Auch im Henkel Corporate kann man echte Veränderung schaffen!
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist stark team- und regionsabhängig. Im Headquarter eher klassisch und konservativer geprägt, in den Regionen dagegen lockerer und offener. Insgesamt ein typisches Corporate-Umfeld, das aber durch bodenständige, offene Menschen und das internationale Umfeld an Vielfalt und Dynamik gewinnt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance hängt stark von einem selbst ab und wird kulturell bzw. vom Management nicht aktiv gefördert. Oft entsteht der Eindruck, dass die alte Sichtweise „work hard“ noch immer mit besonderer Wertschätzung verbunden ist. Wer ambitioniert ist, bekommt schnell zusätzliche Verantwortung, teilweise auch zwei Rollen gleichzeitig, und muss sich erst beweisen, bevor eine Beförderung erfolgt.
Abgesehen davon bietet HR viele Freiheiten. Ich arbeite etwa zur Hälfte im Homeoffice, kann meine 30 Urlaubstage flexibel nehmen und gestalte meine Arbeitszeit weitgehend selbst. Mir wird so viel Vertrauen entgegengebracht, dass ich von überall aus arbeiten kann, sogar ein kurzer Auslandsaufenthalt wurde genehmigt. Positiv hervorzuheben ist, dass Familie und Gesundheit in der Unternehmenskultur einen wichtigen Stellenwert hat. Es gibt gute Benefits und Regelungen, die Mitarbeiter:innen mit familiären Verpflichtungen wirklich unterstützen.
Karriere/Weiterbildung
Obwohl Henkel ein Konzern ist, bedeutet das nicht, dass man in seiner Rolle stehen bleibt. Schon beim Einstieg war eine der ersten Fragen, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Kolleg:innen und Vorgesetzte sprechen offen über individuelle Ambitionen, und wenn der Wille zur Weiterentwicklung da ist, ergeben sich in der Regel alle drei bis fünf Jahre neue Schritte (abhängig vom Managementlevel). Allerdings sind Karrierepfade und Weiterbildungsangebote nicht immer transparent, und man ist selbst dafür verantwortlich, diese Themen aktiv einzufordern und voranzutreiben.
Gehalt/Benefits
Als Junior bin ich anfänglich unter dem Standardgehalt eingestiegen, konnte aber innerhalb kurzer Zeit zwei Beförderungen erreichen und erhalte inzwischen ein überdurchschnittliches Gehalt. Die Gehälter werden immer pünktlich ausgezahlt. Darüber hinaus gibt es viele Benefits wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Urban Sports, Mobilitätszuschüsse, Auszahlungen von Überstunden sowie Bonus- und Prämienmodelle.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Da Henkel ein Chemiekonzern ist, ist Nachhaltigkeit ein tägliches Thema, mit dem sich das Unternehmen intensiv auseinandersetzt. Formulierungen und Lieferanten werden nach nachhaltigen Standards bewertet, ebenso wie der eigene CO₂-Footprint und die Produktionsstandorte. Im sozialen Bereich unterstützt Henkel zahlreiche Vereine und Projekte. Mitarbeiter:innen können sich auch selbst engagieren, zum Beispiel durch Einsätze in Afrika zur Förderung von Kinderprojekten oder beim Aufbau von Häusern in Entwicklungsländern.
Kollegenzusammenhalt
Ich erlebe einen starken Zusammenhalt mit vielen meiner Kolleg:innen, was ich als besonders wertvoll in der Unternehmenskultur empfinde. Jeder Mensch ist hier anders, manche trennen Privates klar vom Beruflichen, was respektiert wird. Für mich persönlich ist der Austausch darüber hinaus ganz natürlich, und ich schätze es sehr, Kolleg:innen auch privat oder mit ihren Familien kennenzulernen. Das baut ein starkes Vertrauen auf, in dem ich frei äußern kann, was ich denke, und umgekehrt genauso ehrliches Feedback bekomme.
