Als Arbeitgeber nur sehr eingeschränkt zu empfehlen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zu den besonderen Stärken zählen die tariflichen Vorteile für Fach- und Nichtfachkräfte sowie eine leistungsfähige IT-Abteilung, die sich durch hohe Serviceorientierung und zügige Bearbeitung auszeichnet. Auch der Betriebsrat ist innerhalb des Stiftungsverbundes gut etabliert und für die Mitarbeitenden schnell erreichbar. Darüber hinaus trugen einzelne Mitarbeitende im administrativen Bereich durch ihre unterstützende, freundliche und zugewandte Arbeitsweise maßgeblich zu reibungslosen Abläufen bei.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus meiner persönlichen Perspektive ist die Arbeit der obersten Leitung kritisch zu betrachten. Sowohl in der fachlichen Ausrichtung – insbesondere hinsichtlich Kritikfähigkeit und Innovationsoffenheit – als auch in der persönlichen Interaktion besteht aus meiner Sicht deutliches Entwicklungspotenzial. Darüber hinaus erscheinen mir die bestehenden Unternehmensstrukturen, insbesondere im Bereich der personellen Aufbauorganisation, in erheblichem Maße optimierungsbedürftig.
Abschließend möchte ich festhalten, dass Personen, die einen Arbeitgeber mit ausgeprägter Kommunikationskultur, konsequent fairem Umgang sowie einer starken Orientierung an Innovation und kontinuierlicher Weiterentwicklung suchen, aus meiner Sicht einen anderen Arbeitgeber als den Herbert-Feuchte-Stiftungsverbund in Erwägung ziehen sollten.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner Perspektive mangelt es dem Unternehmen an einer Kultur authentischer Offenheit sowie an einem klar erkennbaren, zukunftsorientierten Innovationsverständnis. In meiner persönlichen Erfahrung habe ich keine konstruktiv gelebte Fehler- und Feedbackkultur wahrgenommen. Geäußerte Kritik wurde nach meinem Eindruck häufig personalisiert und als individueller Angriff interpretiert. Dieses Muster zeigte sich aus meiner Sicht konsistent über verschiedene hierarchische Ebenen hinweg und war auch auf oberster Führungsebene erkennbar.
Work-Life-Balance
In diesem Bereich zeigt sich ein klar positiver Aspekt des Arbeitgebers. Mit einer Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden, 32 Urlaubstagen sowie einer verbindlich geregelten Obergrenze für Mehr- und Minderstunden, deren Einhaltung zuverlässig durch den Betriebsrat überwacht wird, setzt das Unternehmen wirkungsvolle Rahmenbedingungen zur Förderung einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Ein engagierter und handlungsfähiger Betriebsrat stellt darüber hinaus sicher, dass Mitarbeitende bei hoher Arbeitsbelastung eine kompetente Ansprechinstanz vorfinden. Zudem besteht ein Fortbildungsangebot zu gesundheitsbezogenen Themen.
Karriere/Weiterbildung
Es steht ein umfangreicher Fortbildungskatalog zur Verfügung, dessen Nutzung den Mitarbeitenden großzügig ermöglicht wird. Individuelle Weiterbildungsbedarfe wurden nach meiner Erfahrung im Rahmen von Einzelabsprachen unterstützt. Die Qualität der Fortbildungsangebote könnte aus meiner Sicht durch eine stärkere Einbindung renommierter externer Anbieter sowie durch eine systematische Evaluation der Maßnahmen weiter verbessert werden.
Gehalt/Benefits
Ein wesentlicher Vorteil des Unternehmens liegt in der konkurrenzfähigen Vergütung. Diese ist sowohl für Fach- als auch für Nichtfachkräfte im Vergleich zu ähnlichen Organisationen mindestens gleichwertig, teilweise sogar darüber angesiedelt. Hinzu kommen ein überdurchschnittlicher Urlaubsanspruch, vorteilhafte Zuschlagsregelungen sowie die Anwendung eines insgesamt sehr mitarbeiterfreundlichen Tarifvertrags.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
In diesem Bereich besteht aus meiner Erfahrung ein deutliches Entwicklungspotenzial, insbesondere im Hinblick auf einen ressourcenschonenden Umgang mit Materialien und Betriebsmitteln. Selbst grundlegende Maßnahmen zur Förderung umweltbewussten Handelns stoßen nach meiner Erfahrung teilweise auf erhebliche Widerstände.
