kann aber nicht umweltfreundlich ausfallen, wenn diese nur einmalig nutzbar sind. Die Kittel wurden glücklicherweise gewaschen und konnten wiederverwendet werden, auch wenn einige zwischenzeitlich ob der vielen Löcher und einigen nicht wegzubekommenden Flecken Lumpen anmuteten. Später konnten Haarnetze aus waschbarem Stoff beantragt werden, deren Pflege der Einzelne übernahm. Dies ist ein sehr guter Ansatz, worauf versucht werden sollte aufzubauen. Gerne auch ein bisschen zügiger, aber hier sprechen wir von einem Grundproblem. Wasserverschwendung war gegeben, da die Boiler der Sanitäranlagen immer erst eine Vorlaufzeit benötigten, um warmes Wasser zu produzieren.
Karriere/Weiterbildung
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Ob des flachen Aufgabenspektrums war ich sehr schnell unterfordert. Mehrfaches Nachfragen nach mehr Verantwortung und Wissensvermittlung führte zum Hinhalten. Ich glaubte ein gewisses Muster zu erkennen, wonach systematisch auf Zeit gespielt wurde, sollte jemand über den gegebenen engen Handlungsspielraum hinaus Ambitionen hegen. Weiterbildungsangebote gab es wohl für das Führungspersonal und die Mitarbeiter in der Pharmazie. Hier erneutes Messen mit zweierlei Maß festzustellen war entrüstend. Sporadische Präsentationen über Wirkungsweisen von Cannabis und CBD-Ölen im Kontext Y waren vorhanden jedoch vernachlässigbar, da sie beim kaufm. Zweig zu keiner Steigerung des Wirtschaftswertes führten und damit kein zukunftsorientiertes Wachstum des Einzelnen kultivierten. Stattdessen wurde lieber in Maschinen oder ERP-Systeme investiert und die Zeit dem fast schon perversen Buhlen um Investoren gewidmet. Diesbezüglich ist für jeden Kaufmann wortwörtlich „Unternehmen Endstation“ der Arbeitgeber. Wer eine Arbeitsbeschäftigung ohne Perspektive sucht, ist hier goldrichtig.
Kollegenzusammenhalt
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Guter Zusammenhalt war selten gegeben. Kritik und Verbesserungsvorschläge untereinander wurden minimalistisch geäußert. Direkter Kommunikation gegenüber waren viele äußerst empfindlich, bedauerlicherweise selbst in Führungspositionen. Blumige Euphemismen und seidiges Gerede wurden stattdessen zur Notwendigkeit, wollte ich es mir mit anderen nicht langfristig verscherzen. Es kristallisierten sich zügig Mitarbeiterlager heraus, die unter sich ein gewisses Meinungsbild sowie eine bestimmte Arbeitsweise zu eigen hatten. Als ich im Laufe der Zeit aufgrund der Äußerung von Kritik mit einem dieser Lager kollidierte, war das für mich ein wortwörtlicher Stich ins Wespennest. Ich persönlich hatte nach einiger Zeit zunehmend das Gefühl, dass mir gegenüber in bestimmten Situationen Zurückhaltung gezeigt wurde. Diese Wahrnehmung hat mein Wohlbefinden im Arbeitsalltag spürbar beeinflusst. Wenn derlei Kettenreaktion die Antwort auf Verbesserungsvorschläge ist und dies den generellen Umgang mit jener Thematik innerhalb Grünhorns widerspiegeln sollte, kann ich nur froh über den finalen Ausgang sein.
Vorgesetztenverhalten
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Meine Vorgesetzten hatten häufig ein offenes Ohr für meine Belange, woraus jedoch nicht immer direkte Lösungen resultierten. Die Teamleiter waren sukzessive weniger ansprechbar, da sie in inflationär verteilten Meetings verschwanden, oder aber sie waren ohne erkennbaren Zweck überreichlich vorhanden. Einzig die unter den Teamleitern wechselnde Position der Produktionsleitung schien erkennbar eine dauerhafte Einbindung in das Tagesgeschehen zu erfordern. Dies war jedoch häufig auf eine kurzsichtige ad hoc Planung zurückzuführen. Leider war bei manchen Teamleitern ein deutliches Defizit bezüglich lösungsorientierter Kommunikation festzustellen. In Folge dessen die nächsthöhere Instanz darum gebeten wurde, das Gespräch mit mir zu suchen. Hier stellte sich mir die Frage, wie eine Führungsposition nicht dazu im Stande sein kann, ihr persönliches Feedback im Vier-Augengespräch zu äußern und stellvertretend dafür andere vorschiebt. Ich empfand dies als eklatanten Armutsbeweis dessen, sich mit Problemen selbst auseinandersetzen zu können.
