Kurs ändern, bevor es zu spät ist
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen macht schon viele gute und in verschiedenen Bereichen wichtige Dinge. Auch die Mitwirkung an der Produktion ist für viele Bereiche im täglichen Leben notwendig. Ich denke, dass das Unternehmen auch in Zukunft ein stabiles und erfolgreiches Unternehmen sein könnte, wenn es richtig und fair geführt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht am Unternehmen fand ich, dass nach außen teilweise mehr Schein als Sein gezeigt wurde, um die Kunden weiterhin an Bord zu halten. Dabei hatte ich oft den Eindruck, dass nicht genug darauf geachtet wurde, wer intern darunter leiden musste.
Verbesserungsvorschläge
Als Verbesserungsvorschläge für das Unternehmen würde ich sagen:
Weniger von oben auf die Mitarbeiter herabschauen, sondern allen auf Augenhöhe begegnen.
Die Gehaltsstruktur überarbeiten, zum Beispiel nach dem IG-Metall-Tarif oder zumindest annähernd so, wie es bei vielen anderen Unternehmen üblich ist.
Mitarbeiter nicht unnötig unter Druck setzen, nur damit sie irgendwann von selbst gehen oder das Unternehmen verlassen müssen.
Sich mehr an die Dinge halten, die bei der Culture Journey vermittelt und versprochen wurden.
Mehr Wert auf Vertrauen, Zusammenhalt und eine offene Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten legen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war mal sehr gut, aber es gab auch Zeiten, in denen die Stimmung ziemlich miserabel war. Das lag meiner Meinung nach hauptsächlich an den Vorgesetzten und deren Verhalten.
Image
Das Image nach außen war „Hui“, aber wenn man hinter die Kulissen geschaut hat, eher nicht so. Nach außen wurde vieles besser dargestellt, als es intern tatsächlich war.
Work-Life-Balance
Das war sehr gut. In den Abteilungen, in denen keine Schichtarbeit nötig war, konnte man Gleitzeit nutzen. Das war besonders für Familien mit kleinen Kindern sehr hilfreich, da man die Arbeitszeit besser an den Alltag und die Familie anpassen konnte.
Karriere/Weiterbildung
Bei Weiterbildungen wurden meiner Meinung nach vor allem die Mitarbeiter gefördert, die eine gute Beziehung zu den Vorgesetzten hatten. Andere sind dabei meistens auf der Strecke geblieben, obwohl sie genauso geeignet gewesen wären und die Weiterbildung ebenfalls verdient hätten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war nicht besonders gut. Meiner Meinung nach waren die meisten eher unterbezahlt, verglichen mit der üblichen Bezahlung in der Branche. Vor allem die weiblichen Mitarbeiterinnen waren teilweise deutlich schlechter bezahlt als die männlichen Kollegen, obwohl sie die gleichen Aufgaben gemacht haben. Deshalb blieben viele weibliche, aber auch einige männliche Mitarbeiter nicht allzu lange in der Firma.
Diejenigen, die geblieben sind, waren meiner Meinung nach vor allem wegen der Gleitzeit da, da sich die Arbeitszeit dadurch gut mit der Familie und dem Privatleben vereinbaren ließ.
Ich fände es außerdem besser, wenn die Gehaltserhöhungen nicht direkt von den Vorgesetzten festgelegt würden, sondern wie früher vom Betrieb bestimmt werden. So könnte man vermeiden, dass manche Mitarbeiter bevorzugt werden und mehr bekommen, während andere weniger oder teilweise gar keine Gehaltserhöhung bekommen. Das kann schnell zu Unzufriedenheit und einem schlechten Verhältnis unter den Kollegen führen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf die Umwelt wurde offiziell sehr viel Wert gelegt und darauf geachtet, aber inoffiziell war das leider nicht immer so. Es reicht meiner Meinung nach nicht aus, nur das ganze Dach mit einer PV-Anlage auszustatten. Um wirklich etwas für die Umwelt zu tun, müsste auch darüber hinaus mehr gemacht werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war leider auch nicht besonders gut. Wenn man ein Thema angesprochen hat, waren viele erstmal der gleichen Meinung. Sobald es aber darum ging, wirklich etwas umzusetzen oder sich dafür einzusetzen, waren meistens nur noch eine Handvoll Leute dabei. Auch über eine Neugründung des Betriebsrats wurde unter einigen Kollegen schon öfter gesprochen, gerade wenn es um Beschwerden über Vorgesetzte ging. Viele Kollegen hatten allerdings große Angst vor dem Arbeitgeber und zogen sich deshalb lieber zurück.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Arbeitskollegen wurden von den meisten gut behandelt. Ich habe auch nur selten erlebt oder gesehen, dass sie schlecht behandelt wurden.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten haben sich gegenüber den Beschäftigten eher zurückgehalten. Manche haben nur „Guten Morgen“ gesagt oder mal die Hand geschüttelt, andere sind einfach ohne etwas zu sagen weitergelaufen. Wenn man etwas wissen wollte, musste man teilweise lange warten oder sich direkt an die Person wenden, die für die Mitarbeiter zuständig war. Wenn man ein persönliches Gespräch mit einem Vorgesetzten führen wollte, musste man daher meistens etwas Zeit und Geduld mitbringen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren aus meiner Sicht gut, da man meistens alle nötigen Sachen zum Arbeiten bekommen hat. Bei ein paar Kleinigkeiten musste man allerdings hartnäckig bleiben und öfter nachfragen, bis man sie letztendlich bekommen hat.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen den Abteilungen bestand leider meistens aus Lästereien und dem Reden über andere. Die betriebliche Kommunikation lief hauptsächlich unter den Vorgesetzten, und an die Mitarbeiter wurde meistens nur das Nötigste weitergegeben.
Wenn man nach der Culture Journey gegangen ist, hätte das meiner Meinung nach alles viel besser sein müssen. Es wurde immer wieder betont, dass der Zusammenhalt gestärkt und Vertrauen untereinander aufgebaut werden sollte. Dazu gehört meiner Meinung nach auch, dass man gegenüber den Vorgesetzten den Mut haben sollte, seine Meinung offen zu sagen, ohne Angst vor negativen Folgen haben zu müssen. Nur so kann man gemeinsam an einem Strang ziehen und wirklich etwas verbessern.
Ansonsten war die Culture Journey aus meiner Sicht eher eine Zeitverschwendung von zwei Tagen und gleichzeitig eine Unterstützung für die Hotels. Das Geld hätte man meiner Meinung nach sinnvoller für die gesamte Belegschaft einsetzen können. Bei über 450 Mitarbeitern und den vielen kleinen Gruppen, die daran teilgenommen habe, sind dabei sicherlich einige tausend Euro zusammengekommen.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung war leider nicht so, wie sie nach außen dargestellt wurde. Weibliche Mitarbeiterinnen gab es nur in wenigen Abteilungen. Die meisten waren in den Büros tätig, während sie in den Produktionsbereichen eher selten vertreten waren. Meiner Meinung nach wurden Frauen teilweise auch schlechter bezahlt als männliche Kollegen, obwohl sie die gleichen Aufgaben erledigt haben. Einige weibliche Mitarbeiterinnen sind deshalb auch nicht lange im Unternehmen geblieben.
Interessante Aufgaben
Die meisten Aufgaben waren schon interessant, aber mit der Zeit und über die Jahre haben sich die Aufgaben meistens wiederholt und es gab wenig Abwechslung. In anderen Abteilungen war das nicht immer so, dort gab es mehr Abwechslung und die Aufgaben haben sich nicht so oft wiederholt.