Kollegenzusammenhalt
Den kollegialen Zusammenhalt habe ich insgesamt als sehr heterogen erlebt. Während in einzelnen Teams ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl besteht, zeigen andere Teams deutliche Dysfunktionalitäten infolge mangelnder Geschlossenheit. In diesen Fällen halte ich regelmäßige Supervisionen sowie gezielte Schulungsangebote zur konstruktiven und lösungsorientierten Konfliktbearbeitung für angezeigt.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Perspektive besteht im Unternehmen Verbesserungspotenzial im Bereich der fortschreitenden Digitalisierung betrieblicher Prozesse. Zwar werden moderne Softwarelösungen eingesetzt, jedoch fehlen nach meinen Erfahrungen strukturierte und systematische Schulungskonzepte, die eine verlässliche Einarbeitung gewährleisten. Insbesondere ältere Mitarbeitende mit geringerer Erfahrung im Umgang mit digitalen Arbeitsabläufen könnten sich dadurch teilweise mit vermeidbaren Herausforderungen konfrontiert sehen.
Unabhängig davon habe ich das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) im Umgang mit Mitarbeitenden mit längeren Erkrankungen als ausgesprochen unterstützend und wertschätzend erlebt.
Vorgesetztenverhalten
Im Hinblick auf meinen direkten Vorgesetzten habe ich ein ausgeprägt autoritäres Führungsverhalten erlebt, das ich in dieser Form zuvor nicht kannte. Hinzu kam ein Kommunikationsstil, den ich mir insbesondere in Bezug auf Impulskontrolle, Freundlichkeit und Empathie sowie Fairness deutlich professioneller gewünscht hätte. Aus meiner Sicht fehlt es dem Unternehmen an einem systematisch konzipierten und qualitativ hochwertigen Entwicklungsprogramm für Führungskräfte. Ein solches Angebot könnte maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung von Führungskompetenzen auf allen hierarchischen Ebenen beitragen. Darüber hinaus wäre die Einführung eines unternehmensweit verbindlichen Führungsleitbildes aus meiner Sicht von erheblichem Nutzen.
Arbeitsbedingungen
Durch frühzeitig erstellte Dienstpläne, eine grundsätzlich angemessene Personalausstattung sowie den Einsatz vielfältiger Hilfsmittel gestalten sich die Arbeitsbedingungen für Fach- und Nichtfachkräfte aus meiner Erfahrung insgesamt günstig. Ergänzend finden regelmäßig Begehungen zur Überprüfung und Sicherstellung der Arbeitssicherheit statt.
Kommunikation
Nach meiner Einschätzung ist das Unternehmen wesentlich durch eine indirekte Kommunikationskultur geprägt. Inhalte und Sachverhalte werden häufig ohne Einbezug der jeweils betroffenen Personen und somit nicht selten in deren Abwesenheit erörtert. Dieses Verhaltensmuster konnte ich organisationsweit beobachten. Darüber hinaus habe ich wahrgenommen, dass über ehemalige Mitarbeitende, die das Unternehmen bereits verlassen hatten, teilweise in einer wenig wertschätzenden Weise gesprochen wurde. Zudem kam es aus meiner Sicht zu Verhaltensweisen, die ich als irritierend und von einem ausgeprägten Maß an Intrigen geprägt empfand. Insgesamt besteht aus meiner Sicht ein erhebliches Entwicklungspotenzial im Hinblick auf offene, transparente und respektvolle Kommunikation. Die Hinzuziehung externer Organisationsberatung unter Einbezug aller Ebenen erscheint in diesem Zusammenhang sinnvoll.
Gleichberechtigung
Ein positiver Aspekt der Organisation besteht darin, dass ich zu keinem Zeitpunkt erlebt habe, dass Mitarbeitende aufgrund ihres Alters, Geschlechts oder anderer demografischer Merkmale benachteiligt wurden.
Interessante Aufgaben
Da das Unternehmen meiner Einschätzung nach sowohl auf organisatorischer als auch auf kommunikativer Ebene einen erheblichen Entwicklungsbedarf aufweist, verlieren sich zahlreiche Tätigkeiten im operativen Alltag und in redundanten Abstimmungsprozessen. Dadurch verbleiben nur begrenzte Ressourcen für tatsächlich innovative und strategische Projekte. Die Führungsspannen der Einrichtungsleitungen sind teilweise sehr umfangreich, was nach meiner Einschätzung häufig zu einer hohen Belastung durch kleinteilige operative Aufgaben führte. Zudem war eine zentrale Position im Bereich der übergreifenden pädagogischen Steuerung über einen längeren Zeitraum unbesetzt. Deren Besetzung erscheint aus meiner Sicht dringend erforderlich, um strategisch relevante Entwicklungsprozesse voranzubringen.