Servicearbeit statt Fachpflege
Gut am Arbeitgeber finde ich
Pünktliche Gehaltszahlung: Die Bezahlung erfolgt verlässlich nach Tarifvertrag (AVR) inklusive der üblichen Sozialleistungen. Private Heimträger bezahlen mehr.
Sicherer Arbeitsplatz: Als Krankenhaus bietet das Haus eine grundsätzlich krisenfeste Anstellung im Gesundheitswesen.
Gute Erreichbarkeit ohne Auto: Durch die zentrale Lage ist die Klinik zumindest mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Einarbeitung: Neues Personal muss vom ersten Tag an unvorbereitet „mitschwimmen“.
Pflegefremde Aufgaben: Fachkräfte werden primär als Servicekräfte zum Essenverteilen vom Servierwagen eingesetzt.
Chaotische Arbeitsorganisation: Medikamente werden im Spätdienst bei hoher Unruhe und Durcheinander gestellt.
Belastende Arbeitsatmosphäre: Unangenehmes Miteinander im Team und fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte.
Schlechte Parkplatzsituation: Kein eigener Firmenparkplatz; nur ein Schotterplatz für 40 €/Monat ohne Garantie auf ein Parkplatz.
Verbesserungsvorschläge
Strukturierte Einarbeitung einführen: Verbindliche Einarbeitungskonzepte und feste Ansprechpartner für neue Mitarbeiter schaffen, statt sie direkt unvorbereitet „mitschwimmen“ zu lassen.
Pflegefremde Tätigkeiten auslagern: Servicekräfte für das Verteilen von Frühstück und Abendessen einsetzen, damit Fachkräfte sich auf die eigentliche Pflege und medizinische Versorgung konzentrieren können. Tablettsystem wieder einführen und Pflege zu entlasten.
Arbeitsorganisation optimieren: Das Stellen der Medikamente entzerren und in ruhigere Zeiten verlegen (z.B. im Nachtdienst) , um Fehlerquellen im hektischen Spätdienst zu vermeiden.
Fairere Parkbedingungen schaffen: Ausreichend kostenfreie oder zumindest garantierte und bezahlbare Mitarbeiterparkplätze in direkter Nähe zur Klinik bereitstellen.
Teamkultur und Führung stärken: Vorgesetzte schulen, um ein wertschätzendes Miteinander zu fördern und das kollegiale Arbeitsklima aktiv zu verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Sehr belastend und unruhig. Durch das organisatorische Chaos, hektische Abläufe und das angespannte Betriebsklima entsteht eine unangenehme Grundstimmung im Alltag.
Image
Nach außen als traditionelles, christliches Haus präsentiert, entspricht die Realität auf Station dem nicht. Hoher Zeitdruck, heillose Hektik und die schlechte Einarbeitung schaden dem Arbeitsklima und der Wahrnehmung unter den Fachkräften enorm.
Work-Life-Balance
Sehr schlecht. Der Stress setzt sich nach der Schicht fort – verstärkt durch die mühsame Parkplatzsuche (40 €/Monat für einen Schotterplatz ohne Garantie, sonst 1 km Fußweg).
Karriere/Weiterbildung
Nur die Harten kommen in den Garten! Ab besten Mund zu und nichts reden und arbeit machen, so fährt man am besten. Entwicklungs- oder Fortbildungschancen bringen im Arbeitsalltag wenig, wenn schon die grundlegende Einarbeitung fehlt und man lediglich zum „Mitschwimmen“ verdonnert wird. Fachliche Qualifikationen verkümmern durch den stark serviceorientierten Stationsalltag.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung erfolgt zwar pünktlich nach AVR-Tarif (inkl. Sonderzahlungen und Altersvorsorge), gleicht den hohen Anteil an pflegefremden Servicetätigkeiten und den psychischen Stress durch das organisatorische Chaos aber kaum aus. Benefits wie die Parkplatzsituation (40 €/Monat für einen Schotterplatz ohne Garantie) sind eher eine Belastung als ein Vorteil.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nicht erkennbar. Weder bei der Arbeitsorganisation noch im Umgang mit dem Pflegepersonal zeigt sich soziales Bewusstsein – Fachkräfte werden als billige Servicekräfte verheizt.
Kollegenzusammenhalt
Schwierig. Man verbringt die Pausen zwar räumlich zusammen, das menschliche Miteinander ist jedoch distanziert, wenig unterstützend und von einer anstrengenden Dynamik geprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Wenig rücksichtsvoll. Auf körperliche Belastungen oder langjährige Erfahrung wird kaum eingebracht oder Rücksicht genommen – der hohe Zeitdruck und die schweren Servicearbeiten treffen alle gleichermaßen ungeschützt.
Vorgesetztenverhalten
Mangelhaft. Führungskräfte lassen Mitarbeiter ohne Einarbeitung allein („Mitschwimmen“). Es gibt keine Rückendeckung, feste Konzepte oder spürbare Unterstützung. Besonders schlimm in der Geriatrie.
Arbeitsbedingungen
Extrem belasstend. Hoher Zeitdruck, heillose Hektik beim Medikamentenstellen im Spätdienst und zusätzlich erschwert durch die schlechte Parkplatzsituation, Hetzen und Petzen der Kollegen.
Kommunikation
Kaum vorhanden und unstrukturiert. Wichtige Informationen gehen in der Hektik unter, Absprachen fehlen und eine geordnete Einarbeitung findet nicht statt.
Gleichberechtigung
Spielen im Alltag kaum eine Rolle. Individuelle Stärken oder unterschiedliche Hintergründe werden nicht gefördert, da alle nur starr als Austauschkräfte im Schichtbetrieb funktionieren müssen.
Interessante Aufgaben
Enttäuschend. Der Fokus liegt stark auf pflegefremden Servicetätigkeiten wie dem Verteilen der Mahlzeiten vom Servierwagen. Das eigentliche Fachwissen bleibt völlig auf der Strecke.