Umgang mit älteren Kollegen
Viele Mitarbeitende bleiben im Durchschnitt länger als 15 Jahre im Unternehmen, was sehr viel über die Kultur aussagt. Dadurch gibt es viele Kolleg:innen mit langjähriger Erfahrung und großer Expertise, die ihr Wissen mit viel Wertschätzung an Jüngere weitergeben. Auch beim Übergang in die Pension gibt es gute Unterstützung und klare Regelungen. Leider habe ich aber auch den Eindruck, dass ältere Kolleg:innen in Bezug auf Aufgabenverteilung oder Entwicklungsmöglichkeiten teilweise zu früh vor dem Renteneintritt abgeschrieben werden.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte bisher viele sehr gute Manager:innen, von denen ich viel gelernt habe und die mich aktiv fördern. Was ich jedoch oft erlebe, ist, dass Führung sehr unterschiedlich ausgelegt wird und kein gemeinsames Verständnis von Leadership herrscht. Ich habe regelmäßige Austausche mit meiner Managerin zu Förderung, Aufgaben und werde auch in Entscheidungen eingebunden. Das ist jedoch nicht überall so. Bei Kolleg:innen erlebe ich häufig, dass Förderung und Einbindung in Entscheidungen eher gering ausfallen.
Arbeitsbedingungen
Der Henkel HQ Campus ist ausgezeichnet und bietet wirklich alles, was das Herz begehrt. Von Spielräumen mit Playstation und Kicker über eine Bibliothek, ein Archiv, einen Werksarzt, einen Kindergarten und einen internen Verkaufsladen bis hin zu modernen Büros, Laboren, Kantinen und Kaffeebars. Die Büros wurden erneuert und bieten Shared-Office-Konzepte mit Küchen auf jeder Etage. Jeder Arbeitsplatz ist mit Monitor ausgestattet, und es gibt einen „Tech Stop“, bei dem man neue Geräte oder technische Unterstützung anfordern kann. Insgesamt eine volle und sehr moderne Ausstattung.
Kommunikation
Die Kommunikation unter Kolleg:innen ist offen und respektvoll. Viele sind neugierig, andere kennenzulernen, und die gelebte Kaffee- und Lunch-Kultur fördert Austausch auch über Teamgrenzen hinweg. Im täglichen Miteinander ist man meist offen im Austausch, auch wenn es nicht immer leichtfällt, Konflikte oder unterschiedliche Meinungen transparent anzusprechen, da es dabei auch mal politisch werden kann. Ergebnisse und Performance werden regelmäßig in Leadership- oder Teammeetings besprochen, was Struktur und Orientierung gibt. Auf Management-Ebene werden strukturelle oder größere Veränderungen jedoch oft spät oder unklar kommuniziert, was oft zu Frustration und Unsicherheiten in Team führt.
Gleichberechtigung
Frauen und die Frauenquote werden im Unternehmen stark gefördert. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es weiterhin zu wenig weibliche Vorbilder gibt und die Inklusivität noch ausgebaut werden kann. Henkel macht viele wertvolle Schritte im Bereich DEI, was ich sehr schätze und was auch langsam sichtbare Veränderungen bringt wie Beispielsweise Parental Leave. Diese DEI-Themen (LGBTQ+, Disabilities, Generations, etc.) werden auch von Employee Resource Groups (ERG) aktiv vorangetrieben und sind nicht nur HR-Themen, sondern finden Bottom-Up-Unterstützung. Allerdings bleibt dies manchmal auf der mittleren Managementebene stehen, wo einzelne Führungspersonen durch ihr Verhalten den Fortschritt ausbremsen.
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben bieten mir eine sehr starke und steile Lernkurve. Ich habe volle Freiheit, in welchen Themenfeldern ich mich engagiere und welche Projekte ich vorantreibe. Meine Ideen und Visionen kann ich selbständig einbringen und pitchen. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit, mich auch über meine Rolle hinaus aktiv im Unternehmen einzubringen. Somit merke ich direkt den Impact, den ich generiere, und es macht einfach nur Spaß.

