Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich empfand den organisierten Besuch der Heilpraktikerin für Psychotherapie und Coach hilfreich, auch wenn es Anfangs schwer war sich anzuvertrauen, da man immer eine Gefahr sah, dass die geteilten Gespräche der Geschäftsführung vorgelegt werden würden. Diese Sorge wurde jedoch ausdrücklich nicht von dieser Person ausgelöst.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dazu habe ich schon zu viel erklärt.
Ich bin nur dankbar, dass ich für mich gelernt habe, wie ich es nicht machen möchte und wie ich nicht sein möchte, denn auf diesem Weg funktioniert es einfach nicht.
Verbesserungsvorschläge
Ich bitte darum sich darüber Gedanken zu machen, weshalb niemand nach der Ausbildung in diesem Betrieb weiter arbeiten möchte. Man kann einen Betrieb auch anders führen. Eine Abschreckung bei der zukünftigen Generation gegenüber dieser interessanten Branche hilft wirklich Niemandem. Ich verstehe die Sorge, Auszubildende würden sich nur vor der Arbeit drücken wollen. Vielleicht sollte man sich aber auch im Klaren werden, dass man sich irgendwann in einem Teufelskreis befindet, wenn ein solches Verhalten einem täglich entgegnet, sich auch eine Zeit ausruhen muss. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit kann genauso aus Stress und Druck entstehen. Auszubildende sind nicht nur günstige Arbeitskräfte, sondern auch die Zukunft - Im besten Fall im Ausbildungsbetrieb, um als Betrieb erfolgreich wachsen zu können.
Arbeitsatmosphäre
Glücklich war man oft, wenn man so wenig wie möglich sich in der Firma aufhalten musste. Man hatte zwar kaum Freizeit, jedoch war ein Job auf einer Veranstaltung immer lieber als in den direkten Kontakt mit der Geschäftsführung oder der Vorgesetzten treten zu müssen. Wirklich schade ist, dass die Arbeit an sich wirklich Spaß hätte machen können.
Karrierechancen
Das war für mich und die anderen Auszubildenden vor mir kein Thema. Das größte Ziel war die Ausbildung zu beenden, das Unternehmen zu verlassen und die Zeit sowie die Erfahrung dort hinter uns zu lassen. Fördermaßnahmen wurden eher als Alibi genutzt, um nach außen zu zeigen, dass etwas für uns bereitgestellt wird. Ein Beispiel dafür ist die Teilnahme an einem ADAC-Fahrsicherheitstraining. Während einer Fahrt im Gebirge bei Nürnberg gerieten wir ins Rutschen. Statt Verständnis oder Unterstützung zu erfahren, wurde uns vorgehalten: ,,Warum seid ihr den gerutscht, ihr wart doch beim Fahrsicherheitstraining.‘‘ Selbst die begleitende Kollegin, die eine Rettungsdienstausbildung hatte, konnte über diese Reaktion nur den Kopf schütteln.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten waren oft sehr lang. In der Veranstaltungsbranche nicht unüblich, jedoch wurden auf weitere Übernachtungskosten verzichtet und man war gezwungen nach mehr als acht Stunden Arbeit, weitere mehrere Stunden zurück zum Firmenstandort zu fahren. Meistens ging es dann auch wieder am nächsten frühen Tag wieder los. Und das alles um Kosten zu sparen und günstigere Angebote an Kunden erstellen zu können. Ich kritisiere hier nicht die Branche selbst, sondern formuliere es mal lieber als Frage:,,Wer arbeitet gerne so viel, so lange und das für Menschen, die einem immer wieder schlechte Erfahrungen mitgeben und keine Wertschätzung zeigen?“ - diese kann sich jeder selbst beantworten.
Ausbildungsvergütung
War für mich eine Nebensache, weil man in diesem Betrieb andere Probleme hatte. Von manchen Menschen möchte man auch einfach kein Geld annehmen - so sehr machte sich die fehlende Wertschätzung bemerkbar.
Die Ausbilder
Unterstützung war rar – Eigenständigkeit wurde dadurch zwangsläufig sehr früh gefördert. Man könnte sagen man verstand es, Anwesenheit mit Ausbildung zu verwechseln.
Spaßfaktor
Für Unterhaltung war immer stets gesorgt - jedoch nicht im positiven Sinne. Es wurden Aufgaben zugeteilt und nach Erledigung behauptet, dass diese nicht aufgetragen wurden. Ob dieses Verhalten auf die Vergesslichkeit zurückzuführen ist oder zur eigenen Bespaßung diente, bleibt unklar. Dies war jedoch noch das Harmloseste was dort geschehen konnte.
Aufgaben/Tätigkeiten
Ich habe dazu nicht mehr viel zu sagen, außer dass es natürlich, bedingt durch die Branche, auch sehr interessante Arbeitsbereiche gab.
Variation
Die Branche ist sehr vielfältig und jeder Tag sah anders aus. Eine Ausbildung in diesem Bereich kann ich jedem empfehlen - Nur in einem anderen Unternehmen.
Respekt
Statt einer wertschätzenden Behandlung wurde man regelmäßig herablassend oder respektlos behandelt, was die Ausbildungszeit unnötig dauerhaft belastet hat. Diese ständige negative Erfahrung hatte spürbare Auswirkungen auf meine psychische Gesundheit und führte mich zu ernsthaften Problemen, die mich weit über die Ausbildungszeit hinaus begleitet haben. Mittlerweile kann ich über manche Situationen schmunzeln, doch während der Ausbildung habe ich vieles verdrängt. Für eine tolle Unterstützung danke ich hier meinem damaligen Klassenlehrer und die von der Firma bereitgestellten Heilpraktikerin für Psychotherapie und Coach.