Gut am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation mit Ausbildungsleitung, Ansprechpartner, Gehalt und Events wie Weihnachtsfeier.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schwierig, hier fair zu bleiben, weil viele Punkte von unterschiedlichsten Faktoren abhängen und nicht nur auf betriebliche Mängel zurückzuführen sind. Die digitale Infrastruktur, Arbeitsmittel und Personalmangel sind ja eher ein bundesweites Symptom eines völlig defekten und überlasteten Systems. Auch die unfaire Behandlung einiger Teammitglieder durch andere ist schwierig zu lösen, weil das Unternehmen nicht das Verhalten der Mitarbeiter in letzter Instanz kontrollieren kann, sondern lediglich indirekt Anreize setzen könnte, sich an die Regeln zu halten und sonst allenfalls bei massivem, bewussten und wiederholten Fehlverhalten Spielraum durch eine fristlose Kündigung hat.
Verbesserungsvorschläge
Hier sind in der Ausbildung gewissermaßen auch juristisch die Möglichkeiten für den Betrieb beschränkt, der kollegiale Umgang könnte in meinen Augen aber mehr in den Fokus gerückt werden. Respektlosigkeiten haben, egal gegen wen, am Arbeitsplatz einfach nichts verloren, häufig wird aber erst dann aktiv eingegriffen, wenn es sich gegen Patienten richtet, problematisches Verhalten fängt aber schon deutlich früher an. Dazu hätte ich mir punktuell auch auf Station gern eine offenere Fehlerkultur gewünscht. Nur für Verfehlungen fertiggemacht zu werden, ist überhaupt nicht hilfreich, für niemanden, leider aber alles andere als die Ausnahme.
Arbeitsatmosphäre
Teils schon bei "Respekt" beantwortet, die Atmosphäre ist insgesamt häufig mindestens leicht angespannt und in meinen Augen noch häufiger unnötig ernst. Natürlich sollte man seine Aufgaben korrekt und pflichtbewusst erledigen, das wird aber nicht dadurch besser, dass man sich und seine Kollegen weiter unter Druck setzt, sodass alle lediglich nur noch mäßige Laune und Motivation haben.
Karrierechancen
Üblicherweise sind die Ausbildungsverträge hier in Regelzeit mit einem Übernahmeangebot versehen, solange man nicht durch eigenes Fehlverhalten etwas anderes provoziert oder die Prüfungen wiederholen muss.
Arbeitszeiten
Naja ... Krankenhaus eben. Wochenenden lassen sich nicht völlig vermeiden, wird für Azubis aber tatsächlich in der Regel möglichst versucht, einzuhalten. Was mir zwischenzeitlich aufgefallen ist, war dass meine Überstunden teils ohne meine Information oder mein Einverständnis in Dienstausgleiche umgewandelt und an auch nicht von mir bestätigen Tagen einfach geplant wurden. Auf nochmaliges Nachfragen und Hinweisen lässt sich das aber in meiner Erfahrung klären.
Ausbildungsvergütung
Einer der Punkte, wo ich für Ausbildungsverhältnisse wirklich nichts beanstanden kann. Selbst verglichen mit anderen Branchen ist das Gehalt recht hoch und beschränkt sich auch nicht bloß auf 12 summierte Gehälter.
Die Ausbilder
Speziell die zentrale Praxisanleitung ist absolut top, nimmt einen ernst, geht auf Fragen ein, kümmert sich um die Auszubildenden und ist in meiner bescheidenen Wahrnehmung einer der Hauptgründe, weswegen der Laden hinsichtlich Ausbildung überhaupt noch läuft.
Spaßfaktor
Siehe Tätigkeiten / Variation
Aufgaben/Tätigkeiten
Lernzeit ist während der Praxis schwierig zu integrieren, weil der Betrieb eben irgendwie auch laufen muss und nicht selten auch auf die Mitwirkung von Azubis angewiesen ist, auch wenn diese formal nicht mit zur festen Besetzung gezählt werden dürfen. Die Arbeitsmittel sind des Öfteren defekt und dann teils auch länger nicht verfügbar. Manche Arbeitsmittel, die eigentlich notwendig wären wie einfache, lose Pulsoxymeter gehören mitunter auch überhaupt nicht zur Standardausstattung. Technisch gibt es digitale Systeme, mit denen gearbeitet wird, viel passiert dann aber doch noch über analoge Akten, was aber weniger ein Problem von Helios als allgemein dem Gesundheitswesen in Deutschland ist. Da der Arbeitsmarkt für die IT-Asse in großen Privatunternehmen doch wesentlich ertragreicher ist, fehlen sie eben an solchen Orten, wo sie aber nicht minder von Bedeutung sind.
Variation
In der Ausbildung wechselt man zwangsläufig durch die Bereiche, sieht also schon einiges. Mit der Zeit geht dieser Effekt aber auch verloren und man hat, was irgendwo ja auch Sinn der Sache ist, vieles schon gesehen und das meiste ist eher repetitives Einprägen als aktives Neuerlernen. Sehr typabhängige Frage, da ich sehr auf neue und unterschiedliche Eindrücke programmiert bin, kam es mir mitunter eintönig vor.
Respekt
Hier gibt es ziemlich unterschiedliche Erfahrungen. Den Großteil der Kollegen muss ich in Schutz nehmen, die meisten machen einfach ihr Ding, sind nicht überschwänglich höflich, tun aber auch niemandem etwas. Einige sind wirklich sehr toll und es macht einfach Spaß, mit ihnen zu arbeiten und andere wenige haben das Prinzip von grundsätzlichem Anstand und den Basisprinzipien von Zivilisation noch nicht so ganz verinnerlicht oder tun so, als wäre es entweder aus der Mode gekommen oder nie erfunden worden.