Viel unbezahlte Arbeitszeit – Mitarbeiter müssen für ihren Verdienst kämpfen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Dadurch hat man mehr Flexibilität und spart Zeit und Kosten für den Arbeitsweg.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die hohe Unsicherheit beim Einkommen, die vielen unbezahlten Arbeits- bzw. Bereitschaftszeiten und die teilweise fehlende Transparenz bei der Vergabe von Projekten und Aufstiegsmöglichkeiten. Außerdem empfinde ich die Kommunikation bezüglich neuer Projekte und Verdienstmöglichkeiten als unzuverlässig. Es sollte mehr Wert auf faire Behandlung, gleiche Chancen und eine angemessene Vergütung der geleisteten Zeit gelegt werden.
Verbesserungsvorschläge
Ich wünsche mir vor allem mehr Transparenz, Fairness und eine bessere Kommunikation. Arbeitszeit und Verfügbarkeit sollten angemessen vergütet werden, damit der tatsächliche Zeitaufwand und das Einkommen in einem fairen Verhältnis stehen. Außerdem sollten alle Mitarbeiter unabhängig von persönlichen Beziehungen, Herkunft oder Standort die gleichen Chancen auf Projekte, Weiterbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten erhalten. Versprochene neue Projekte sollten verlässlich kommuniziert und nicht immer wieder verschoben werden. Auch bei der Vergabe von Projekten und Positionen wie Teamlead wünsche ich mir klare und nachvollziehbare Kriterien. Insgesamt sollte stärker auf die Zufriedenheit und die finanzielle Sicherheit der Mitarbeiter geachtet werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfinde ich als zunehmend belastend. Es kommt immer wieder zu Streit und Konflikten unter den Kollegen, insbesondere wenn es um die Vergabe von Projekten und Arbeitszeiten geht. Dadurch entsteht eine angespannte und teilweise unangenehme Stimmung. Man hat das Gefühl, dass viele um die wenigen verfügbaren Arbeitsmöglichkeiten und damit auch um ihr Einkommen konkurrieren.
Image
Beim Image habe ich den Eindruck, dass das Unternehmen nach außen einen besseren Eindruck vermittelt, als es die tatsächlichen Arbeitsbedingungen teilweise widerspiegeln. Besonders die hohe unbezahlte Verfügbarkeitszeit, die unsicheren Verdienstmöglichkeiten und der Umgang mit Mitarbeitern können sich negativ auf das Image auswirken. Meiner Meinung nach sollte stärker darauf geachtet werden, dass die tatsächlichen Arbeitsbedingungen mit dem Bild übereinstimmen, das nach außen vermittelt wird.
Work-Life-Balance
Man kann sich nie wirklich erholen, da man ständig unter dem Druck steht, nicht zu wissen, ob der Verdienst überhaupt für die grundlegenden Lebenshaltungskosten und etwas zu essen reicht. Auch privat ist man durch die Belastung des Jobs gereizt und kann nach der Arbeit nicht richtig abschalten.
Von echter Flexibilität kann keine Rede sein. Um überhaupt einen angemessenen Verdienst zu erreichen, muss man teilweise bis zu 16 Stunden verfügbar sein. Dabei sind schätzungsweise 90 % dieser Zeit unbezahlt. Das führt zu einer enormen Belastung und macht eine gesunde Work-Life-Balance praktisch unmöglich.
Karriere/Weiterbildung
Bei Karriere/Weiterbildung habe ich die Erfahrung gemacht, dass Anfragen bzw. Bewerbungen für eine Teamlead-Position meistens abgelehnt werden. Ich habe den Eindruck, dass dabei möglicherweise auch eine Rolle spielt, aus welchem Land bzw. Standort man arbeitet. Meiner Wahrnehmung nach werden Mitarbeiter aus EU-Ländern stärker berücksichtigt, während andere weniger beachtet werden. Hier würde ich mir transparentere und fairere Kriterien für Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterentwicklung wünschen.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt empfinde ich die Situation als sehr unbefriedigend. Wenn man beispielsweise 16 Stunden verfügbar ist, werden teilweise nur 1–3 Stunden tatsächlich bezahlt. Dadurch ist das Einkommen sehr niedrig und unsicher, obwohl man einen großen Teil des Tages für die Arbeit zur Verfügung steht. Um überhaupt ausreichend zu verdienen, muss man teilweise extrem lange verfügbar sein. Bei den Benefits bzw. zusätzlichen Leistungen sehe ich ebenfalls Verbesserungsbedarf. Insgesamt stehen der tatsächliche Zeitaufwand und die Vergütung für mich in keinem angemessenen Verhältnis.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt-/Sozialbewusstsein sehe ich noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Besonders im sozialen Bereich sollte meiner Meinung nach stärker darauf geachtet werden, dass Mitarbeiter fair behandelt werden und ihre geleistete Zeit angemessen berücksichtigt wird. Wenn Mitarbeiter über viele Stunden verfügbar sein müssen, aber nur ein kleiner Teil dieser Zeit vergütet wird, wirkt sich das auch auf die persönliche und finanzielle Situation aus. Hier würde ich mir mehr Verantwortung, Fairness und Unterstützung gegenüber den Mitarbeitern wünschen.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt Streit unter den Kollegen darum, wer den letzten Knochen bekommt, weil es nicht genügend Arbeit gibt.
