Guter Arbeitgeber mit Höhen und Tiefen
Gut am Arbeitgeber finde ich
- die Menschen der HanseVision
- kollegialer und freundlicher Umgang miteinander
- Freiheiten, welche allen Mitarbeitenden gewährt werden
- interessante Aufgabenfelder / spannende Themen
- Flexibilität
- Arbeitsbedingungen / Ausstattung
- Wille zur Verbesserung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- teilweise mangelnde Führungskompetenz auf BE-Ebene
- "Geklüngel" auf oberster Führungsebene
- unnötige Fehler in der Kommunikation zwischen Führung und Belegschaft
Verbesserungsvorschläge
Alles in allem befindet sich die Firma auf einem guten Weg. Viele Punkte werden momentan angegangen und viele Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung. Dies ist sicherlich nicht immer einfach und erfordert auch von den Mitarbeitenden ein gutes Stück an Resilienz.
Größter Minuspunkt für mich persönlich ist das Thema „Vorgesetztenverhalten“. Auf der oberen Führungsebene der Business Executives läuft in meinen Augen sehr vieles falsch. Zwei Drittel der hier verantwortlichen Führungskräfte sind eher als „Freigeister“ zu bezeichnen, was sich oftmals mit der eigentlichen Aufgabe des Führens nicht vereinbaren lässt. Technisch handelt es sich sicherlich um wirkliche Experten und Koryphäen auf ihren jeweiligen Gebieten, aber das qualifiziert einen nicht automatisch zu einer guten Führungskraft. So sind Eigenschaften wie Prozesstreue, Zuverlässigkeit, Vertraulichkeit, Worttreue, Integrität, Empathie, Organisation, Wertschätzung, Erreichbarkeit oder Verständnis oftmals kaum oder gar nicht vorhanden. Diese Themen wurden zwar bereits mehrfach thematisiert, oftmals waren aber nur leere Worte und viel „Geschwafel“ das Ergebnis dieser Gespräche. Leider ist die Geschäftsführung hier nicht mit der nötigen Konsequenz unterwegs und lässt die Personen mit indiskutablem Verhalten gewähren. Würden sich andere Mitarbeitende der Firma so verhalten, wie es einige Business-Executives vorleben, würden sicherlich entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Diese Tatsache fördert immer wieder den Eindruck, dass auf oberster Ebene viel „geklüngelt“ wird. Ich würde mir hier von der Geschäftsführung mehr Konsequenz und eine höhere Erwartungshaltung gegenüber den Business-Executives wünschen, denn einige dürfen sich einfach zu viel erlauben und schaden so dem Arbeitsklima, sowie dem Erfolg der Firma. (Vorbildfunktion?!)
Der Kreis der unteren Führungsebene sollte verkleinert und zielgerichteter ausgewählt werden. Danach muss ein klareres Bild geschaffen werden, in dem der Fokus auf den Mitarbeitenden und nicht auf den technischen Themen liegt. So kann auch bereichsübergreifend ein gemeinsames Rollenverständnis und ein gewisser Standard entwickelt werden.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich ist die Arbeitsatmosphäre gut und der Umgang miteinander ist recht locker. Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist über das gesamte Organigramm hinweg jederzeit möglich. Bei aller Arbeit und allem Stress gibt es dennoch immer wieder die Möglichkeit seine Pausen mit angenehmen Dingen zu füllen. Sei es eine Partie am Tischkicker, ein Spielchen an der Konsole oder bei einem kollegialen Schwätzchen an der Kaffeebar. Die Angebote sind zwar an den verschiedenen Standorten unterschiedlich, aber es ist überall etwas geboten. Zwischenmenschliche Interaktionen sind jederzeit möglich und gewünscht.
Selbstverständlich gibt es auch Zeiten und Situationen, in denen alles etwas angespannter und weniger relaxed abläuft. In den letzten Jahren waren das immer wieder Zeiten, in denen die Unternehmenszahlen weniger gut waren oder wenn über heiklere Themen wie Gehalt oder ähnliche Dinge diskutiert wurde. Dass der Druck innerhalb der Firma etwas steigt, wenn ausgerufene Ziele nicht erreicht werden oder die Umsatzzahlen nicht wie geplant ausfallen, ist in meinen Augen auch nichts Außergewöhnliches. In diesem Punkt unterscheidet sich die HanseVision kaum von anderen gut funktionierenden Firmen.
