Gute Basis, aber die Unternehmenskultur hat sich spürbar gewandelt
Verbesserungsvorschläge
Grundlegende Hinterfragung der Unternehmenspolitik notwendig. Führungskräfte, die fachlich oder menschlich nicht geeignet sind, sollten konsequent überprüft werden. Die Geschäftsführung sollte präsenter am Standort sein und die Probleme der Belegschaft ernst nehmen, statt die schlechte Stimmung zu ignorieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung hat sich zuletzt spürbar verschlechtert. Es herrscht eine starke Abhängigkeit von der jeweiligen Abteilung: Während einige Führungskräfte vorbildlich agieren, fehlt es anderen an grundlegenden Kompetenzen. Der wechselhafte und oft emotionsgesteuerte Stil der Geschäftsleitung führt zu viel Unsicherheit und internem Getuschel.
Kommunikation
Offizielle Informationen kommen oft zu spät und werden meist vom "Flurfunk" überholt. Die Informationspolitik ist sehr willkürlich und hängt stark von persönlichen Sympathien ab. Transparenz und Ehrlichkeit lassen leider oft zu wünschen übrig, was zu großem Unmut führt.
Kollegenzusammenhalt
Im Kern ist das Verhältnis unter den Kollegen gut. Dennoch herrscht eine gewisse Vorsicht, da Informationen schnell weitergetragen werden und teilweise Kollegen gegeneinander ausgespielt werden. Die Mehrheit verhält sich jedoch fair.
Work-Life-Balance
Positiv hervorzuheben: Zwei Tage Home-Office, Gleitzeit und Verständnis für private Termine oder kranke Kinder sind gegeben. Urlaub kann je nach Bereich auch kurzfristig abgestimmt werden.
Vorgesetztenverhalten
Extrem gespalten. Es gibt konstruktive Vorgesetzte, aber auch solche, die bei Kritik unsachlich reagieren. Ein großes Problem ist das Setzen unrealistischer Ziele, die faktisch nicht haltbar sind, nur um nach oben gut dazustehen.
Interessante Aufgaben
Stark abhängig von der Kompetenz der Führungskraft. Wenn Vorgesetzte mit modernen Arbeitssystemen (z.B. MS Office) oder gar dem ERP-System nicht sicher umgehen können, fällt es ihnen schwer, sinnvolle Aufgaben zu entwickeln und zu delegieren. Oft regiert das Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“.
Gleichberechtigung
Hier liegt vieles im Argen. Es gibt eine deutliche "Zwei-Klassen-Gesellschaft". Bewertungen, Benefits (wie Firmenwagen oder Gehaltsentwicklung) und sogar kleine Aufmerksamkeiten hängen massiv von persönlicher Sympathie ab. "Lieblinge" werden bevorzugt, andere systematisch ignoriert oder übermäßig kontrolliert.
Umgang mit älteren Kollegen
Grundsätzlich in Ordnung, auch wenn es teilweise eine starke Orientierung an alten Strukturen gibt.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung wirkt wie eine „Glückssache“ und scheint stark von persönlicher Sympathie abzuhängen. Während einige moderne, ergonomische Arbeitsplätze mit Klimaanlage erhalten, arbeiten andere in sanierungsbedürftigen, teils unangenehm riechenden Büros (alter Teppich/Rauch) und sind der Sommerhitze schutzlos ausgeliefert. Die Vergabe von höhenverstellbaren Schreibtischen oder Diensthandys erfolgt sehr willkürlich. Auch bei der IT-Hardware gibt es ein starkes Gefälle: Neueinsteiger erhalten oft gebrauchte, veraltete Geräte, während die Modernisierung in anderen Bereichen sichtlich bevorzugt wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird Wert auf ein grünes Image gelegt (z.B. E-Flotte), intern spielt Ressourcenschonung in der Praxis jedoch kaum eine Rolle. Entscheidungen werden primär aus Bilanzgründen getroffen, nicht aus ökologischer Überzeugung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist okay, aber die Struktur dahinter wirkt unfair. Zusagen bezüglich Anpassungen werden oft nicht eingehalten oder sehr lange hinausgezögert.
Image
Das einstige Premium-Image scheint massiv zu bröckeln. Die gefühlt sinkende Produktqualität ist sogar intern ein Thema, das in der Belegschaft kritisch diskutiert wird. Meinem Eindruck nach wird oft an den falschen Stellen gespart.
Karriere/Weiterbildung
Sehr eingeschränkt. Seminare für Führungskräfte wirken repetitiv. Chancen hängen auch hier oft von der Zuteilung durch Vorgesetzte ab.