Licht und Schatten, leider überwiegen mittlerweile die Schattenseiten.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen bietet eine gute Work-Life-Balance und tarifliche Sicherheit.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wer Wert auf moderne Führung, transparente Entscheidungen, faire Entwicklungsmöglichkeiten und eine leistungsorientierte Unternehmenskultur legt, dürfte hier auf Dauer nicht glücklich werden. Die Stimmung verschlechtert sich seit Jahren, engagierte junge Mitarbeitende verlassen das Unternehmen häufig nach kurzer Zeit wieder.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht besteht in den Bereichen Führung, Kommunikation und Personalentwicklung erheblicher Verbesserungsbedarf.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung im Unternehmen hat sich über viele Jahre kontinuierlich verschlechtert und erreicht mittlerweile einen Tiefpunkt. Viele Mitarbeitende sind frustriert, trotzdem versucht man im Kollegenkreis das Beste aus der Situation zu machen. Leider entsteht häufig der Eindruck, dass eine positive Teamdynamik von Teilen der Führungsebene eher ausgebremst als gefördert wird. Eigeninitiative und Motivation nehmen dadurch immer weiter ab.
Image
Das Unternehmen profitiert bis heute von seinem guten Ruf aus früheren Jahren. Vor allem bei älteren Generationen genießt es noch ein positives Image. Intern und auch am Arbeitsmarkt verschlechtert sich dieses jedoch zunehmend. Ein weiterer Imageschaden entstand aus meiner Sicht dadurch, dass viele Auszubildende trotz erfolgreicher Ausbildung nicht übernommen wurden.
Work-Life-Balance
Hier gibt es wenig zu kritisieren. Urlaub kann in der Regel flexibel genommen werden und die Gleitzeit bietet sowohl morgens als auch abends ausreichend Spielraum. Das ist einer der größten Pluspunkte des Unternehmens.
Karriere/Weiterbildung
Für junge und engagierte Mitarbeitende aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Viele verlassen das Unternehmen spätestens nach zwei Jahren, weil sie weder fachlich noch persönlich Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Weiterbildung soll möglichst nichts kosten, Eigeninitiative ist zwar erwünscht, Unterstützung durch das Unternehmen jedoch kaum vorhanden. Teilweise entstand sogar der Eindruck, dass Weiterbildungen möglichst während Kurzarbeit stattfinden sollten. Ein strukturiertes Personalentwicklungs- oder Bewertungssystem existiert praktisch nicht. Entscheidungen wirken häufig subjektiv statt leistungsorientiert.
Gehalt/Benefits
Dank Tarifvertrag sowie Sonderzahlungen der IGM ist das Gehalt insgesamt in Ordnung. Allerdings bestehen für vergleichbare Tätigkeiten teilweise Gehaltsunterschiede im vierstelligen Bereich, die kaum nachvollziehbar sind. Zusätzliche Leistung, Weiterbildungen oder die Übernahme weiterer Aufgaben wirken sich nur selten positiv auf die Vergütung aus. Dadurch fehlt häufig der Anreiz, sich über das normale Maß hinaus einzubringen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist gut. Viele unterstützen sich gegenseitig und versuchen trotz der schwierigen Gesamtsituation gemeinsam Lösungen zu finden. Das macht den Arbeitsalltag deutlich angenehmer.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier sind mir keine besonderen negativen Auffälligkeiten begegnet.
Vorgesetztenverhalten
Sehr unterschiedlich. Es gibt durchaus fachlich kompetente Führungskräfte, allerdings auch einige, deren Besetzung schwer nachvollziehbar ist. Für das Team einzustehen, Mitarbeitende zu fördern oder deren Interessen zu vertreten, findet nur selten statt. Stattdessen entsteht häufig der Eindruck einer deutlichen Zwei-Klassen-Gesellschaft. Beförderungen wirken nicht immer leistungsorientiert, sondern teilweise von persönlichen Beziehungen abhängig. Insgesamt wurde die Belegschaft deutlich reduziert, während gleichzeitig immer mehr Führungsebenen geschaffen wurden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt in Ordnung. Deutliches Verbesserungspotenzial besteht allerdings beim Thema mobiles Arbeiten. Homeoffice ist seit Jahren ein kontroverses Thema. Es herrscht teilweise noch die Einstellung, dass produktiv nur arbeitet, wer im Büro sitzt. Moderne Arbeitsmodelle werden nur zögerlich akzeptiert. Dadurch fällt es zunehmend schwer, insbesondere jüngere Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden.
Kommunikation
Der inoffizielle Buschfunk funktioniert deutlich besser als die offizielle Kommunikation. Wichtige Informationen erreichen die Mitarbeitenden häufig sehr spät oder gar nicht. Entscheidungen werden selten transparent erklärt und Verbesserungsvorschläge oder kritische Rückmeldungen werden kaum aktiv eingefordert.
Gleichberechtigung
Hier habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Alle Mitarbeitenden werden unabhängig von Geschlecht oder Herkunft gleich behandelt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und abwechslungsreich. Wer jedoch auf fachliche Weiterentwicklung oder neue Verantwortungsbereiche hofft, wird häufig enttäuscht. Entwicklungsmöglichkeiten sind nur sehr eingeschränkt vorhanden.