Kommunikation
Die vermutlich größte Schwäche des Unternehmens! Gerade in der internen Kommunikation zwischen der obersten Führungsebene und den Mitarbeitenden sind immer wieder eklatante Fehler und Versäumnisse festzustellen. Egal ob es sich um den Informationsfluss über weitreichende Veränderungen in der Struktur der Firma oder das Einbeziehen von Mitarbeitenden in Projekte, Planungen oder Aufgaben handelt … viele Dinge werden zu spät und unklar kommuniziert, so dass man mehr Informationen über den Flurfunk bekommt als von den Verantwortlichen selbst. Dieses Thema hat in der Vergangenheit viel Vertrauen gekostet und für viel Verärgerung gesorgt. Zwar wurden einige Maßnahmen getroffen (firmenweite Regelmeetings etc.), um den Informationsfluss zu verbessern, aber man fällt noch immer zu oft in alte Verhaltensmuster zurück. Dieses Zögern in der Verbreitung von Informationen gefährdet den Erfolg der Firma, da sich so auch anschließende Maßnahmen, Gespräche und Aktionen verspäten. Hier es noch viel zu verbessern.
Kollegenzusammenhalt
Hier liegt definitiv eine Stärke der Company, die aber durch Corona und die anschließende Homeoffice-Euphorie etwas gelitten hat. Hier kam es leider zu einer Art „Entfremdung“, was sich deutlich im Zusammenhalt, in der Atmosphäre und der Effizienz widergespiegelt hat. Gerade bei der Integration von neuen Mitarbeitenden, welche in dieser Zeit ihre Arbeit bei der HV begonnen haben, war diese Tatsache deutlich spürbar. Das persönliche Miteinander ist definitiv nicht zu ersetzen, auch wenn alle technischen Hilfsmittel dafür vorhanden sind. Durch aktuelle Regelungen ist hier eine klare Verbesserung erkennbar. Um diese Entwicklung zu unterstützen und den Zusammenhalt weiter zu stärken, wurden verschiedene Maßnahmen (gemeinsames Essen / Frühstück, Spieleabende etc.) teilweise von der Geschäftsführung, aber auch durch engagierte Mitarbeitende an den Standorten initiiert. Grundsätzlich macht es die offene und einladende Haltung der allermeisten Kollegen und Kolleginnen einfach Anschluss zu finden. Niemand muss sich als Einzelkämpfer fühlen oder auf diese Weise arbeiten, es sei denn er entscheidet sich aktiv dafür.
Work-Life-Balance
In der aktuellen Regelung für Mitarbeitende ohne Telearbeitsplatz sind 2 Office-Pflichttage vorgesehen. Die anderen Arbeitstage kann auch im HomeOffice gearbeitet werden, so dass genügend Flexibilität und Freiheiten gegeben sind. Wie in der Arbeitswelt üblich, ist die Arbeitslast nicht immer gleichbleibend über das Jahr hinweg verteilt. So kann es auch zu stressigeren Zeiträumen kommen, in denen man in mehreren Projekten gleichzeitig „vergraben“ ist. Durch Umstrukturierungen gab es die letzten Jahre in einzelnen Teams immer wieder personelle Engpässe, die nicht sofort kompensiert werden konnten. Dadurch gab es dort auch eine Überlast bei einzelnen Mitarbeitenden. Dennoch muss man klar sagen, dass die Anforderungen für eine „Vollauslastung“ bei der HV deutlich unter dem Branchendurchschnitt angesetzt sind. Im Allgemeinen ist die Arbeitslast der einzelnen Mitarbeitenden unter normalen Bedingungen angenehm, so dass ein ausgewogenes Zeitverhältnis zwischen Arbeit, Familie, Gesundheit und Freizeit gewährleistet ist.
Vorgesetztenverhalten
Hier gibt es teils krasse Unterschiede in den verschiedenen Führungsebenen, aber auch von Team zu Team. Von „toll“ bis „mies“ ist alles vertreten. Die Geschäftsführung hat vor Kurzem gewechselt. Hier gibt es zwar noch das ein oder andere Problemchen, aber man ist sehr bemüht, den Mitarbeitenden gerecht zur werden. Die in der Hierarchie darunter angesiedelten Business Executives geben ein trauriges Bild ab. Das Verhalten von 2/3 der dort Verantwortlichen ist eher fraglich bis verwerflich. Dies wird leider von der Geschäftsführung geduldet und nicht geahndet. Meiner Meinung nach sind hier zwar fachlich sehr kompetente Personen am Werk, die aber menschlich nicht als Führungskraft auf dieser Ebene geeignet sind. Danach kommt eine große Anzahl an Head ofs, wovon einige sehr bemüht sind. Leider gibt es hier kein einheitliches Bild eines innerhalb der Firma. So gehen hier die Leistungen sehr weit auseinander. Insgesamt ist hier noch viel Verbesserungspotential vorhanden.