Arbeitsbedingungen
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Der Lautstärkepegel war an manchen Arbeitsplätzen, durch ununterbrochene Musik, recht hoch. Gleichbleibende Konzentration war dadurch schwer zu bewerkstelligen. Übereinkünfte mit den Musikhörern waren kaum zu vereinbaren. Es gab eine Clean-Desk-Policy, welche mehr als Empfehlung galt. Außer natürlich, wenn Investoren vorbeikamen. Dann konnte dieser Regelung gar nicht genug Augenmerk zukommen. Es wurden an den Plätzen Kuchen, Schnitten, Bowls und sogar Pizzastücke verzehrt, während nebenher mit Rezepten Umgang gepflegt wurde. Hanebüchen! Die Technik war größtenteils auf dem Stand. Es wurde häufig mit Mundschutz gearbeitet, manchmal auch 4-6 Stunden am Stück. Im Winter fielen die Heizungen hin und wieder aus, wodurch die Temperatur auf stellenweise 14 Grad sank.
Kommunikation
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Stetig stockte der Informationsfuss. Kurze Kommunikationswege wurden künstlich aufgebläht oder verkompliziert. Zu viele Teams-Kanäle und Mail-Verteiler sowie nicht vergebene Berechtigungen waren einige Gründe dafür. Kommunikation über die Planung, welche über mehr als eine Woche hinausging, war äußerst unkonkret. Man wurde nicht müde zu sagen, dass gerade auf Sicht gefahren wird. Dieser Ausdruck wurde mit solch einer Inbrunst und überaus inflationär genutzt, dass er mir bereits nach dem ersten Monat aus dem Hals heraushing. Diese, von Unsicherheiten durchfurchte Form der Verständigung weckte bei mir nicht den Eindruck, als wüsste Grünhorn nicht in welche Richtung es segelt oder aber rede sich um Kopf und Kragen, um nicht zu viel über den Kurs preiszugeben. In beiden Fällen kann hier besten Gewissens von diffuser Informationsvermittlung gesprochen werden, die ich so prägnant noch nie in einem anderen Unternehmen erfuhr.
Gehalt/Benefits
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Frisches Obst wurde wöchentlich angeboten. Für die Mitarbeiterzahl jedoch knapp bemessen und nicht selten Donnerstags aufgebraucht. Wasseraufbereiter und Kaffeevollautomat waren vorhanden. Letzterer hätte öfter vollständig gereinigt werden müssen. Mittagessen wurde zum Festbetrag teilsubventioniert. Manchmal wurden Softdrinks zum Verzehr in den Pausenraum gestellt, welche auch mal seit 3 Monaten abgelaufen sein konnten. Zu besonderen Anlässen gab es Extras wie Schokolade pro bono. Wenn auch nicht verkehrt, täuschte dies für mich nicht über die Tatsache hinweg, dass nie eine Zusatzvergütung ausgezahlt wurde, wenn die Belegschaft überdurchschnittliche Leistungen erbrachte und damit Meilensteine für das Unternehmen setzte. Gerade dann ambivalent, wenn derlei Leistungen in extra Meetings und Mails massiv gepriesen und zelebriert wurden. Ausgebildete kaufm. Mitarbeiter mit Expertise und Abschlüssen im Segment wurden nicht gerecht entlohnt und werden sich damit zwangsweise langfristig in die Altersarmut arbeiten.
Gleichberechtigung
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Männer waren definitiv in der Unterzahl (ca. 1 zu 4). Ich hatte das Gefühl meine Belange würden nicht so ernst genommen, wie die der Mitarbeiter anderer Bereiche. Ich konnte mir dies damit erklären, dass kaufmännisches Personal für maximal einen Bruchteil kaufmännischer Standardaufgaben eingesetzt wurde, welche auch von unausgebildeten Kräften hätten bearbeitet werden können. Dieses Personal wäre zur not flott austauschbar gewesen, sollte es zu Unstimmigkeiten mit bspw. den Arbeitsbedingungen kommen oder der Einzelne mehr wollen als redundante Aufgaben mit minimaler Verantwortung zu übernehmen.
Interessante Aufgaben
Folgende Zeilen spiegeln meine persönliche Perspektive und daraus resultierende Meinung wider. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne - doch schon nach kurzer Zeit war dieser ob der äußerst repetitiven Aufgaben ohne Tiefgang und fehlender Verantwortung verflogen. Das typische Funkeln in den Augen anderer, welches Interesse widerspiegelt, war kaum anzusehen. Kommen. Arbeiten. Gehen. Ohne Perspektive auf Änderung. Nicht mehr und nicht weniger.