Maschinenraum top, Kommandobrücke katastrophal: Ein sinkendes Schiff für echte Fachkräfte.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die reine Maschinentechnik und der Automatisierungsgrad sind eigentlich auf einem sehr hohen Level. Leider wird dieses enorme technologische Potenzial durch fehlende Freiräume, veraltete Prozesse und ein katastrophales Management komplett an die Wand gefahren.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Schlimmste ist die ständige Existenzangst durch eiskalte, spontane Standortverlagerungen und rücksichtslose Entscheidungen wie die rollende Woche, die jedes Familienleben ruinieren. Hinzu kommt ein toxisches, fast militärisches Vorgesetztenverhalten voller offener Drohungen und Nasenfaktor-Politik, bei dem erfahrene Fachkräfte mundtot gemacht und zu reinen Knöpfchendrückern degradiert werden. Die Arbeitsbedingungen sind durch ständiges Umbau-Chaos in den Hallen und gesundheitsgefährdende, verschimmelte Sanitäranlagen teilweise unzumutbar. Abgerundet wird dieses katastrophale Bild durch realitätsferne Prozesse, ein unfaires Gehalt und einen völlig nutzlosen Betriebsrat, der sich sogar gegen die Forderungen der IG Metall stellt, anstatt endlich für die eigene Belegschaft zu kämpfen.
Verbesserungsvorschläge
Ein direkter Rat an den aktuellen Interims-Berater aus dem Mutterwerk (Denklingen): Vertrauen Sie der hiesigen Führungsebene nicht blind. Stellen Sie jeden einzelnen Vorgesetzten auf die Probe und prüfen Sie, ob diese Leute fachlich und menschlich überhaupt in der Lage sind, das umzusetzen, was sie von den Mitarbeitern an den Anlagen verlangen. Uns wurden die roten Zahlen präsentiert – hohe Schulden, Banken im Minus und ein Maschinen-Nutzgrad von erschreckenden 50 %. Ja, jede Minute Störung kostet Geld. Aber der wahre Grund für diese Verluste sind nicht die Mitarbeiter. Der Grund ist, dass wir hier absolut keine smarten, durchdachten und vollendeten Prozesse haben. Die Prozesslandschaft auf "myhit" mag für das Management auf dem Papier toll aussehen, aber in der Realität sind diese Dateien viel zu aufwendig, realitätsfern oder schlichtweg völlig veraltet. Die Lösung liegt nicht in noch mehr Druck auf die Belegschaft, sondern darin, die veralteten Prozesse an der Basis endlich praxistauglich zu machen und die Zwischen-Führungskräfte kritisch zu hinterfragen. Dieser Standort ist aktuell wie der Maschinenraum der Titanic: An der Basis wird mit voller Kraft und enormem Potenzial gearbeitet, aber wenn auf der Führungsebene weiterhin blind navigiert und das Ruder den falschen Leuten überlassen wird, geht das Schiff am Ende unweigerlich unter.
Arbeitsatmosphäre
Richtig depressiv und von ständiger Unsicherheit geprägt(Rollende Woche, Schichtplanung und Entscheidungsnot). Man wird von OBEN nach unten betrachtet. Es gibt gute und schlechte Tage im Team, aber die Grundstimmung drückt alle runter. Auf neue Vorschläge oder Methoden wird mit absolut null Interesse reagiert.
Image
Nach außen hin präsentiert sich die Firma extrem professionell als starker, moderner Technologie-Gigant. Das Marketing funktioniert, und der Ruf in der Außenwelt ist tatsächlich gut. Der harte Fakt ist aber: Wer hier anfängt, fällt auf eine riesige Illusion herein. Sobald man hinter die Kulissen schaut, ist man mehr als enttäuscht. Intern herrscht Stillstand, die Stimmung ist im Keller und überall ist nur di*ke Luft. Das nach außen polierte Image hat mit der toxischen Realität in den Hallen absolut nichts zu tun.
Work-Life-Balance
Planungssicherheit für die Familie existiert hier nicht. Es werden spontan Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel die Einführung der "rollende Woche". Da muss man sich dann innerhalb von lächerlichen drei Tagen auf ein komplett neues Schichtsystem einstellen. Friss oder stirb.
