Zunehmend in die falsche Richtung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Bis vor kurzem gab es sehr viel Flexibilität was Homeoffice angeht. Da das inzwischen aber deutlich eingeschränkt wurde, fällt DER große Benefit weg
- Vielfältige Projekte und Kunden
- Regelmäßig Pizza auf Kosten des Arbeitgebers bei den Learnings Lunches
- Die Büros sind recht modern und bieten eine angenehme Arbeitsatmosphäre
- Innerhalb des Teams größtenteils gute Vibes
- guter Zusammenhalt, tolle Kolleg:innen
- in meinem Fall wenig Überstunden und wenn, konnten diese auch schnell abgebaut werden
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Aufstiegschancen kaum vorhanden - stattdessen wird die eigene Leistung solange kleingeredet bis man es selbst glaubt
- Strukturierte Weiterbildung findet kaum statt. Abgesehen von wenigen internen Formaten pro Jahr, die oft oberflächlich oder kurzfristig organisiert wirkten, wird Weiterbildung größtenteils in die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden gelegt (Youtube Tutorials schauen)
- Wenig Flexibilität. Es wird zwar immer propagiert, sehr viel Flexibilität zu bieten, das entwickelt sich allerdings zunehmend unter dem Deckmantel des Teamzusammenhalts in eine andere Richtung. Arzttermine wurden generell kritisch gesehen, unabhängig davon, ob sie organisatorisch gut machbar gewesen wären oder nicht. Auch bei ernsthaften Anliegen fehlte aus meiner Sicht die notwendige Flexibilität, was den Umgang mit ernsten gesundheitlichen Themen zusätzlich erschwert hat.
- Empathielosigkeit und fehlende Wertschätzung
- Kein echtes Interesse an kritischem Austausch. Auf angesprochene Probleme wurde gar nicht oder nur ausweichend reagiert, wodurch konstruktive Gespräche erschwert wurden. Ich hatte eigentlich wenig Interesse daran, einfach nur meinen Ballast abzulassen und hätte gerne die andere Perspektive gehört. Sehr schade und enttäuschend!
- Insgesamt ist im letzten Jahr vemehrt der Eindruck entstanden, Mitarbeitende mit einem unbefristeteten Vertrag loswerden zu wollen
- langjährige Mitarbeitende werden wenig geschätzt und es wird wenig dafür getan, diese zu halten
- Mitarbeiterzufriedenheit scheint keine großen Stellenwert zu haben, wichtiger sind die eigenen Interessen
- keine Parkmöglichkeiten am Büro in Mainz
Verbesserungsvorschläge
- Insgesamt hatte ich häufig den Eindruck, dass Mitarbeitende primär als Ressourcen betrachtet wurden und nicht als Mensch und individuelle Bedürfnisse oder Situationen nur begrenzt berücksichtigt wurden. Insbesondere in den letzten Monaten fühlte man sich schnell ersetzbar (durch günstigere Arbeitskräfte)
- am Thema Wertschätzung und Empathie muss dringend gearbeitet werden
- Mehr (echte!) Flexibilität würde einen wesentlichen Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit leisten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wurde über die letzten Monate zunehmend schlechter. Beim Versuch, diese zu verbessern, wird an den komplett falschen Punkten angesetzt.
Image
Das Unternehmen legt großen Wert darauf, nach außen ein positives Image zu vermitteln, was sich nicht mit den internen Erfahrungen deckt. Zwischen hippen Events, Paneltalks und Auszeichnungen entsteht gelegentlich der Eindruck, dass die interne Realität hinter der Außendarstellung zurückbleibt.
Work-Life-Balance
Die seit Jahren bestehenden Homeofficeregelungen wurden kurzfristig gestrichen, um "den Teamzusammenhalt zu fördern", nachdem zuvor über einen längeren Zeitraum kommuniziert worden war, dass diese Flexibilität erhalten bleiben solle.
Bei gesundheitlichen Belastungen wurde stark an festen Präsenzzeiten und Abläufen festgehalten, selbst wenn diese für die betroffenen Mitarbeitenden eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellten. Insgesamt wünsche ich mir hier mehr Vertrauen, Flexibilität und individuelle Lösungen.
Karriere/Weiterbildung
Gehaltsanpassungen und -erhöhungen sowie Beförderungen sind schwer erreichbar. In Performancegesprächen lag der Fokus häufig auf einzelnen negativen Punkten. Starke Leistungen werden einfach ignoriert, nicht erwähnt oder schlichtweg nicht gesehen. Generell kriegen die Vorgesetzten vieles nicht mit, was innerhalb der Projekte und der Teams passiert, sodass positive Leistungen schnell übersehen werden. Stattdessen liegt der Fokus in den Perfomancegesprächen dann auf wenigen Punkten, die überhaupt nicht die Gesamtleistung widerspiegeln. Dinge werden so gedreht, dass sie den Vorgesetzten passen. Gemeinsame Zielvorgaben sind ein Jahr später vergessen oder nicht mehr relevant.
Mitarbeitende wurden gelegentlich in Rollen oder Aufgaben eingesetzt, die nicht ihren Stärken entsprechen oder in denen sie sich weniger wohlfühlten.
Weiterbildung ist ein Fremdwort. Man soll sich in Eigeninitiative weiterbilden und sich durch Youtube Tutorials neues Wissen selbst beibringen.
Gehalt/Benefits
Keine wirkliche Weiterentwicklung beim Gehalt möglich. Positive Leistung wird relativiert, eigene Aussagen werden so gedreht, dass sie zum Nachteil werden.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb des Teams hält man größtenteils zusammen und unterstützt sich gegenseitig.
Vorgesetztenverhalten
Die Teamleads sind bemüht die Stimmung zu heben und Verbesserungen zu erzielen, können sich letztlich aber auch nicht gegen die Geschäftsführung durchsetzen.
Aus meiner Sicht zeigen sich strukturelle Defizite im Bereich Führung, Kommunikation und im empathischen Umgang mit Mitarbeitenden. Es werden Verbesserungen und vermeintliche Benefits in Aussicht gestellt, teils sogar in Vorstellungsgesprächen angepriesen, und dann nicht eingehalten (Mental Health Plattform, Gehaltserhöhung, Inflationsausgleich, Beförderungen...). Mitarbeitende wurden wiederholt ohne vorherige Absprache und sehr kurzfristig in komplett andere Teams gesteckt und alle Projekte und Aufgaben entzogen. Dass das zu Unruhe und Chaos innerhalb der betroffenen Teams führt, muss man glaube ich nicht erwähnen. Kritische Punkte wie Wochenendarbeit, erzwungene Bereitschaftsdienste am Wochenende oder Eingriffe ins Privatleben wurden mit branchenüblichen Argumenten relativiert, anstatt gemeinsam nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. Wer sich beschwert, wird kleingeredet und im schlimmsten Fall noch als teamunfähig hingestellt.
Kommunikation
Was interne Veränderungen angeht, oft überstürzt und wenig nachvollziehbar.
Interessante Aufgaben
Die meisten Projekte und Kunden sind cool und machen Spaß. Kreativität und Innovation ist erwünscht.