Interessante Aufgaben
In der HanseVision werden verschiedene Themenfelder bearbeitet. Ob nun eine Mail-Migration interessanter ist als der Aufbau eines neuen Intranets oder die Entwicklung / Implementierung einer KI-Lösung, muss jeder für sich selbst entscheiden. Viele Dinge sind da auch sicherlich nicht miteinander vergleichbar. An spannenden Kundenprojekten mangelt es aber selten. Meiner Meinung nach gibt es aber in jedem Bereich interessante Aufgaben. Bringt man selbst noch Engagement und Eigeninitiative mit, ist man hier jederzeit gut versorgt.
Gleichberechtigung
Wie in sehr vielen IT-Firmen ist der männliche Anteil an Mitarbeitenden höher als der weibliche. Gerade im Umfeld der Führungskräfte ist dies am stärksten zu beobachten. Es wird aber an keiner Stelle ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht, egal ob es sich um Position, Gehalt oder andere Punkte handelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch hier gibt es keine negativen Dinge zu berichten. In der Altersstruktur und auch bei den Einstellungen der letzten Jahre ist klar erkennbar, dass das Alter keine wirkliche Rolle spielt. Know-how, Skills, Persönlichkeit und Einstellung sind die ausschlaggebenden Attribute.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind sehr gut. An den Standorten selbst sind gute bis sehr gute Bedingungen vorzufinden. Hier gibt es allerdings einige Unterschiede zwischen den Standorten. Auch für das Homeoffice wird eine entsprechend gute Ausstattung gestellt, so dass Mitarbeitenden an jedem Ort voll einsatzbereit und leistungsfähig sein können. Generell wird intern viel Service geboten, was das Leben für Mitarbeitenden sehr komfortabel macht. Selbst das Buchen von Geschäftsreisen wird über eine zentrale Stelle geregelt, so dass die Mitarbeitenden finanziell nicht in Vorleistung für Hotels, Bahntickets und dergleichen gehen müssen. Freie Getränke, regelmäßige gemeinsame Frühstückevents auf Kosten der Firma sind nur einige kleine Benefits, die genannt werden können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier orientiert sich die HanseVision an den umfassenden Initiativen und Maßnahmen des Mutterkonzerns. Der Konzern hat hier zwar ein sinnvolles Konzept, ob dies komplett ausreichend ist, ist sicherlich diskussionswürdig. Eine Firma mit diesen Möglichkeiten könnte bestimmt an der ein oder anderen Stelle noch etwas mehr Engagement bei diesen Themen zeigen. Es ist aber wie so oft im Leben: Das Bewusstsein für diese Dinge beginnt in den Köpfen jedes einzelnen Mitarbeitenden im Unternehmen.
Gehalt/Benefits
In der IT-Branche gibt es ein breites Spektrum, die Gehälter betreffend. Ich bin der Meinung, dass die HanseVision fair bezahlt. Mit Sicherheit gibt es unzählige Firmen, die hier und da mit etwas mehr Gehalt locken. Es wird aber garantiert auch genauso viele Firmen geben, die weniger Geld ansetzen. Insgesamt müssen eben die Relationen stimmen. Als problematisch ist das Gehaltsmodell anzusehen. Hier gab es in den letzten Jahren immer wieder „Experimente“, die aber fast alle fehlgeschlagen sind. Oftmals gingen die Versuche, ein anderes Zielsystem zu finden, zu sehr ins Extreme. Ich denke es sollte ein Mittelweg gefunden werden, der leistungsorientiert ist, aber dennoch die Bedürfnisse der Mitarbeitenden nicht außer Acht lässt. In den jährlichen Ziel- und Gehaltsgesprächen kann offen mit der jeweiligen Führungskraft über diese Themen gesprochen werden. Meist ist die Firma hier sehr flexibel unterwegs.
Image
Meist genießt die HanseVision bei Kunden und Partner einen guten Ruf. Nicht immer funktioniert das Zusammenspiel zwischen HanseVision und den Systemhäusern des Mutterkonzerns reibungslos, was den einen oder anderen Kunden verunsichert. Hier fehlt es an klareren Vorgaben bzw. deutlicheren konzerninternen Absprachen.
Karriere/Weiterbildung
Im Arbeitsalltag mit den Kunden bleibt oftmals wenig Zeit für zielgerichtete Fortbildungen. Auch wird hier wieder ein Gewisses Maß an Eigeninitiative benötigt. Wenn man sich aber darum kümmert und offen mit seiner Führungskraft spricht, werden die Mittel und Zeit für gewünschte / benötigte Fort- und Weiterbildungen zur Verfügung gestellt.