Karriere/Weiterbildung
Echte Weiterentwicklung ist von der Führung absolut nicht gewollt. Es interessiert hier schlichtweg niemanden, ob oder wie man sich fachlich und persönlich weiterentwickeln möchte – man wird auf seiner Position geparkt und das war's.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für diese harte Branche absolut nicht in Ordnung und im direkten Branchenvergleich schlichtweg zu niedrig. Man versucht zwar aktuell, das Entgelt durch eine angebliche "Neubewertung" der einzelnen Arbeitsplätze (leichte vs. erschwerte Tätigkeiten) neu zu gestalten, aber das dient offensichtlich nur dazu, das schlechte Lohnniveau irgendwie zu rechtfertigen. Der absolute Witz ist hierbei der Betriebsrat: Als die IG Metall letztes Jahr massiven Druck machte und forderte, dass endlich ordentliche, tarifnahe Gehaltspakete verhandelt werden müssen, hat sich der Betriebsrat darüber auch noch lautstark beschwert. Anstatt für die Belegschaft zu kämpfen und endlich seinen Job zu machen, tat man die berechtigte Kritik der Gewerkschaft als völligen Blödsi*n ab. Wer hier auf faire Bezahlung nach echtem IG-Metall-Standard hofft, ist komplett falsch.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier zählt am Ende nur der Profit, der Mensch vor Ort ist völlig egal. Das "soziale Bewusstsein" zeigt sich überdeutlich an der ständigen Verlagerungspolitik: Sobald eine Maschine oder Produktion hier nicht mehr maximal rentabel ist, wird sie eiskalt ins Ausland verlagert. Das haben wir in der Vergangenheit schon mit Maschinen erlebt, die nach Indien geschickt wurden, und dieser Trend wird sich in Zukunft wohl massiv in Richtung Mexiko fortsetzen. Was das für die Familien der Mitarbeiter hier in Deutschland bedeutet, interessiert von oben niemanden. Dazu kommt die absolut mangelnde Fürsorge: Wer seine Leute in Duschen mit schwarzem Schimmel schickt, hat den Begriff Sozialbewusstsein einfach nicht verstanden.
Kollegenzusammenhalt
Man sitzt halt im selben Boot und leidet unter den gleichen Bedingungen. Das Team an den Maschinen hält so gut es geht zusammen, aber die ständige Unsicherheit vergiftet auf Dauer auch hier die Stimmung.
Umgang mit älteren Kollegen
Erschreckend. Viele der älteren Kollegen sind nach Jahren in der Produktion körperlich komplett kaputt und klagen offen über Schmerzen. Anstatt ihre jahrelange Erfahrung sinnvoll zu nutzen, werden sie am Ende oft nur noch als reine Kontrolleure abgestellt oder wie eine Art Hausmeister eingesetzt. Man erwartet einfach nichts mehr von ihnen und parkt sie auf Positionen, wo sie bloß nicht im Weg stehen. Von Wertschätzung für ein langes Arbeitsleben ist hier absolut nichts zu spüren.
Vorgesetztenverhalten
Extrem von oben herab und teilweise regelrecht bedrohlich. Ein konkretes, unfassbares Beispiel: Bei einer spontanen Versammlung im Frühjahr wurde die Belegschaft in äußert aggressive und unprofessionelle Weise abgekanzelt. Kein Lob, nur Gebrüll und die ständige Maßregelung: „Habt ihr das verstanden?!“. Der absolute Tiefpunkt war eine offene Drohung der Führung: Wer sich beim Mutterwerk(Denklingen) darüber beschweren sollte, wird schikaniert werden, den würde man „so bunt machen, dass er leuchtet wie eine Fahrradlampe – und zwar ohne Dynamo“. Kritik oder Einwände sind strengstens verboten. Das ist keine Führung, das ist reine Einschüchterung.
Arbeitsbedingungen
Die Maschinen sind zwar modern, aber in den Hallen herrscht ein ständiges Umbau-Chaos. Anlagen werden ständig abgebaut, irgendwo anders hingestellt, passen dort nicht und werden wieder woanders neu aufgebaut. Die Hallen sind mittlerweile so extrem mit Technik vollgestopft, dass man kaum noch Platz hat und sich beim Arbeiten und Bewegen gar nicht mehr sicher fühlt. Der absolute Tiefpunkt sind aber die Sanitäranlagen: Die Duschkabinen sind teilweise voll mit schwarzem Schimmel, die Armaturen haben ihre besten Jahre lange hinter sich und die Abflüsse sind so verstopft, dass das Wasser beim Duschen nicht mal richtig abläuft. Das geht einfach gar nicht.
Kommunikation
Eine Katastrophe. Man wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Wahre Kommunikation findet nicht statt, weitreichende Entscheidungen werden extrem spontan über die Köpfe der Belegschaft hinweg getroffen.
Gleichberechtigung
Reine Nasenfaktor-Politik. Es gibt ganz offensichtlich die absoluten "Lieblinge" des Meisters, bei denen man sich fachlich ernsthaft fragt, warum sie überhaupt noch an der Anlage stehen dürfen. Diese Leute können sich alles erlauben. Wer hingegen nicht zum elitären Kreis gehört oder fachlich unbequem ist, wird konsequent benachteiligt und klein gehalten. Von echter Gleichberechtigung nach Leistung ist man hier Lichtjahre entfernt.
Interessante Aufgaben
Die Technik an sich wäre interessant, aber man wird als erfahrene Fachkraft massiv ausgebremst. Eigene Anpassungen an der Mechanik oder das Optimieren der Roboter sind nicht erwünscht. Man wird zum reinen Knöpfchendrücker degradiert.

