Die Kanzlei ist spannend für Menschen die eigene Mandate mitbringen oder Interesse an Akquise haben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Gestaltungsspielraum der einem eingeräumt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Art wie mit Mitarbeitenden gesprochen wird.
Verbesserungsvorschläge
Mein Vorschlag wäre es konkrete Lösungsvorschläge zu machen, anhand der Probleme die identifiziert werden.
Arbeitsatmosphäre
Nach Ansicht der Geschäftsführung sei es ein großes Problem, dass meine Generation (Ende 20-Mitte 30) kein Bock habe zu arbeiten. Dabei habe ich alle Kollegen als sehr engagiert empfunden. Die Rahmenbedingungen waren aber meines Erachtens nicht optimal. Fachlich gab es keine Unterstützung- es war eher learning bei doing. Es war nur wichtig wieviel Geld man am Ende des Monats gemacht hat.
Image
Nach Aussagen des Chefs hatte er mehr als 80 angestellte Anwälte in ein paar Jahren.
Work-Life-Balance
Wenn man allerdings nicht mindestens 8h billable hours am Tag bring, bekomm man ggf. Schwierigkeiten und muss dies rechtfertigen. Billable hours werden mit Arbeitszeit gleichgesetzt. Meetings etc. gehören nach Aussage der Personalabteilung danach nicht zur Arbeitszeit. Auf die Frage wie man von der ersten Woche an 8 billable hours am Tag schaffen soll, gab es leider keine lösungsorientierte und realistische Antwort.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mir ist nicht bekannt das irgendwas im die Richtung unternommen wurde. Es gab aber wohl in der Vergangenheit einen pro Bono Fall.
Karriere/Weiterbildung
Fortbildungen werden nicht bezahlt und als unnötig erachtet. Genauso wie ein Fachanwaltstitel.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kollegen war super. Allerdings sind auch von meine ehemaligen Kollegen und Kolleginnen, bis auf eine, alle weg.
Vorgesetztenverhalten
Man bekommt ständig zu hören, dass die heutige Generation nichts mehr taugt. Als wertschätzend habe ich das Verhalten absolut nicht empfunden.
Arbeitsbedingungen
- 100% Homeoffice muss man mögen
- Laptop etc wird gestellt
- ansonsten aber keine benefits
- es gibt nur eine rudimentären Beck online Zugang der kaum brauchbar ist
- man solle lieber Chat GPT benutzen. Den Pro Zugang muss man aber selbst abonnieren
- aus meiner Erfahrung sind die Bedingungen für Berufseinsteiger ungeeignet
Kommunikation
Die Kommunikation findet nur über Telefon und E-Mail statt und ist meinem Empfinden nach von wenig Wertschätzung geprägt.
Dass Anwälte seitens der Führungskräfte nicht gemocht werden wird nicht verschwiegen.
Aufgaben (die man neben seiner Arbeitszeit erledigen sollte) wurden mit Schulnoten(per Mail) bewertet.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich als fair. Es gibt auch ein Bonusprogramm, das aber nicht jeder von Anfang an angeboten bekommt. Sozialleistungen gibt es nicht. Kammerbeiträge sowie Kosten für beA werden nicht übernommen.
Interessante Aufgaben
Die meisten Fälle die ich betreute waren Betrugsfälle. Die ich sowohl juristisch als nicht sonderlich interessant und meist auch schwer vertretbar empfunden habe.
Es wird aber ausdrücklich verlangt eigene Mandate zu akquirieren- wer darauf Lust hat kann sich sicherlich Interessante Aufgaben beschaffen. Die Honorare sind allerdings überdurchschnittlich doch, sodass viele Bereiche von vorneherein rausfallen weil der durchschnittliche Mandant dies nicht bezahlen kann.
