Toxisches Verhalten, mangelnde Führung und Gefährdung der Patientensicherheit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass zeitnah ein neuer Chefarzt die Abteilung übernimmt, was dieser Struktur die Chance auf einen echten und dringend notwendigen Neuanfang bietet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die mangelnde Konfliktfähigkeit der bisherigen Führung, das geduldete Revierverhalten und die fehlende Transparenz gegenüber neuen Mitarbeitern.
Verbesserungsvorschläge
Transparenz beim Führungswechsel: Strukturelle Missstände in der Abteilung sollten offen aufgearbeitet und an den neuen Chefarzt übergeben werden, anstatt neu eingestellte, erfahrene Oberärztinnen kurz vor dessen Antritt zu entlassen. Ursachenforschung bei hoher Fluktuation: Wenn (wie im Vorstellungsgespräch eingeräumt) über Jahre hinweg eine hohe Fluktuation an Fach- und Oberärzten verzeichnet wird, müssen die Ursachen im System und im Verhalten etablierter Kräfte gesucht werden, anstatt das Problem durch den Austausch neuer Mitarbeiter zu verlagern. Einhaltung der Clinical Governance: Es darf nicht geduldet werden, dass Assistenzärzte die offizielle Diensthierarchie und den Hintergrunddienst übergehen. Das gefährdet akut die Patientensicherheit und muss organisatorisch unterbunden werden. Wahrnehmung der Fürsorgepflicht: Die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht muss gelebt werden. Es ist unprofessionell, die Arbeitskraft neuer Kollegen während des Urlaubs des Vorgesetzten voll auszunutzen und unmittelbar danach die Kündigung auszusprechen.
Arbeitsatmosphäre
Geprägt von massivem Revierverhalten, Missgunst und strukturellem Mobbing durch eine alteingesessene Kollegin. Neue Führungskräfte (selbst mit über 20 Jahren Oberarzt-Erfahrung) werden nicht integriert, sondern systematisch demontiert. Die Atmosphäre ist von Angst und unprofessionellen Machtspielen beherrscht.
Image
Das Timing der Kündigung kurz vor dem Antritt eines neuen Chefarztes verdeutlicht die Strategie: Anstatt Missstände transparent an die neue Klinikführung zu übergeben, wurden erfahrene Kräfte in der Probezeit entlassen, um die strukturelle Überforderung der bisherigen kommissarischen Leitung zu vertuschen.
Work-Life-Balance
Trotz einer vertraglich vereinbarten Teilzeitstelle (1/2 Stelle) wird eine ständige Verfügbarkeit in der Freizeit erwartet. Man wird zu Hause angerufen, um notfallmäßig Dienste zu übernehmen. Reagiert man als erfahrene Kraft professionell und lehnt diese de-facto-Aufforderungen höflich ab (da es sich um Freizeit handelt), wird dies intern negativ ausgelegt. Eine echte Trennung von Beruf und Privatleben ist in dieser Struktur nicht erwünscht, Teilzeitmodelle werden nicht gelebt, sondern zulasten der Mitarbeiter ausgenutzt.
Kollegenzusammenhalt
Ein gesunder Zusammenhalt existiert nicht. Die Hierarchie wird instrumentalisiert: Assistenzärzte werden von einer älteren Kollegin massiv unter Druck gesetzt und instrumentalisiert, um gegen andere Oberärzte zu agieren. Das zwingt junge Kollegen in unzumutbare Loyalitätskonflikte.
Vorgesetztenverhalten
Zum Zeitpunkt meiner Anstellung gab es keinen Chefarzt; die Abteilung wurde von einem Leitenden Oberarzt geführt. Dieser war mit dem eklatanten Konflikt- und Mobbing-potenzial in der Abteilung strukturell überfordert. Statt regulierend einzugreifen und das destruktive Verhalten einer etablierten Kraft zu unterbinden, wurde eine Klärung der Missstände komplett verweigert. Strategisch unaufrichtig: Solange die Vertretung während des Urlaubs des Vorgesetzten personell gesichert sein musste, wurde meine Arbeitskraft vollumfänglich in Anspruch genommen. Unmittelbar nach Rückkehr des Vorgesetzten erfolgte die Kündigung. Es fehlt hier jegliche professionelle Führungskompetenz sowie die Wahrnehmung der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht für neue Mitarbeiter. Dass es sich hierbei um ein strukturelles und langfristiges Problem handelt, wurde bereits im Vorstellungsgespräch durch den Leitenden Oberarzt signalisiert, der erwähnte, in den letzten drei Jahren bereits viele Kollegen haben gehen sehen. Anstatt jedoch das destruktive Verhalten im Team anzugehen, wird das Problem durch die Kündigung neuer, erfahrener Kräfte verlagert.
Kommunikation
Unprofessionell, intransparent und destruktiv. Statt eines direkten, fachlichen Austauschs auf Augenhöhe wird mit Gerüchten und Absprachen hinter dem Rücken gearbeitet. Das gezielte Anstiften von Assistenzärzten, den offiziellen Hintergrunddienst zu umgehen, zeigt, dass eine ehrliche und sichere Kommunikation in dieser Abteilung absolut unmöglich ist.
Interessante Aufgaben
Fachlich wurde mir die volle Verantwortung übertragen, ich habe die Hintergrunddienste vollumfänglich und eigenständig abgedeckt. Der Widerspruch ist jedoch eklatant: Während meine Arbeitskraft und Fachkompetenz für die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs voll in Anspruch genommen wurden, wurde dieselbe Kompetenz auf der Beziehungsebene durch Intrigen massiv infrage gestellt. Ein professionelles und fokussiertes Arbeiten ist unter diesen Bedingungen unmöglich.