Umgang mit älteren Kollegen
Bei „Umgang mit älteren Kollegen“ habe ich die Erfahrung gemacht, dass ältere Mitarbeiter mich aus dem Kalender verdrängt bzw. weggestoßen haben, nur weil ich neu war. Mir wurde praktisch automatisch unterstellt, dass ich schlecht für das Projekt sei, obwohl ich noch gar nicht die Möglichkeit hatte, für dieses Projekt zu arbeiten und meine Leistung zu zeigen. Die anderen Teamleiter haben dieses Verhalten so hingenommen, anstatt für eine faire Behandlung zu sorgen.
Vorgesetztenverhalten
Beim Vorgesetztenverhalten ist besonders frustrierend, dass man wiederholt nach neuen Projekten fragt, weil der aktuelle Verdienst nicht ausreicht, um die eigenen Lebenshaltungskosten zu decken. Dabei werden immer wieder neue Projekte in Aussicht gestellt – zuerst für Juni, dann für August und anschließend für Januar.
Sobald der jeweilige Zeitpunkt erreicht ist, heißt es jedoch wieder, dass es leider doch nicht möglich ist. Dieses ständige Vertrösten ist sehr belastend und sorgt für Unsicherheit und Frustration. Man wünscht sich hier vor allem verlässliche Aussagen und eine klare Kommunikation, auf die man sich auch tatsächlich verlassen kann.
Arbeitsbedingungen
Bei Arbeitsbedingungen empfinde ich die Situation als sehr belastend. Wenn man beispielsweise 16 Stunden verfügbar ist, werden davon teilweise nur etwa 1–3 Stunden tatsächlich als produktive und damit bezahlte Arbeitszeit angerechnet. Die restliche Zeit verbringt man zwar verfügbar bzw. wartet auf Arbeit, erhält dafür aber keine Vergütung.
Dadurch entsteht ein großer Unterschied zwischen der tatsächlich investierten Zeit und dem Einkommen. Um überhaupt auf einen ausreichenden Verdienst zu kommen, muss man deshalb sehr lange verfügbar sein, was auf Dauer äußerst belastend ist.
Kommunikation
Die Kommunikation empfinde ich als sehr schwierig. Oft hat man das Gefühl, dass niemand wirklich zuhört oder bei Problemen weiterhilft. Unterstützung bekommt man eher selten. Statt einer konkreten Lösung beginnt die Antwort häufig mit „Es tut mir leid“, ohne dass sich anschließend tatsächlich etwas ändert. Ich würde mir mehr aktives Zuhören, konkrete Unterstützung und vor allem Lösungen statt Entschuldigungen wünschen.
Gleichberechtigung
Bei Gleichberechtigung kann man sagen, dass einige Kollegen, die in einer engeren Beziehung zu den Teamleitern stehen oder sich ständig bei den Teamleitern einschleimen, also diejenigen, die ständig mit ihnen kommunizieren, alles als Spaß sehen und ihre eigene Meinung nie vertreten, sondern nur das sagen, was die höhergestellten Personen hören wollen – also die guten Hun... ich meine Mitarbeiter – die haben die meisten Projekte und somit auch das größere Einkommen.
Die anderen, die zu dem stehen, was sie sagen, oder einfach nur ehrlich sind, passen irgendwie nicht in andere Projekte.
Interessante Aufgaben
Die interessanteste Aufgabe ist für mich das Shop24-Projekt – vor allem, weil man dort praktisch kostenlos arbeitet. Von 100 Anrufen werden teilweise nur etwa 10 tatsächlich bezahlt. Gleichzeitig wird erwartet, dass man die Anrufe nicht ablehnt bzw. sich nicht abmeldet. Andernfalls droht eine Strafe von 50 € – sonst gibt es die Peitsch … ich meine natürlich die 50 € Strafe.
Das Verhältnis zwischen geleisteter Arbeit und tatsächlicher Vergütung empfinde ich daher als äußerst frustrierend und unfair