Team top, Rest flop – aber richtig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das einzig Positive war das direkte Team: tolle Kolleg:innen, starker Zusammenhalt, viel Humor, spannende Aufgaben mit viel Abwechslung und fachlich absolut kompetente Leute. Was hier trotz widrigsten Bedingungen möglich gemacht wurde, sucht seines Gleichen! Wenn es nur darum gegangen wäre, wäre ich wahrscheinlich immer noch da. Ich konnte dort einige neue Freunde gewinnen :)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Leider war das Arbeitsumfeld außerhalb des Teams alles andere als förderlich.
Die Führungsebene zeigte wenig bis keine Kompetenz im Projektmanagement, was regelmäßig zu chaotischen Abläufen, unrealistischen Zeitplänen und schließlich zu vielen unbezahlten Überstunden führte – meist, um Kundenprojekte in letzter Minute zu retten. Entscheidungen wurden selten nachvollziehbar oder professionell getroffen – stattdessen dominierten Chaos, Planlosigkeit und autoritäres Mikromanagement.
Der verursachte Leistungsdruck war enorm und ging meist von Kolleg:innen aus, die zwar „managen“ wollten, aber keinerlei Ahnung von Struktur, Planung oder Verantwortung hatten. Die Folge: ständiger Krisenmodus und eine hohe psychische Belastung für die Ausführenden. Wertschätzung für diese Mehrbelastung gab es nicht – ich habe mehrfach Kolleg:innen erlebt, die am Rande der Tränen standen.
Sexistische Kommentare und veraltete Rollenbilder traten leider immer wieder auf. Das Betriebsklima ist in vielerlei Hinsicht nicht zeitgemäß – besonders, wenn es um Gleichstellung und respektvollen Umgang geht.
Die Bezahlung lag in meinem Fall deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Mitarbeitergespräche wurden häufig verschoben oder gar nicht erst angesetzt. Statt erfahrener Fachkräfte setzt man überwiegend auf junge Absolvent:innen – vermutlich, weil sie günstiger sind und sich leichter an problematische Strukturen anpassen, da sie keine Vergleichswerte aus anderen Firmen haben.
Insgesamt muss ich definitiv von einem Arbeitsverhältnis abraten.